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0415 - Er starb auf einer heißen Fährte

0415 - Er starb auf einer heißen Fährte

Titel: 0415 - Er starb auf einer heißen Fährte
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Sam Motter schlenkerte den Hut zu Boden, dass die Wassertropfen auf den abgetretenen Teppich spritzten. Der Detektiv schnallte das Schulterhalfter ab und warf es samt der 32er Webley darin auf den Schreibtisch.
    Während er die eingegangene Post überflog, öffnete sich die Tür zum Nebenzimmer. Ein Mann schob sich durch den Spalt, huschte zum Schreibtisch und riss die Waffe an sich.
    »Stopp, Motter!«
    Der Privatdetektiv wirbelte herum. Mit einem schnellen Blick erfasste er die Situation. Langsam reckte er die Arme in Schulterhöhe.
    »Ach, Sie sind’s!« Sams Ton wirkte ruhig, nicht sehr überrascht. »Hätte ich mir eigentlich denken können. Was soll die Vorstellung?« Sam trat einen Schritt auf den ungebetenen Besucher zu.
    »Bleiben Sie, wo Sie sind!«
    Motter stockte. Er schätzte den Wert der Waffe in der Hand des anderen ab. Als er das Glitzern in den Augen seines Gegners sah, zögerte er.
    »Was wollen Sie eigentlich von mir?«
    »Sie wissen, wer die Brände gelegt hat!«
    »Stimmt«, sagte Motter und sah die andere Straßenseite hinüber, wo eine Angestellte des Versicherungskonzerns sich lachend aus dem Fenster lehnte. Den Mann mit der Webley konnte sie sicher nicht erkennen. »Und weil ich das weiß, sind Sie hier!«
    Der Mann mit der Pistole lächelte.
    »Aber außer Ihnen weiß es niemand!« Die Stimme triumphierte. Sam registrierte den Klang. In seinem Nacken wurde es heiß. Er setzte einen Fuß vor.
    »Vorsicht!« Die schneidende Stimme stoppte ihn wieder. Doch der Detektiv kannte seinen Gegner. Er wusste, er hatte nicht mehr viel Zeit.
    »Setzen Sie sich hinter den Schreibtisch!«
    Sam gehorchte. In einem Fach lag eine Luger, geladen. Das war eine reelle Chance. Der Mann ging auf ihn zu. Das Problem war nur, die Waffe aus der Lade zu bekommen.
    »Haben Sie eigentlich dieses Gutachten schon gesehen?«, fragte Sam und zog ein Fach auf. Er hielt ein Blatt Papier in der Hand, als er sie wieder hervorzog.
    »Noch eine solche Dummheit, und Sie sind ein toter Mann!«, warnte die Stimme. »Lassen Sie ihre Hände auf der Tischplatte, und vermeiden Sie jede unbedachte Bewegung!«
    Der Detektiv warf das Blatt in das Fach zurück und behielt die Hand einen Augenblick zu lange unten.
    In diesem Augenblick wechselte die Webley in der Hand des Besuchers von der linken in die rechte. Ein schneller Griff, und er hielt ein Dolchmesser in der Faust. Er stach sofort zu.
    Sam Motters.Oberkörper fiel mit einem dumpfen Laut auf die Schreibtischplatte.
    Der Mann warf einen hastigen Blick zur Tür. Er bemerkte das Papier, das der Detektiv mit seinen Fingern umkrallt hatte, als ihn der Stoß traf. Es war das Gutachten, von dem Motter vorhin gesprochen hatte. Der Besucher riss das Blatt aus der Hand des Toten und stopfte es eilig in die Tasche.
    Minutenlang lauerte er an der Tür. Endlich schien es ihm draußen ruhig genug.
    Er schlüpfte hinaus und zog gelassen die Tür hinter sich zu.
    ***
    »Keinerlei Hinweise«, sagte Lieutenant Beekman achselzuckend. Der rothaarige Ire führte die Mordkommission III. »Ich habe Sie benachrichtigen lassen, weil Motter früher einmal für- die CIA gearbeitet hat.« Er blickte hinüber zu dem Bild an der Wand, das in einem rohen Holzrahmen steckte. »Danach hat er sich selbstständig gemacht. Die Geschäfte scheinen nicht gerade schlecht gegangen zu sein. Jedenfalls konnte er sich eine Sekretärin leisten.«
    Ich betrachtete das Foto.
    »Wir haben einen abgerissenen Zettel in seiner Hand gefunden«, fuhr der Lieutenant fort. »Er wurde anscheinend von einem größeren Stück abgerissen. Es könnte sich um das Gutachten einer Ölgesellschaft handeln. Das Wort Versuchsbohrung kommt darin vor.«
    »Wie heißt die Gesellschaft?«
    Achselzucken. Beekman deutete auf den Schreibtisch, wo das zerknitterte Stück Papier lag. Es war nicht viel daraus zu entnehmen, eben nur, dass von einer Versuchsbohrung die Rede war.
    »Können wir einpacken?«, fragte Beekman.
    »Nein. Sie arbeiten weiter an dem Fall, wir wollen keine Zeit verlieren. Ihren Bericht erwarte ich heute Abend.«
    Ich fuhr zurück in das Headquarter. Bei Mr. High, dem Chef des FBI-District New York, fand ich einen hageren Mann mit einem zerfressenen Schnurrbart und einem gelblichen Gesicht.
    »Mr. Motter, der Bruder«, stellte der Chef vor. Ich nickte ihm kurz zu und setzte mich auf einen Stuhl. »Mr. Motter kann uns leider auch nicht helfen, Jerry. Die Verbindung zu seinem Bruder, dem Privatdetektiv, scheint recht lose gewesen zu

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