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Aus heiterem Himmel: Ein Südstaaten-Krimi von TrueBlood-Autorin Charlaine Harris (Aurora Teagarden) (German Edition)

Aus heiterem Himmel: Ein Südstaaten-Krimi von TrueBlood-Autorin Charlaine Harris (Aurora Teagarden) (German Edition)

Titel: Aus heiterem Himmel: Ein Südstaaten-Krimi von TrueBlood-Autorin Charlaine Harris (Aurora Teagarden) (German Edition)
Autoren: Charlaine Harris
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Kapitel 1
    Meine Leibwächterin mähte gerade in ihrem rosa Bikini den Rasen, als der Mann vom Himmel fiel. Ich war damit beschäftigt, die Rückenlehne der aufklappbaren Sonnenliege einzustellen, die ich mit einiger Mühe auf der Terrasse aufgebaut hatte.
    Ich hatte eine gewisse Vorwarnung erhalten, hatte ich das Summen des Flugzeugmotors doch schon ein paar Sekunden im Ohr gehabt, während ich mich abmühte, die verflixte Lehne irgendwo zwischen platt und streng aufrecht festzustellen. Aber Angel hatte sich einen von diesen winzigen Kassettenrekordern um den Bauch gehängt und trug Kopfhörer. Der Plastikgürtel sah in Kombination mit dem Bikini recht seltsam aus. Dazu brummte noch der Rasenmäher. Sie hatte vom ungewöhnlich dauerhaften Lärm in der Luft gar nichts mitbekommen können.
    Leicht verärgert bemerkte ich, dass der Pilot ziemlich dicht über unserem Grundstück kreiste. Wahrscheinlich hatte er Angel entdeckt und wollte sein Glück jetzt auskosten. Derweil schmolz das Eis in meinem Kaffee, mein Buch lag ungelesen auf dem kleinen Gartentisch, und ich rang immer noch mit dem dämlichen Stuhl. Endlich war es mir gelungen, die Rückenlehne in einer einigermaßen lesefreundlichen Position einrasten zu lassen. Ich sah gerade noch rechtzeitig auf, um etwas Großes aus dem Flugzeug fallen zu sehen. Etwas, das ganz grässlich trudelte, Hals über Kopf.
    Mein Bauchgefühl erkannte das drohende Unheil Sekunden vor dem zivilisierteren Teil meines Wesens, der lediglich ein verblüfftes ‚Hä? ‘ zustande brachte. Gott sei Dank gehorchte mein Körper dem Bauchgefühl. Schnell wie der Blitz schoss ich von der Terrasse und einmal quer durch den Garten, um Angel in ihrer vollen Größe von ein Meter achtzig vom Rasenmäher weg und in den Schutz einer Eiche zu schubsen. Wenige Sekunden später hörten wir einen widerlich dumpfen Aufprall.
    In der darauffolgenden Stille summte das Flugzeug davon.
    „Was zur Höllewar das denn?“ Angel waren die Kopfhörer vom Kopf gerutscht, den Aufprall hatte sie also hören können. Ich lag halb auf ihr, was ausgesehen haben muss, als versuche hier ein Chihuahua, mit einer dänischen Dogge zu spielen. Vorsichtig hob ich den Kopf, um mich umzuschauen, obwohl ich mich insgeheim vor dem Anblick fürchtete.
    Glücklicherweise war der Mann mit dem Gesicht nach unten gelandet.
    Trotzdem hätte ich mich um ein Haar auf den frisch gemähten Rasen übergeben. Bei Angel konnte von ‚fast ‘ leider keine Rede sein.
    „Ich weiß wirklich nicht, warum du mich unbedingt umwerfen musstest“, sagte sie, als ihr Magen leer war. Ihre Stimme klang ganz anders als sonst, als sei ihr mit einem Schlag der wunderbar träge Südfloridaakzent vergangen. „Der Typ hätte mich doch um mindestens zwanzig Zentimeter verfehlt.“
    Langsam und vorsichtig rappelten wir uns wieder auf.
    „Ich wollte keinen neuen Rasenmäher kaufen müssen“, sagte ich mit zusammengebissenen Zähnen. Irgendwo in einem Hinterstübchen meines Hirns war jemand froh darüber, dass unser Rasenmäher zu denen gehörte, die stehenblieben, wenn man den Griff losließ.
    Angel lag richtig mit ihrer Einschätzung. Wenn man nach Kleidung und Frisur des Gelandeten gehen durfte, handelte es sich hier um einen Mann. Um einen Mann, der es für richtig hielt, ein lila-weiß kariertes Hemd mit einer braunen Hose zu kombinieren. Inzwischen konnte ihm das allerdings egal sein, denn die Modepolizei würde ihn jetzt sicher nicht mehr zur Rede stellen. Auf den ersten Blick war auf dem Hemd nur wenig Blut zu entdecken. Der Mann war so gelandet, dass er alle Viere von sich streckte, ein Bein war auf sehr unlebendige Weise angewinkelt. Sein Hals wirkte ähnlich verdreht. Hastig wandte ich den Blick ab, um tief und ruhig durchzuatmen.
    „Der liegt bestimmt fünf Zentimeter tief im Boden“, bemerkte Angel mit immer noch leicht zittriger Stimme.
    Sie schien sich heute nur noch mit Messwerten befassen zu wollen.
    Völlig gelähmt von der Plötzlichkeit und Größe des Desasters standen wir unter der Eiche und starrten den Toten an, der dort vor uns in der Sonne lag. Keine von uns mochte näher herangehen. Da war dieser Fleck, der sich durch das Gras hindurch in der Umgebung des Kopfes mehr und mehr ausbreitete.
    „Natürlich sind die Jungs ausgerechnet heute nicht hier“, verkündete ich missbilligend, ohne dass mich jemand darum gebeten hätte. „Die sind doch nie da, wenn man sie braucht!“ Angel musterte mich mit leicht geöffnetem Mund, ehe sie

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