Bücher online kostenlos Kostenlos Online Lesen
1523 - Die Horror-Maschine

1523 - Die Horror-Maschine

Titel: 1523 - Die Horror-Maschine
Autoren: Jason Dark
Ads
Gestalt eine Verbindung gab, und das fand er toll. Er hatte nie einen Freund gehabt, er war auch zu wählerisch und einzelgängerisch gewesen, aber in diesem Fall fühlte er so etwas wie Freundschaft der Schattengestalt gegenüber. Er war sogar in der Lage, mit ihr zu sprechen, ohne dass die große Furcht über ihn kam.
    »Wer bist du?«
    »Kannst du dir das nicht denken?«
    »Nein.«
    »Aber du hast mich doch getauft. Du hast mir den richtigen Namen gegeben.«
    »Wieso habe ich…«
    »Denk nach.«
    Das tat Bernie und er schaute dabei auf die schattenhafte Person, die sich nicht näher heranzutrauen schien, ihn aber nicht aus ihrem Blick ließ.
    »Bist du - bist du…?«
    »Ja, sprich es aus.«
    Der Junge schüttelte den Kopf. »Nein, das kann ich nicht. Das ist unmöglich!«
    »Sag den Namen!«
    »Monty? Bist du Monty?«
    Ein leises Lachen war die Antwort. Es irritierte den Jungen, und er tat nichts. Wenig später erhielt er die Antwort, und sie war zugleich eine Bestätigung.
    »Ja, ich bin Monty. Du wirst lachen, aber der Name gefällt mir sogar. Er ist außergewöhnlich.«
    »Das - das weiß ich.« Bernie Parker hatte die Antwort stotternd gegeben. Er war noch immer wie vor den Kopf geschlagen.
    Der unheimliche Besucher sprach weiter. »Aber ich bin noch mehr, viel mehr, Bernie.«
    He, er kennt meinen Namen!
    Bernie schrak zusammen. Dann fing er an zu zittern, aber er traute sich nicht, die steife Haltung aufzugeben. Er blieb einfach hocken.
    »Und wer bist du?«, flüsterte er nach einer Weile.
    »Ach, das müsstest du doch wissen. Hast du mich denn nicht gesehen? Ganz zum Schluss, erinnere dich. Das letzte Bild auf deinem Spiel. War da nicht ein Gesicht?«
    Bernie brauchte nicht lange zu überlegen.
    »Ja, das schon«, gab er zu. »Genau da habe ich ein Bild gesehen. Das war ein Kopf, glaube ich. Eine - eine Fratze.«
    »Richtig, eine Fratze. So sagt ihr Menschen dazu.« Die Stimme wurde plötzlich schrill und kichernd. »Kannst du dich noch daran erinnern, wie sie ausgesehen hat?«
    »Nein, nicht mehr genau. Ich sehe nur die Farben. Rot und auch schwarz, glaube ich.«
    »Das stimmt sogar, mein Freund. Und jede Farbe hat ihre Bedeutung. Rot ist das Feuer, schwarz ist der Tod. Und beides zusammen bilden etwas ganz Besonderes.«
    Bernie traute sich jetzt mehr und fragte: »Was denn?«
    »Die Hölle, mein Junge. Ja, die Hölle. Die Farben gehören zusammen. Sie markieren die Hölle. Und du weißt sicherlich, wer darin wohnt?«
    »Der Teufel!«
    »Ja, er.«
    Obwohl der Junge geschockt war, fragte er weiter: »Dann - dann bist du der Teufel?«
    »Ja, das bin ich.«
    Bernie Parker stockte der Atem. Er sah noch immer die dunkle, recht schemenhafte Gestalt vor sich. Die Stimme schien dabei aus dem dunklen Zimmer zu dringen, wobei sie nicht auf einen Punkt fixiert war, sondern von überall her die Ohren des Jungen zu erreichen schien.
    Der Teufel? Tatsächlich der Teufel?
    Sah er nicht anders aus?
    Er glaubte, sich gut daran erinnern zu können.
    Den Teufel hatte er bisher stets in einem anderen Outfit oder in einem anderen Aussehen erlebt, denn auch in seinen Spielen kam er oft genug vor. Manchmal sogar als Riesendrache mit Glutaugen.
    Doch jetzt…
    Er dachte über ihn nach, und das merkte der Eindringling. Er schien in den Kopf des Jungen schauen zu können und stellte die entsprechenden Fragen.
    »Na? Du willst etwas von mir wissen? Oder über mich? Zweifelst du daran, dass ich der Teufel bin?«
    »Das weiß ich nicht«, flüsterte Bernie.
    »Was weißt du nicht?«
    »Ob du es bist. Ich habe dich immer anders gesehen. Auch als riesengroßen Drachen. Oder mal als eine Schlange. Ja, genau, als Schlange.«
    Die Gestalt lachte. Die rote und schwarze Farbe im Gesicht bewegte sich dabei.
    »Ja, du bist ein Produkt deiner Umwelt. Die meisten Menschen denken, der Teufel würde sich wie ein Bock zeigen, mit einem dreieckigen Gesicht versehen. Aber das ist ein Irrtum, mein Freund. Ein sehr großer sogar. Der Teufel ist ebenso flexibel wie sein Umfeld, die Hölle. Ich kann überall sein. Ich kann mich verkleiden, ich kann vielerlei Gestalten annehmen. Mal merken es die Menschen und mal nicht. Der Teufel kann sogar im Detail stecken.« Die dunkle Gestalt lachte über die Bemerkung.
    Der Junge hatte sie nicht verstanden.
    Aber Bernie dachte an die Fratze, die er auf dem Schirm als Letztes gesehen hatte. Das war so etwas wie ein Abschiedsgruß gewesen oder ein Hinweis auf die Zukunft.
    Urplötzlich änderte sich etwas. Die Farbe

Weitere Kostenlose Bücher

Verzaubert!
Verzaubert! von Nancy Madore