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Der gelbe Koffer

Der gelbe Koffer

Titel: Der gelbe Koffer
Autoren: Ursel Scheffler
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noch im Saal sein. Keiner hat den Raum verlassen! Wir finden den Schminktopf!“, tröstet Kugelblitz den reichlich entnervten Museumsdirektor.
    Überall herrscht Aufregung.
    Ein Dieb mitten unter den Ehrengästen! Einer mustert misstrauisch den anderen. Eine Dame fällt in Ohnmacht. Da kommt Bewegung in die Menge.
    „Lassen Sie mich durch!“, ruft ein Mann aufgeregt. „Ich bin Arzt.“
    Er kniet sich sofort auf den Boden neben die Besinnungslose. Dann ergreift er ihren rechten Arm und fühlt mit dem Daumen nach dem Puls. Er macht ein sehr besorgtes Gesicht und sagt: „Kaum noch Puls! Ich muss rasch zu meinem Wagen und den Notkoffer holen!“

     
    Aber da hält Kugelblitz den Arzt am Ärmel fest und sagt: „Hier geblieben, mein Freund. Sie müssen sich erst durchsuchen lassen, wie alle.“
    „Aber hören Sie – ist das nicht kleinlich – schließlich geht es hier um ein Menschenleben! Ich bin gleich zurück!“
    „So lassen Sie ihn doch eben seinen Koffer holen. Es kann ihn ja einer begleiten!“, sagt einer der Umstehenden.
    Die Stimmung richtet sich gegen Kugelblitz, und die Aufmerksamkeit der Leute ist für einen Augenblick von dem verschwundenen Schminktopf der Kleopatra auf die am Boden liegende Dame gelenkt.
    „Kommt gar nicht in Frage“, sagt Kugelblitz entschlossen. Außerdem kommt die Dame soeben von selbst wieder zu sich. Und wenn mich nicht alles täuscht, dann ist dieser Herr gar kein Arzt!“
    Da wird der Mann blass, reißt sich los und versucht mit Gewalt den Ausgang zu erreichen. Aber in diesem Augenblick kommt die von Kugelblitz angeforderte Verstärkung zur Tür herein. Der läuft der „hilfsbereite“ Mann direkt in die Arme.
    „Woher wussten Sie, dass er uns Theater vorspielt?“, fragt der Museumsdirektor hinterher KK, als dieser ihm den Schminktopf überreicht, den man in der Hosentasche des falschen Arztes gefunden hatte.
    „Das war doch ganz einfach ...“, antwortet Kugelblitz.
    Bist du bereit für das Detektivrätsel?
Auf der nächsten Seite findest du es.

Frage an alle medizinisch interessierten Detektive:
    Woran erkannte Kugelblitz den falschen Arzt?
    Für jede richtige Antwort kannst du dir Gripspunkte für diese Frage im Kryptofix gutschreiben. Ob Deine Lösung richtig ist erfährst du, wenn du auf das rote Kontrollfeld drückst.
    Warnung: Erst Fall lösen, dann Lösung lesen! Großes Detektiv-Ehrenwort. Nicht schummeln. Sonst kannst du dir deine Detektiv-Lizenz an den Hut stecken!

    Richtig geraten? Dann darfst du dir maximal
    8
    Punkte im Kryptofix gutschreiben.

Das diebische Gespenst
    Schloss Wispelbrunn liegt verträumt im Herbstwald. Die Nachmittagssonne schickt ihre letzten Strahlen auf das kleine Wasserschloss, das zwischen goldrot schimmernden Bäumen sehr malerisch aussieht.
    Trotzdem erzählt man sich, dass es von Zeit zu Zeit in der Bibliothek des Schlosses spukt. Wenige Stunden später ist die Szene völlig verändert. Nebel steigt aus dem feuchten Gehölz und überzieht die Wiese vor dem Schloss mit einem Schleier.
    Die Fenster der Bibliothek sind hell erleuchtet. Eine Gestalt bewegt sich dahinter. Aber es ist kein Gespenst, sondern der Hausherr.
    Er ist erst am Vortag von einer langen Studienreise aus China zurückgekehrt und ordnet gerade seine Sammlung von chinesischen Schriften.
    Gegen elf Uhr erhebt er sich. Er läutet nach der Köchin. Sie soll ihm seine warme Milch ans Bett stellen.
    Dann macht er noch einen kleinen Rundgang, sieht überall nach dem Rechten, löscht das Licht und geht zu Bett. Er trinkt seine Milch, und als er sich wohlig unter seiner Bettdecke rekelt, murmelt er: „Wie schön ist es, wieder zu Hause zu sein!“
    Der Graf ahnt nicht, dass der tiefe Schlaf, in den er nun fällt, einem Schlafpulver zu verdanken ist, das ein geheimnisvoller Eindringling kurz zuvor ins Glas geschüttet hat.
    Dieser tritt nun hinter dem Vorhang hervor, wirft einen zufriedenen Blick auf den Grafen, der regelmäßig atmet, und macht sich dann an die Arbeit.

    Die Beute fällt reichlicher aus, als er erhofft hat. Vor Freude macht der Dieb einen übermütigen Sprung, als er die Bibliothek verlässt. Dabei stößt er gegen eine alte chinesische Vase. Sie zerbricht in tausend Scherben.
    Der Mann flucht. Aber er reagiert schnell. Er greift nach einem Tischtuch, wirft es über den Kopf, und als die, wie er weiß, abergläubische Köchin unten an der Treppe auftaucht, mimt er perfekt ein heulendes Gespenst.
    Die Köchin lässt sich ins Bockshorn jagen. Sie rennt
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