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0629 - Attacke der Werwölfe

0629 - Attacke der Werwölfe

Titel: 0629 - Attacke der Werwölfe
Autoren: Werner Kurt Giesa
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Grissom duckte sich und wich dem Fausthieb aus. Dabei verriß er das Lenkrad. Das Wohnwagengespann kam ins Schlingern und stieß einen Mülleimer um, der auf die Straße rollte, seinen Inhalt verstreute. Der Werwolf auf der Motorhaube rutschte ab und landete auf der Straße im Unrat.
    Aber es kamen immer mehr dieser unglaublichen Monstren. Halb Mensch, halb Tier, stürmten sie heran, mit aufgerissenem Hachen und gespreizten Krallen, die Körper von Fell bedeckt. Einige trugen noch Fetzen ehemaliger Kleidung. Blutdurst sah Antony Grissom in jedem von ihnen.
    Er gab Gas.
    Das war ein Fehler. Der Wohnwagen schlingerte stärker. Ein Bremsmanöver hätte ihn wieder stabilisiert, aber das riskierte Grissom nicht. Er wollte nur raus aus der Gefahr!
    Der Wohnwagen tanzte jetzt heftig. Er kippte von einem Rad aufs andere und schaukelte auch den Zugwagen auf. Der alte Ro 80 wurde durchgeschüttelt und hin und her geworfen.
    Neben dem Wagen tauchten rechts und links weitere Werwölfe aus der Dunkelheit auf. Einer rüttelte an der rechten Tür, gab es aber auf, als er feststellte, daß der Fahrer links saß - auf der ›falschen‹ Seite. Dafür riß ein anderer die Fahrertür auf und packte nach Grissom, um ihn aus dem Wagen zu reißen. Doch das funktionierte nicht; Grissom war angegurtet und hieb den Werwolf mit der Faust zurück. Der Werwolf schnappte zu; Grissom schrie, als die Zähne sich in seinen Unterarm bohrten. Ein Fetzen Fleisch blieb zurück, dann schoß Blut aus der Wunde.
    Grissom trat das Gaspedal mit schmerzverzerrtem Gesicht noch tiefer durch. Der Ro 80 legte sich schräg. Dann sprang der Wohnwagen von der Anhängerkupplung; das Stromkabel riß ab. Der Wohnanhänger kreiselte herum, kippte, begrub eines der Ungeheuer unter sich und rutschte, sich drehend, über die Bordsteinkante hinweg bis gegen eine Hauswand. Metall und Holz krachten und kreischten, und ein schauerliches Heulen hallte durch die Straße, übertönte den Lärm.
    Der Ro 80 knallte auf die Räder zurück. Die drehten kurz durch, dann schoß der Wagen davon. Der Fahrtwind ließ die Fahrertür zuknallen, biß durch die zerstörte Frontscheibe in Grissoms Gesicht.
    Er spürte es kaum. Er umklammerte das Lenkrad, benutzte die Mitte der schmalen Straße und gab weiter Gas. Hätte er einen Blick in den Rückspiegel geworfen, hätte er die Gestalten sehen können, die ihm hinterher jagten, die ihr schon sicher gewähntes Opfer nicht entkommen lassen wollten.
    Kein anderes Fahrzeug war um diese Nachtstunde hier unterwegs.
    Hinter den Fenstern der Häuser brannte kein Licht.
    Plötzlich war da ein Hindernis. Ein Kleinlaster parkte am Straßenrand, ragte weit in die Fahrbahn hinein. Grissom sah ihn im buchstäblich allerletzten Moment, konnte gerade noch ausweichen. Die rechte Spiegelverlängerung, die er montiert hatte, um am breiten Wohnanhänger vorbei sehen zu können, wurde abgerissen.
    Dann… eine Querstraße.
    Grissom bog einfach ein. Er hoffte, daß kein Querverkehr unterwegs war, und hatte Glück. Schleudernd jagte der Ro 80 in die andere Straße; Grissom brauchte auch die Gegenfahrbahn, um ihn bei diesem Tempo lenkradkurbelnd abzufangen. Nach gut hundert Metern hatte er den Wagen wieder im Griff.
    Er sah in den Rückspiegel.
    Von den schattenhaften Gestalten, diesen haarigen Bestien in menschenähnlicher Gestalt, war nichts mehr zu sehen.
    Dafür blitzte Blaulicht auf.
    Scheinwerfer blinkten.
    Ein Polizeiwagen näherte sich ihm. Erleichtert aufatmend lenkte Grissom den Wagen an den Straßenrand und schaltete den Motor aus.
    Was konnte ihm jetzt noch passieren?
    ***
    Der Streifenwagen stoppte hinter Grissoms ramponiertem Ro 80. Die beiden Insassen stiegen aus und kamen heran, sahen schon die Beschädigungen des Wagens.
    »Sie haben es wohl sehr eilig gehabt, Sir«, sagte einer der beiden. »Würden Sie bitte aussteigen? Ihren Führerschein und die Fahrzeugpapiere bitte.«
    »Selbstverständlich«, sagte Grissom. »Ich bin froh, Sie zu sehen. Ich bin überfallen worden.«
    »Überfallen?« fragte der Polizist. »Soso. Von wem, und wo?«
    Grissom deutete auf die zerstörte Scheibe. »Sehen Sie das nicht? Er hat sie eingeschlagen, ehe er wieder von der Motorhaube abrutschte. Cosima wird mir den Kopf abreißen…«
    »Wer ist er?« Der Polizist streckte dabei die Hand aus; er wartete auf die Papiere. Daß Grissoms Arm verletzt war, ignorierte er völlig.
    Der andere war einmal um den Wagen herumgeschlendert. »Die Kennzeichen sehen spanisch aus. Schon

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