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Aus heiterem Himmel: Ein Südstaaten-Krimi von TrueBlood-Autorin Charlaine Harris (Aurora Teagarden) (German Edition)

Aus heiterem Himmel: Ein Südstaaten-Krimi von TrueBlood-Autorin Charlaine Harris (Aurora Teagarden) (German Edition)

Titel: Aus heiterem Himmel: Ein Südstaaten-Krimi von TrueBlood-Autorin Charlaine Harris (Aurora Teagarden) (German Edition)
Autoren: Charlaine Harris
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hatte, ihn verbinde eine „tiefe Beziehung“ mit mir. Bei dieser Unterhaltung war er auch über Martin hergezogen, wobei er ähnliche Kritikpunkte aufgezählt hatte wie die, die er Martin selbst an den Kopf geworfen hatte: Martin sei als Ehemann praktisch nie vorhanden und ließe es zu, dass man mich beschimpfte.
    Was Pauls Beziehungsfantasien betraf, so war Lynn, um es mal milde zu formulieren, höchst skeptisch gewesen. Sie hatte ihm die Geschichte nicht abgenommen. Sie kannte mich gut genug, um zu wissen, dass diese Fantasien eben Fantasien waren und auf keinen Fall mehr.
    Was noch lange nicht hieß, dass Lynn glücklich darüber war, gegen einen Polizeikollegen aussagen zu müssen. In der ganzen Polizeitruppe war niemand glücklich, als sich herumsprach, einer von ihnen hätte einen Kollegen und eine Zivilistin ermordet sowie einen weiteren Kollegen und einen Zivilisten angegriffen.
    Paul hatte sich ziemlich schnell wieder in ein rational agierendes Wesen verwandelt. Er leugnete alles bis auf die Tatsache, dass er heftigst in mich verknallt war, was schließlich jedem mal passieren konnte. Seiner Aussage nach hatten Martin und ich ihn ohne jeglichen Grund angegriffen. Ich hätte einige Dinge missverstanden, die er zu mir gesagt hatte, und Martin hätte ihm die Pistole aus dem Halfter gerissen, um ihn damit niederzuschlagen.
    Egal, wie gern seine Kollegen ihm geglaubt hätten: Die solideste Verteidigung war das nicht gerade. Dann waren da noch die Blutflecken zwischen seinen Autositzen. Das Blut stimmte mit dem von Arthur überein, und auch am Messergriff ließ sich noch ein solcher Fleck entdecken, der nicht von Pauls eigenem Blut überdeckt wurde. Schließlich meldete sich auch noch Jenny Tankersley bei Lynn. Sie sagte aus, sie habe Paul in einem ihrer kleinen Flugzeuge ziemlich waghalsige Kippmanöver veranstalten sehen. Dabei war ihr etwas Seltsames aufgefallen: Paul hatte die Tür auf der Passagierseite im Flug geöffnet und dann das Flugzeug so zur Seite kippen lassen, dass die Tür wieder zuflog.

    „Ich wusste, dass jemand hinter dir her war“, sagte Angel an dem Tag, an dem Paul endlich den Mord an Jack gestanden hatte.
    „Ach ja?“, sagte ich.
    „Du dachtest, ich wäre diejenige welche, aber ich wusste, dass du es bist. Du hast nur nicht richtig hingesehen.“
    „Du scheinst mir eher das geeignetere Objekt einer Obsession“, bemerkte ich steif.
    „Es ist nicht deine Schuld.“ Angel schirmte ihre Augen gegen die Sonne ab. Wir lagen in unseren Badeanzügen auf dem Sonnendeck, jede mit einem kühlen Getränk in der Hand. Ich bemühte mich verzweifelt, meine Laune dem wunderschönen Tag anzupassen und mich so leichtherzig zu fühlen, wie das Wetter es nahe legte. Keine Wolke war am Himmel zu sehen, und ich glänzte vor Öl, als sollte ich gleich auf den Grill. Ich hatte schon jahrelang nicht mehr versucht, braun zu werden, hatte die Sonne gemieden wie die Pest. Aber jetzt lag ich hier, weil ich versuchen wollte, mein Leben ein wenig heller zu gestalten.
    Angel lag auf dem Rücken, und ich warf einen verstohlenen Blick auf ihren Bauch. Er war deutlich gewölbt. „Das hier ist nicht meine Schuld“, sagte sie.
    Ich schloss die Augen und spürte, wie ich rot anlief.
    „Du musst das auf die Reihe kriegen, Roe, sonst drehst du noch durch. Schwangere Frauen laufen praktisch überall rum.“
    Ich nickte und hoffte, dass Angel das mitbekam.
    „Wenn das Baby kommt, müssen Shelby und ich uns eine andere Wohnung suchen“, fuhr sie fort. „Das ist dir doch klar, oder?“
    „Ich hatte es mir schon gedacht“, antwortete ich leise, als ich mich auf den Bauch drehte und das Gesicht in den Armen barg.
    „Eigentlich vorher schon. Meine Mom sagt, wenn es erstmal da ist, bin ich für einen Umzug viel zu beschäftigt.“
    „Dann habt ihr euch schon Häuser angesehen?“
    „Nein. Ich möchte, dass du mitkommst.“
    Überrascht stützte ich mich auf die Ellbogen, um sie anzusehen.
    „Shelby hat das hier für uns gefunden, unser nächstes Haus möchte ich finden“, erklärte sie, als sei das die selbstverständlichste Sache der Welt, und alle Paare würden es so handhaben. „Aber ich habe noch nie ein Haus gekauft. Ich weiß nicht, wonach ich Ausschau halten muss, ich weiß nicht, was ich alles fragen muss. Du weißt das. Kommst du mit mir auf Haussuche?“
    „Sicher doch“, sagte ich, froh, eine Sonnenbrille zu tragen.
    Eigentlich könnte ich gleich meine Mutter anrufen, sie würde sich umgehend auf die

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