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084 - Stoßtrupp ins Niemandsland

084 - Stoßtrupp ins Niemandsland

Titel: 084 - Stoßtrupp ins Niemandsland
Autoren: Michael J. Parrish
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meinen Augapfel«, versprach er, ungeachtet der Tatsache, dass er streng genommen keine Augäpfel mehr besaß, sondern kybernetische Implantate, deren Fähigkeiten die eines menschlichen Auges weit übertrafen.
    »Ich weiß«, sagte Matt nur. »Und ich wünsche euch viel Glück.«
    Dave McKenzie war vom ARET herunter gestiegen und reichte dem Cyborg die Hand. »Auch von mir viel Glück. Honeybutt, Pieroo - wir sehen uns in London.« Er nickte den anderen beiden zu.
    Aiko antwortete mit einem verwegenem Grinsen, dann stieg er zu den anderen in das Dingi. Die Kuppel der Fahrgastzelle schloss sich mit leisem Summen.
    In einer Wolke von Staub, die seine Räder aufwirbelten, schoss das Dingi davon.
    Noch einen Augenblick blieb Matthew Drax stehen und blickte dem Gefährt hinterher, das schon nach wenigen Augenblicken zwischen den sanften Grashügeln der Taiga verschwunden war.
    »Was empfindest du?«, fragte Aruula, die neben ihm stand.
    »Ich mache mir Sorgen«, antwortete Matt.
    »Mehr noch«, sagte die Barbarin. »Ich habe Angst.«
    »Angst?« Matt hob die Brauen - Angst passte zu Aruula ungefähr so wie gutes Benehmen zu einer Taratze.
    »Nicht um mich selbst«, versicherte Aruula schnell. »Ich habe Angst um Aiko, Pieroo und Honeybutt.«
    »Weshalb?«
    »Ich kann es nicht genau bestimmen«, sagte die Barbarin leise. »Irgend etwas ist dort draußen…«
    ***
    Das Dingi kam gut voran.
    Anders als der ARET, der trotz seiner leichten Verbundpanzerung noch immer Tonnen von Stahl zu bewegen hatte, besaß das Dingi kaum nennenswertes Eigengewicht. Das Profil seiner großen Plastiflexreifen griff kraftvoll in den Boden und ließ das kleine Fahrzeug fast doppelt so schnell vorankommen wie seinen großen Bruder.
    Die Nacht verbrachten Aiko und seine Begleiter in einer von Wind geschützten Senke, in der sie das Dingi abstellten und biwakierten. Ein Feuer zu entfachen wagten sie nicht - unter Umständen konnte es Kilometer weit gesehen werden, und eine Horde von Mutanten-Spähern auf sich aufmerksam zu machen war so ziemlich das Letzte, was Aiko, Honeybutt und Pieroo wollten.
    Am nächsten Tag brachen sie bei Sonnenaufgang auf und setzten ihren Weg fort.
    Über eine weite Ebene, die von karggelben Grasbüscheln bewachsen war, steuerte Aiko das Dingi immer weiter nach Westen. Das Land wurde feucht und morastig und wies zahlreiche Sumpflöcher auf. Das Dingi hatte keine Probleme, auch hier rasch voran zu kommen - der schwere ARET jedoch würde hier Probleme bekommen, vielleicht sogar einen Umweg fahren müssen.
    Gegen Mittag erreichten sie eine sanfte Hügelkette, wo Aiko das Dingi in eine Senke steuerte und anhielt.
    »Was ist los?«, erkundigte sich Honeybutt.
    »Pinkelpause«, erklärte Aiko verlegen. »Jungs nach links, Mädels nach rechts.«
    »Von mir aus«, meinte Honeybutt grinsend. »Wenn die Herren ihrem Drang unbedingt nachgeben müssen.«
    »Komm schon - du hast doch nur darauf gewartet, dass ich anhalte.«
    »Hab ich nicht.«
    »Doch, hast du.«
    »Nein, verdammt.«
    »Hey«, ließ sich Pieroo vernehmen. »Ich pisse mir fast inne Hosen. Also lasst mich raus.«
    »Na schön«, lenkte auch Honeybutt ein, während Aiko das Kuppeldach öffnete. »Sich die Füße zu vertreten kann nicht schaden.«
    Sie sprang aus dem Wagen und verschwand ein Stück vom Dingi entfernt hinter einem Busch. Gerade als sie sich am Gürtel ihres Overalls zu schaffen machen wollte, drang ein Schnauben an ihr Ohr.
    »Hey«, sagte sie und wandte sich empört um, »kann mal nicht mal in Ruhe…?«
    Die letzten Worte blieben ihr im Hals stecken.
    Vor ihr stand weder Aiko noch Pieroo - sondern etwas, das sie noch nie zuvor gesehen hatte.
    Und es war riesig.
    Seine voluminöse, vo n zottig braunem Fell behangene Brustpartie ruhte auf Beinen, die dick wie Pfeiler waren und gekrümmte, gefährlich aussehende Krallen besaßen. Sein Rücken hingegen war schlank, ebenso wie die nach hinten ausgestellten Hinterbeine.
    Am schrecklichsten jedoch war der Kopf der Kreatur anzusehen - ein klobiges Gebilde, aus dem zwei kleine Augen und ein riesiges Maul voller mörderischer Zähne starrten.
    »Großer Gott…«, ächzte Honeybutt, während sie unwillkürlich zurückwich.
    Die wuchtige Kreatur, die an die zwei Meter groß sein mochte und ihr wie eine bizarre Mischung aus Bär und Raubkatze erschien, stand nur da und taxierte sie. Sie konnte sehen, wie sich unter seinem Fall kraftvoll Muskeln und Sehnen strafften.
    Das Ding machte sich bereit zum

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