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Die Hoehle

Die Hoehle

Titel: Die Hoehle
Autoren: André Schaberick
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Entdeckungstour zu den Tropfsteinhöhlen von Haro. Das muss hier ganz in unserer Nähe sein. Und es soll gar nicht so schwierig sein, dort hinzugelangen, nur ein paar Kilometer von der Küste weg ins Hinterland. Wir könnten die Höhlen problemlos mit den Fahrrädern erreichen, die wir unten an der Straße mieten können. Was haltet Ihr von dem Vorschlag?«, fragte er begeistert und hielt John das Faltblatt hin.
    »Das klingt wie unser erstes kleines Abenteuer hier auf der I nsel«, antwortete John und nahm das Faltblatt entgegen.
    »Und was sagt unser langes Ende Carla dazu ?«
    »Ich gebe dir gleich ein langes Ende, du Gesicht eines Hinterteils!«, sagte sie lachend und drohte ihm mit der Faust. »Ich bin begeistert, deshalb sind wir ja wohl hier. Vielleicht lernen wir bei der Gelegenheit auch ein paar nette Leute kennen.«
    »Also nichts wie los! Es ist noch früh genug, um die Gegend zu verunsichern. Etwas zum Mittagessen sollten wir uns mitnehmen. Sicher bekommen wir ein paar Sandwiches und etwas zu Trinken auf die Schnelle zusammengestellt. Einige Dosen Coke sind auch noch im Angebot. Wow, ich freue mich schon!«
    Franklyn war bereits ziemlich aufgeregt, denn so schnell hatte er nicht damit gerechnet, eine interessante Tour auf die Beine stellen zu können.
    »Lasst uns unsere Rucksäcke holen und ein paar leckere Sachen einpacken. Anschließend können wir zur Fahrradvermietung gehen und uns ein paar Räder mieten. Ich habe vorhin ein paar Straßen weiter eine Vermietung gesehen, vielleicht ist das die aus dem Faltblättchen«, sagte John.
     
    Eine Viertelstunde später hatten sie alles Notwendige zusammengestellt und die Rucksäcke auf die Rücken geschnallt. Sicherheitshalber hatten sie sich feste Schuhe angezogen, denn Fahrradfahren mit Sandalen im holprigen Gelände war ihnen zu gefährlich.
    Sie gingen zu Fuß über die einzige Dorfstraße. Sie war zwar breit und halbwegs befestigt, aber sie war auch fürchterlich staubig. Nach zehn Minuten kamen sie bei der Fahrradvermietung an. Es war schlichtweg unmöglich, sie zu übersehen, denn der Besitzer hatte ein großes, auffälliges Schild mitten auf den Fußweg gestellt. Jeder Fußgänger war gezwungen, einen Bogen um das Schild zu machen, um nicht darüber zu stolpern. Spätestens bei dieser Ausweichaktion musste man es lesen.
    Der Vermieter der Fahrräder machte ihnen keine Schwieri gkeiten, lediglich die Ausweise mussten sie als Pfand dort lassen, um sicherzustellen, dass sie die Fahrräder auch wieder zu ihm zurückbringen. Bis zum Abend sollten die Räder alle zusammen zehn niederländisch-antillische Gulden Miete kosten. Umgerechnet waren es circa fünf Dollar sechzig. Der Preis war für drei Fahrräder mehr als günstig. Sie hatten mit wesentlich mehr gerechnet. In Amerika hätten sie in einer Urlaubsstadt sicher für diesen Betrag kein einziges Rad bekommen.
    In einem Waldstück legten sie eine Pause ein, um sich von der ungewohnten Anstrengung in dieser enormen Hitze und Feuc htigkeit etwas auszuruhen.
    Carla und Franklyn stiegen von ihren Rädern und lehnten sie gegen einen dicken Baum, der ihnen eine Menge Schatten spend ete. Der Baum und das darunterliegende schattige Plätzchen luden förmlich zum Pausieren ein.
    »Ich würde mich gern etwas ausruhen«, schnaufte Carla, denn sie war dieses tropische Klima nicht gewohnt. Der Schweiß lief ihr in dicken Tropfen die Stirn herunter, und ihr T-Shirt war b ereits ziemlich durchgeschwitzt.
    »Lasst uns die Räder hier irgendwo verstecken, damit sie n icht gestohlen werden. Ich denke, wenn wir sie hier ins Gras legen, kann sie niemand finden.«
    »Ich könnte es ebenfalls gut vertragen, mir die Beine zu vertreten. Ich glaube, ich bin das Radfahren nicht mehr gewohnt. Immer nur Schulbank drücken macht schlapp«, sagte Franklyn, ebenso erschöpft und nassgeschwitzt wie Carla.
    »Ihr Sch wächlinge wollt doch wohl nicht sagen, dass Ihr schon am Ende eurer Kräfte seid!«, machte sich John über sie lustig. »Okay, wenn es unbedingt sein muss, werde ich den alten gebrechlichen Herrschaften eine Verschnaufpause gönnen. Oh, Entschuldigung, natürlich auch Damenschaften, ich möchte nicht, dass sich Fräulein Carla übergangen fühlt. Aber ruht Euch nicht zu lange aus, sonst schlaft Ihr womöglich ein«, sagte er in angeberischem Ton. »Wenn es nach mir ginge, würden wir natürlich direkt weiterfahren.«
    John machte es nichts aus, solche anstrengenden Etappen zu bewältigen. Seine Muskeln wurden gerade

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