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Die drei und die brennende Stadt drei Fragezeichen

Die drei und die brennende Stadt drei Fragezeichen

Titel: Die drei und die brennende Stadt drei Fragezeichen
Autoren: Dittert Christoph
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Also habe ich den Griff gesprengt, bin herumgewirb…« Reynolds verzog schmerzlich das Gesicht. »Tja, und dann hat der Kerl zugeschlagen. Mit einem kleinen Knüppel, schätze ich, vielleicht auch einer Art Schlagring um seine Faust. Da hab ich erst mal Sterne gesehen, ihm aber auch noch einen Schlag in den Bauch verpasst.«
    Die drei ??? hingen an seinen Lippen, gespannt auf jedes weitere Wort.
    »Trotzdem war mir schwindlig, das gebe ich zu. Zu meinem großen Glück waren die Passanten auf der anderen Seite des Teiches aufmerksam geworden. Und noch mehr Glück war wohl, dass sie nicht einfach weggeschaut haben, sondern rübergerannt sind und dem Angreifer zugerufen haben, dass er mich in Ruhe lassen soll. Das ist leider bei Weitem nicht mehr selbstverständlich, wisst ihr?«
    Der Zweite Detektiv nickte langsam. »Heutzutage erhält man eher Aufmerksamkeit, wenn man ›Feuer!‹schreit, als wenn man um Hilfe ruft.«
    Mr Reynolds sah ihn nachdenklich an. »So ist es – leider! In meiner Zeit als Polizist habe ich das oft genug erleben müssen. Aber zurück zur Sache. Jedenfalls hat sich der Angreifer zurückgezogen. Und bevor ihr fragt: Ich konnte kaum etwas von ihm erkennen. Er trug eine Mütze tief ins Gesicht gezogen und eine dunkle Jacke mit hohem Kragen. Ein bulliger, grobschlächtiger Kerl, mehr kann ich nicht sagen.«
    »Da stellt sich vor allem eine Frage«, zog Justus ein vorläufiges Resümee: »Was kann an dieser seltsamen Botschaft so wichtigsein, dass jemand Sie genau abpasst und handgreiflich wird, um den Brief in seine Gewalt zu bekommen? Auch der zeitlich genau abgestimmte Überfall spricht dafür, dass es einen guten Grund gibt, warum Sie der Anwalt ausgerechnet jetzt kontaktiert hat, Sir. Ich bin sicher, dass wir von diesem Angreifer schon bald wieder hören werden. Da steckt mehr dahinter als nur die verschlüsselte Nachricht eines Verstorbenen an seinen Bruder wegen irgendwelcher Familienangelegenheiten …«

D as Leben eines schwarzen Schafes
    Nicht nur Samuel Reynolds, sondern auch die drei ??? bedienten sich an den Getränken.
    Onkel Titus kam ins Wohnzimmer und begrüßte ihren Gast. »Es ist schön, Sie zu sehen. Sie haben während Ihrer Amtszeit viel für Justus und seine Freunde getan. Der Sonderausweis als ehrenamtliche Junior-Detektive und Mitarbeiter der Polizei-Direktion von Rocky Beach, den Sie ihnen ausgestellt haben, ist ja geradezu legendär!«
    Der ehemalige Kommissar winkte ab. »Ich bin sicher, dass mein Nachfolger Inspektor Cotta seinen Dienst ebenso gut erledigt und die Hilfe der drei ??? zu schätzen weiß.«
    Onkel Titus verabschiedete sich und Reynolds brachte das Gespräch wieder auf seinen Bruder. »Adam ist 1939 geboren worden und hat sich, wie bereits gesagt, früh zum schwarzen Schaf der Familie entwickelt. Schon mit 16 Jahren ist er von zu Hause weg, also 1955. Irgendwie hat er sich durchgeschlagen. Ich weiß kaum etwas über sein Leben seitdem. Im Nachhinein bedauere ich es, aber es lässt sich nun mal nicht mehr ändern. 1958 saß er zum ersten Mal im Gefängnis, wegen irgendwelchen kleineren Delikten, zuletzt wegen einem Autodiebstahl. Noch nicht mal ein besonders wertvoller Wagen. Ein Jahr später ist er wieder freigekommen und unsere Eltern wollten sich seiner annehmen, doch er hat sich völlig zurückgezogen. Ich habe mit ihm damals nur ein einziges Mal am Telefon gesprochen, wenn ich mich recht erinnere.«
    »Klingt traurig«, sagte Peter.
    »War es auch.« Reynolds knirschte mit den Zähnen. »Und istes immer noch. Kurz darauf hat er geheiratet. Und zu unserer Überraschung nicht einmal eine … na ja, wie soll ich sagen … es war keine Gangsterbraut, versteht ihr? Auf der Hochzeit habe ich Adam zum ersten Mal seit Langem gesehen. Seine Frau war eine junge Lehrerin. Die beiden wirkten glücklich, ein richtiges Traumpaar. Ich hoffte, nun würde sich alles zum Besseren wenden.«
    »Aber so kam es nicht?«, vermutete Justus.
    »Ganz und gar nicht. 1962, also in den ersten Ehejahren, hat Adam mit einem unbekannten Komplizen eine Bank überfallen. Das hat damals wegen der extrem großen Beute überall Schlagzeilen gemacht und ich muss zugeben, dass ich mich sogar geschämt habe, weil ich Angst hatte, das würde meiner Karriere bei der Polizei schaden. Adam und sein Kumpan sind quer durch die USA geflohen.« Reynolds musste lachen. »Wie in einem Roadmovie, könnte man sagen. War eine ganz schön verrückte Sache. Das ging monatelang so, bis Adam schließlich

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