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Die magische Höhle - Die verschwundenen Mumien

Die magische Höhle - Die verschwundenen Mumien

Titel: Die magische Höhle - Die verschwundenen Mumien
Autoren: Mathias Metzger
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Die peinlichste Party der Welt
    Normalerweise sind Partys etwas Tolles, ein Grund zum Feiern. Aber diesmal war es anders. Julia seufzte tief. Sie hatte einen großen Fehler gemacht. Sie hatte ihren kleinen Bruder Niklas mitgebracht. Das heißt, eigentlich war es gar nicht ihr Fehler.
    Es war der elfte Geburtstag ihrer Freundin Laura. Niklas war nicht eingeladen. Aber als sich Julia auf den Weg machen wollte, hatte ihre Mutter einfach gesagt: „Ich habe gerade mit Lauras Mutter telefoniert. Sie hat gesagt, Niklas darf ruhig auch mitkommen!“ So eine Gemeinheit!
    Anstatt einfach brav in der Ecke zu sitzen, eine Limo zu trinken und die Klappe zu halten, wie es sich für kleine Brüder auf Partys gehört, zu denen sie nicht eingeladen sind, führte er sich auf, als ob er selbst der Gastgeber wäre. Er dachte sich ein blödes Kindergeburtstagsspiel nach dem anderen für die Gäste aus. Zu Julias Überraschung schienen alle außer ihr von seinem Auftritt begeistert zu sein.
    „Jetzt spielen wir verstecken“, schlug Niklas vor. „Laura muss uns suchen!“ Verstecken? So was Kindisches! Diesmal mussten sich doch alle mit Grausen abwenden. Aber nein, schon wieder waren alle ihre Freundinnen mit Feuereifer bei der Sache. Julia gab sich geschlagen und trottete missmutig auf der Suche nach einem Versteck los. Ihr Ärger wurde noch größer, als Niklas ihr einfach hinterherging. Vor Wut marschierte sie immer weiter. Durch die Gartentür auf die Straße, die Straße entlang in den Wald. Mit Verstecken hatte das nichts mehr zu tun, dafür war sie längst zu weit weg von Lauras Haus. Sie war einfach nur sauer. Die Party war sowieso verdorben. Und Niklas dackelte einfach hinterher.
    „Niklas, du nervst! Du musst mir auch jeden Spaß vermiesen“, maulte sie ihn an. „Ich suche mir jetzt ein gutes Versteck, um dich endlich loszuwerden!“
    Ohne sich umzublicken, ging sie einfach querfeldein. Um Niklas endlich abzuschütteln, kletterte sie durch dichtes Gestrüpp eine kleine Anhöhe hinauf. Plötzlich blieb sie verblüfft stehen. Vor ihr klaffte ein schmales Loch im Hang, das vielleicht einen knappen Meter breit war.
    „Was ist, gibst du schon auf?“, rief Niklas ihr zu und schloss zu seiner Schwester auf.
    „Ich habe den Eingang zu einer Höhle gefunden“, sagte Julia aufgeregt. Ihre Wut hatte sie mit einem Schlag vergessen.
    „Toll, schauen wir mal rein“, entgegnete Niklas begeistert.
    „Halt, sei vorsichtig“, wollte Julia ihm noch sagen, aber er kroch bereits wild entschlossen durch die schmale Öffnung. Seufzend folgte sie ihrem Bruder.
    Sie fanden sich in einem niedrigen Raum wieder. Die Wände bestanden aus nacktem Felsgestein. Von einer rostigen Colabüchse mal abgesehen, war darin nichts. „Hier geht es weiter“, rief Niklas plötzlich und zeigte auf einen schmalen Spalt im Fels. Ohne auf eine Antwort von Julia zu warten, zwängte er sich hindurch und landete in einem engen Gang.
    „Ich habe noch einen Raum gefunden“, hörte Julia seine Stimme durch den Gang hallen. Sie folgte ihm widerwillig. Nach ein paar Metern war sie wieder bei ihm. Sie standen in einem Raum, der ein bisschen größer als der erste, aber viel dunkler war. Man musste sich gewaltig anstrengen, um überhaupt noch etwas erkennen zu können.
    „Sieh mal, was ich hier habe!“, schrie Niklas plötzlich. Er griff an die Felswand und Julia bemerkte, dass er nach einer großen Spinne fingerte, die im Fels saß.
    „Hör bloß auf mit dem Quatsch!“, fuhr sie ihn an und packte ihn unsanft am Arm. Niklas wollte einen Protestschrei loslassen, doch der blieb ihm im Hals stecken. Denn er kam ins Straucheln und riss dabei Julia fast mit um. Sie konnte sich gerade noch an der Felswand abstützen. Als ihre Hand auf den Fels traf, hatte sie das merkwürdige Gefühl, sie würde kurz aufleuchten.
    „Hast du das auch gesehen?“, rief sie ihrem Bruder zu. Niklas wollte antworten, doch er brachte keinen Ton heraus. Ihm wurde mit einem Mal schwindlig, und er hatte Mühe, das Gleichgewicht zu halten.
    Auch Julia fühlte sich wie auf einem schwankenden Schiff. Sie wollte sich am Fels festhalten, hatte aber das Gefühl, in eine Gummiwand zu greifen. Mit einem Mal schien es in der Höhle völlig dunkel zu werden, doch dann wurde sie von einem grellen Lichtstrahl geblendet, der aber wie das Blitzlicht einer Kamera sofort wieder verschwand. Nur um nach einer Sekunde erneut zu erscheinen. Verwundert blickte sie zu Niklas, der sich wie in Zeitlupe zu bewegen

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