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Die Hoehle

Die Hoehle

Titel: Die Hoehle
Autoren: André Schaberick
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mit dummen Sprüchen zu provozieren. Niemand wusste, woher er diesen beneidenswerten Körperbau hatte, denn Sport konnte er beileibe nicht ausstehen. Schlimmer noch, er hasste den aktiven Sport und jegliche Art von körperlicher Anstrengung.
    Der passive Sport lag ihm schon eher. Die schwere Gedanke narbeit, die er beim Lernen verrichtete, waren ihm Sport genug.
    Im Fernsehen sah er sich gern Basketball- oder Footballspiele an, genehmigte sich dabei ein leckeres , eiskaltes Bier und verzehrte Popcorn und Kartoffelchips mit Leidenschaft. Seine Leibspeise waren allerdings Burger in jeglicher Form sowie das in Amerika sehr beliebte Barbecue.
    John war ein Abenteurer und Draufgänger, nur leider konnte er diese Leidenschaften viel zu selten ausleben. Seine Charaktere igenschaft, gern zu reden und immer einen witzigen Spruch auf jede nur erdenkliche Situation parat zu haben, machte ihn auch bei den Mädchen sehr beliebt. Er wusste ganz genau, was die Mädchen hören wollten, um vor seinen Augen dahin zu schmelzen. Sie lagen ihm zu Füßen, aber er verstand es nicht, sie aufzuheben. Viel zu oft stellte er sich dabei dermaßen dumm an, dass sie schneller wieder Reißaus nahmen, als es ihm lieb war.
    Die fünfundzwanzigjährige, braunhaarige Carla Tacoma war genau das Gegenteil von John. Sie war eine trottelige Theoretik erin mit einer runden John-Lennon-Brille, die sich in ihrem Studienfach Mathematik wohlfühlte, wie eine ausgehungerte Maus im prall gefüllten Körnertrog.
    Ihre Körpergröße von ein Meter zweiundachtzig ließen sie zu ihrer Schande bei unvorteilhafter Kleidung ihrer Meinung nach sehr dünn und unvorteilhaft erscheinen.
    Doch die Männer dachten über schlanke, große Frauen mit so einem göttlichen Körper zum Glück völlig anders, denn viele bekamen große Augen und gerieten ins Schwärmen, wenn sie die wohlproportionierte Figur von Carla erblickten. Leider wagte es von diesen schüchternen und viel zu verklemmten Männern selten einer, Komplimente über ihre Figur zu machen.
    Carla hatte leider n ie richtig gelernt, die gierigen Blicke zu deuten. Oftmals missverstand sie die angehenden Männer und fühlte sich auf den Arm genommen, falsch verstanden oder verschaukelt.
    Sie war etwas schwächlich, denn trotz ihrer Größe wog sie bloß achtundsechzig Kilogramm. Viele Muskeln hatte sie nicht, und so hatte sie oftmals Schwierigkeiten, ihre Bewegungen koo rdiniert und weich aussehen zu lassen.
    Carla war eine sehr liebenswürdige junge Frau, die sehr fei nfühlig und extrem sensibel war. Nahezu jeder konnte sie gut leiden, zumal sie sich in die Gedankenwelt der unterschiedlichsten Menschen hineinversetzen und somit nachfühlen konnte, was andere empfanden.
    Ihre unvorteilhaften Proportionen mit ihren angeblich viel zu langen Gliedmaßen, wie sie sich selbst beschrieb, glich sie durch ihren äußerst positiven Charakter aus, dabei hatte sie das gar nicht nötig. Aber Frauen bilden sich oftmals Fehler ein, die gar nicht vorhanden sind.
    Doch hatte sie durch ihren Charakter, der ihre Figur unterstrich, eine so dermaßen positive Ausstrahlung, dass die beiden Jungs ihr absolut nicht widerstehen konnten.
    Der blonde Franklyn Atwood, vierundzwanzig Jahre alt, glich seine Schüchternheit und Zurückhaltung dadurch aus, dass er sehr gebildet war. Für das Studium hat te er so gut wie nie lernen müssen. Sämtliches Fachwissen, das während der Vorlesungen vorgetragen wurde, konnte er sich präzise wie ein Tonbandgerät merken. Es gibt Menschen mit fotografischem Gedächtnis, aber er übertrumpfte selbst diese Leute. Er konnte selbst nach Wochen noch die Vorlesungen fast wörtlich wiedergeben. Allerdings hatte er Komplexe wegen seines Körperbaus, denn mit einem Meter fünfundsechzig und neunundachtzig Kilogramm Gewicht gehörte er doch eher zu den dicken Menschen.
    Franklyn glich aus der Ferne betrachtet einer bauchigen Wei nflasche. Er schob es immer auf seine geliebte Mutter, die so wunderbar kochen konnte. Dabei drängte sie ihn permanent, nicht so viel zu essen. Er konnte seinem Drang, alles Essbare direkt zu vernichten, einfach nicht widerstehen. Es reichte bereits aus, ihn nur den Hauch von Kuchengeruch vernehmen zu lassen, schon konnte man laut und deutlich die Muskulatur seines Magens arbeiten hören.
    Die drei Freunde standen sehr aufgeregt beisammen, denn sie hatten nicht die geringste Ahnung, was in den nächsten Tagen auf sie zukommen sollte...
    Es handelt sich um einen wunderschönen Abenteuerurlaub

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