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Darth Bane 02 - Die Regel der Zwei

Darth Bane 02 - Die Regel der Zwei

Titel: Darth Bane 02 - Die Regel der Zwei
Autoren: Drew Karpyshyn
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PROLOG

    Halb betäubt von Trauer und Entsetzen stolperte Darovit an den Leichen vorbei, die überall auf dem Schlachtfeld lagen. Er erkannte viele der Toten: Einige waren Diener der Hellen Seite gewesen, Verbündete der Jedi, andere Anhänger der Dunklen Seite, Diener der Sith. Und selbst in seinem angeschlagenen Zustand fragte Darovit sich unwillkürlich, zu welcher Seite er denn nun gehörte.
    Vor ein paar Monaten hatten ihn alle noch bei seinem Kindernamen genannt: Tomcat. Damals war er nichts weiter gewesen als ein dünner dunkelhaariger Dreizehnjähriger, der mit seiner Kusine Rain und seinem Vetter Bug auf dem kleinen Planeten Somov Rit gewohnt hatte. Sie hatten hin und wieder Gerüchte über den nicht enden wollenden Krieg zwischen den Jedi und den Sith gehört, aber nie geglaubt, dass diese Auseinandersetzung einmal ihre stillen, durchschnittlichen Leben berühren würde - bis der Jedi-Scout zu Root, ihrem adoptierten Vormund, gekommen war.
    General Hoth, Anführer der Jedi-Armee des Lichts, suchte verzweifelt nach weiteren Jedi, hatte der Scout erklärt. Das Schicksal der gesamten Galaxis hing in der Schwebe. Und die Kinder in Roots Obhut hatten gewisse Fähigkeiten in der Macht an den Tag gelegt.
    Zuerst hatte Root sich geweigert. Er hatte behauptet, seine Schutzbefohlenen seien zu jung, um in den Krieg zu ziehen.
    Aber der Scout hatte nicht nachgegeben. Am Ende hatte Root erkannt, dass vielleicht die Sith kommen und die Kinder mit Gewalt mitnehmen würden, wenn sie jetzt nicht zu den Jedi gingen, und er hatte nachgegeben. Darovit und seine Verwandten hatten Somov Rit mit dem Jedi-Scout verlassen und sich auf den Weg nach Ruusan gemacht. Zu diesem Zeitpunkt hatten die Kinder das für den Beginn eines wunderbaren Abenteuers gehalten. Inzwischen wusste Darovit es besser.
    Zu viel war geschehen, seit sie auf Ruusan eingetroffen waren. Alles hatte sich verändert. Und der junge Mann - denn er hatte in den vergangenen Wochen zu viel mitgemacht, um noch als Junge bezeichnet zu werden - verstand es einfach nicht.
    Er war voller Hoffnung und Ehrgeiz nach Ruusan gekommen und hatte von dem Ruhm geträumt, den er erlangen würde, wenn er General Hoth und der Armee des Lichts half, die Sith zu besiegen, die Lord Kaans Bruderschaft der Dunkelheit dienten. Aber auf Ruusan war kein Ruhm zu erlangen, jedenfalls nicht für ihn. Und nicht für seine Verwandten.
    Rain war umgekommen, bevor ihr Schiff auch nur auf Ruusan gelandet war. Eine Staffel von Sith-Buzzards hatte im Hinterhalt gelegen und sie überfallen, sobald sie durch die Atmosphäre kamen. Bei diesem Angriff hatten sie den Schwanz ihres Schiffs abgeschossen. Darovit hatte voller Entsetzen miterleben müssen, wie Rain von der Explosion buchstäblich aus seinen Armen gerissen wurde, um Hunderte von Metern tief in einen Tod zu fallen, den er nicht einmal hatte sehen können.
    Sein Vetter Bug war gerade erst ein paar Minuten zuvor gestorben, ein Opfer der Gedankenbombe, sein Geist verschlungen von der schrecklichen Macht von Lord Kaans letzter selbstmörderischer Waffe. Jetzt gab es ihn nicht mehr. Wie es auch all die anderen Jedi und alle Sith nicht mehr gab. Die Gedankenbombe hatte jedes Lebewesen zerstört, das stark genug war, um sich der Macht zu bedienen. Alle außer Darovit. Und das konnte er nicht verstehen.
    Tatsächlich verstand er überhaupt nicht, was auf Ruusan geschah. Nein. Als er eingetroffen war, hatte er erwartet, die legendäre Armee des Lichts zu sehen, von der er in Geschichten und Gedichten gehört hatte: heldenhafte Jedi, die die Galaxis gegen die Dunkle Seite der Macht verteidigten. Stattdessen hatte er Männer und Frauen unterschiedlicher Spezies vorgefunden, die wie einfache Soldaten im Schlamm und Blut des Schlachtfelds kämpften und starben.
    Er fühlte sich betrogen. Verraten. Alles, was er über die Jedi gehört hatte, war eine Lüge gewesen. Sie waren keine strahlenden Helden; ihre Kleidung war schmierig und schmutzig, ihr Lager stank nach Schweiß und Angst. Und sie verloren! Die Jedi, denen Darovit auf Ruusan begegnet war, waren besiegt und erschöpft von einer schier endlosen Reihe von Kämpfen gegen Lord Kaans Sith, aber sie weigerten sich störrisch, sich zu ergeben, selbst als klar wurde, dass sie nicht siegen konnten. Und sogar die Macht konnte sie nicht mehr zu den strahlenden Helden seiner naiven Fantasie machen.
    Etwas am Rand des Schlachtfelds bewegte sich. Darovit blinzelte gegen die Sonne an und sah ein halbes Dutzend

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