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Die Hoehle

Die Hoehle

Titel: Die Hoehle
Autoren: André Schaberick
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hatte. Es sah traumhaft aus, wenn man nach oben blickte und den blauen Himmel leuchten sehen konnte. Er drehte sich mehrere Male langsam im Kreis und beobachtete dabei die Natur um ihn herum. Die meiste Zeit befand sich ein dichtes Blätterdach über ihm. Vermutlich würde, falls es regnet, dieser Regen gar nicht bis auf den Boden herunter gelangen können. Sicher würden die großen und dichten Blätter sämtliche Tropfen vorher aufsaugen. Aber hier auf der freien Lichtung, die sich hier übrigens aus unerklärlichen Gründen befand, hatte der Regen gute Chancen, den Boden ungehindert zu erreichen.
    John fand keinen plausiblen Grund, warum der Wald in einem Bereich von ungefähr achtzig bis hundert Quadratmetern nicht mehr wuchs. Hatten hier Menschen die Hände im Spiel?
    Als er den Blick wieder senkte, fiel dieser auf ein sehr intere ssantes und auffällig geformtes Steingebilde. Es steckte senkrecht in der Erde und bestand aus zwei Teilen. Oben auf dem Stein, der wie eine Art Podest geformt war, lag eine flache Steinplatte. Das Podest war rund und gut einen Meter hoch. Die Gesamtskulptur sah aus wie ein Rednerpult. Es fehlte nur ein steinzeitliches Mikrofon, schon hätte das Gebilde als alltäglicher Gegenstand aus dem Film Familie Feuerstein taugen können.
    John wurde den Gedanken nicht los, dass Menschen diesen Stein hier aufgestellt haben mussten. Er ging um das Bauwerk herum und sah an einer Stelle oben auf der Platte etwas Auffäll iges. Hatte dort jemand etwas hinein geritzt?
    Leider befand sich eine dicke Schicht Moos auf der Oberfläche, aber es schien ihm, als lugte ein Buchstabe unter der Moosschicht hervor.
    Das Moos konnte auf dem Stein extrem gut wachsen, denn so ein hervorragender Untergrund, der auch noch unter freiem Himmel in der feuchten Waldluft stand, bot sich förmlich als Wachstumsgrundlage an. Besser konnte diese anspruchslose Pflanze gar nicht verwöhnt werden.
    »Wo ist mein Messer, ic h werde dich leider von deinem traumhaften Untergrund entfernen müssen«, sprach John zu dem Moos. »Ich will nämlich wissen, was sich unter dir verbirgt!«
    Er erwartete nicht, dass das Moos antwortete, aber sonst war niemand in der Nähe, der ihm hätte zuhören können. Er brauchte jetzt einen Zuhörer. Zu den Bäumen hätte er es auch sagen können, doch schienen diese sich nicht dafür zu interessieren, dass er das Moos bedrohte.
    Ab und zu wackelte an diesem oder jenem Baum ein Blatt. War dies eine Antwort? Nein, Bäume können nicht reden. Zumindest nicht in einer für Menschen verständlichen Sprache.
    John holte hastig sein neues Klappmesser aus der rechten Beintasche und entsicherte es.
    » Flakk« ertönte das Geräusch der silberglänzenden Klinge, nachdem er auf den Auswurfknopf am Griff gedrückt und sie sich aus ihrer Arretierung gelöst hatte. Sie schnellte seitlich heraus und arretierte nach Bruchteilen einer Sekunde sofort in der ausgeklappten Position.
    Vorsichtig entfernte er mit de r Klinge das weiche Moos vom Stein. Dabei staunte er, wie gut es mit der Oberfläche verbunden war. Allein mit den Fingern hätte er es niemals abreißen können. Vermutlich hatte es kräftige Wurzeln und war in die Poren der Oberfläche eingedrungen. Teilweise riss er kleine Teile der Steinoberfläche ab, so kräftig waren seine Wurzeln.
    Nachdem er das Moos schließlich entfernt hatte, konnte er die Schrift darunter wesentlich besser erkennen.
    »Interessanter Zufall«, sagte er zu sich, » ich spaziere durch den Wald und finde einen steinernen Rednerpult. Wo mag wohl das Mikrofon sein?«
    Mit der flache n Hand wischte er noch ein paarmal über die raue Oberfläche, dann war der angelöste Schmutz so weit entfernt, dass er die Schrift klar lesen konnte:
     
    GA NIET BINNEN, HET IS TE GEVAARLIJK
    PELIGER, PROHIBI PA PASA
     
    Schön, aber damit konnte er nun wirklich überhaupt nichts a nfangen. Raten war angesagt, denn übersetzen konnte John die Worte nicht. Die erste Zeile war ganz sicher in einer anderen Sprache geschrieben, als der Text in der zweiten. Die Zeilen klangen beim bloßen Vorlesen schon grundlegend unterschiedlich.
    Franklyn müsste jetzt hier sein. Er könnte die Zeilen bestimmt sofort übersetzen, denn Franklyn ist ein Sprachgenie. Aber Franklyn ist nicht hier, denn er liegt lieber mit Carla im duftenden Gras und schnarcht vermutlich vor sich hin. Womöglich versucht er gerade, sie um den Finger zu wickeln, und er hat schlimmstenfalls sogar Erfolg dabei, ging es ihm durch den Kopf.
    Die

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