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Die Sprache unserer Organe

Die Sprache unserer Organe

Titel: Die Sprache unserer Organe
Autoren: Jean-Pierre Barral
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Einleitung
    Das Buch »Die Botschaften unseres Körpers«, das im Jahr 2005 ebenfalls im Südwest-Verlag erschienen ist, befasst sich mit den Zusammenhängen zwischen unseren Organen und unseren Emotionen und zeigt auf, auf welche Weise sie sich gegenseitig beeinflussen können.
    In diesem neuen Buch möchte ich damit fortfahren, Sie an meinen Erkenntnissen über menschliche, physiologische und strukturell-morphologische Wechselwirkungen teilhaben zu lassen, die ich während meiner 40-jährigen Ausübung der Osteopathie erworben habe. Mein Blick richtet sich dabei vor allem auf die Gelenke und das Zustandekommen ihrer Schmerzen.
    Wenn wir uns bewegen, finden in unserem Körper mechanische Vorgänge statt, die wir nicht isoliert voneinander betrachten können, denn der Mensch ist ein ganzheitliches Individuum aus Körper und Seele. Unsere Emotionen, Organe und unsere Gelenke stehen nicht isoliert nebeneinander, sondern sie tauschen miteinander Botschaften aus, und wir müssen lernen, deren Bedeutung zu verstehen. Es ist wichtig, dass wir uns mit unseren Schmerzen auseinandersetzen und wissen, wo unsere Schwachpunkte liegen.

    Das vorliegende Buch soll Ihnen dabei helfen, die Botschaften Ihrer Gelenke zu verstehen. Welche Bedeutung haben Gelenkschmerzen? Treten sie zufällig auf? Sind sie Ausdruck unserer Körperhaltung, unserer inneren Einstellung, unseres Verhaltens? Was kann man tun, um sie zu vermeiden, und wie können sie behandelt werden?
    Zu Beginn meines beruflichen Werdegangs stand die Behandlung meiner Patienten im Mittelpunkt meines Interesses. Aber je mehr Konsultationen ich hatte, je mehr Patienten ich begegnete und je mehr ich über ihre Beschwerden erfuhr, desto größer wurde mein Wunsch, die Vernetzungen zwischen unseren verschiedenen Körpersystemen und zwischen ihnen und unseren Emotionen zu verstehen.
    Sobald man einen Menschen und seine Schmerzen als Einheit begreift, gelingt es besser, ihm Erleichterung zu verschaffen. Man behandelt nicht einfach auf gut Glück. Jeder Therapeut hat den Wunsch, die Geheimnisse des Seins und darin vielleicht sogar sich selbst zu entdecken! Dabei erweist sich der Weg, eine Behandlung in ihren psychologischen und philosophischen Zusammenhang zu stellen und zu versuchen, die zugrunde liegenden Ursachen eines Schmerzes oder einer Krankheit zu entschlüsseln, als gerechtfertigt, aber auch als lang, ja als endlos. Aber ist es nicht wichtig und lohnend, Schritt für Schritt auf diesem Weg voranzukommen?
    Wundern Sie sich beim Lesen dieses Buches nicht, Sie werden häufig auf Formulierungen stoßen wie beispielsweise: »Ein Trauma kann zu … führen«, »Eine Behandlung kann … verschaffen. « In der Medizin gibt es kein Erfolgsversprechen. So individuell jeder Mensch ist, so unterschiedlich können die Ergebnisse einer Behandlung sein. Häufig heißt es: »Die Medizin ist keine Wissenschaft, sondern eine Kunst.« Das gilt ganz besonders für alle Bereiche der manuellen Medizin. Wichtig ist, angesichts der Beschwerden eines Patienten bescheiden zu bleiben und sich viele Fragen zu stellen. Das ist ein Zeichen dafür, dass wir unserem Gegenüber zuhören.

    Die vorgestellten Beispiele beziehen sich auf reale Fälle. Wir haben uns bemüht, im Sinne der Schweigepflicht die Identität der Patienten unkenntlich zu machen.
    Das Skelett – durch Gelenke beweglich
    Der menschliche Körper ist äußerst komplex aufgebaut: eine subtile Verzahnung von Systemen, die miteinander in direkter und ständiger Verbindung stehen. Für die Verknüpfung aller Informationen sorgt das Gehirn, das sie empfängt, verarbeitet und weiterleitet.
    Die Knochen bilden das Skelett, das Gerüst unseres Körpers. Seine Beweglichkeit wird durch die Gelenke gewährleistet. Sie sind die Verbindung zwischen zwei oder mehreren Knochen. Setzt sich der Körper in Bewegung, zieht dies eine Folge von automatischen Bewegungsabläufen nach sich, die vom Kleinhirn gesteuert sind und die ohne Gelenke unmöglich wären. Unsere Gelenke ermöglichen uns ein normales Leben.
    Die ständige mechanische Arbeit des Skeletts kann auf Dauer Beschwerden, Blockaden oder Gelenkschmerzen verursachen, sei es durch eine Verletzung, durch Abnutzung oder aufgrund anderer Ursachen, die ich in den folgenden Kapiteln ausführen werde.
    Beschäftigt man sich mit der Anatomie des menschlichen Körpers, werden die zahlreichen Haltungs- und Positionsänderungen deutlich, die das Lebewesen Mensch im Laufe seiner Evolution durchgemacht hat.

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