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Wo Dein Herz Zu Hause Ist

Wo Dein Herz Zu Hause Ist

Titel: Wo Dein Herz Zu Hause Ist
Autoren: Anna McPartlin
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Preis des Kleides, der Duncan die Tränen in die Augen trieb. Nachdem er den unbehaglichen Moment überwunden hatte, grinste Duncan, und George machte seinen Witz wieder wett, indem er verkündete, das Kleid passe wohl sehr gut zu seiner Fatzkenfrisur.
    Dann rief Melissa an. Mona gab Harri den Hörer und ermahnte sie: «Zwei Minuten.»
    «Hi Melissa.»
    «Alles unter Kontrolle?»
    «Ja.»
    «Bestens.»
    «Wo bist du?», fragte Harri, die im Hintergrund Verkehrsgeräusche hörte.
    «Ich stehe auf dem Parkplatz vor der Kirche und wechsle eine Windel.»
    «Du bist schon zur Kirche gefahren?»
    Melissa nahm den panischen Ton in Harris Stimmewahr. «Ganz ruhig. Einatmen und ausatmen. Ich sehe nur nach dem Blumenschmuck. Du hast noch eine ganze Stunde Zeit.»
    «Okay.» Harri atmete so tief ein, wie es das Kleid zuließ.
    «Jacob, steig wieder ein. Jacob, steig wieder ein! Jacob   …»
    «Melissa?»
    «Sorry. Jetzt steig in das blöde Auto!»
    Ein Rauschen war zu hören, dann quengelte Jacob, dass er ein Sandwich aus dem Kofferraum wolle.
    «Du hast Sandwichs im Kofferraum?»
    «Sandwichs, Joghurts, Windeln, Handtücher, Käsestangen, Babynahrung, ein Sixpack Caprisonne, Knetmasse, frische Höschen. Wünsch dir was, ich hab’s dabei.»
    «Jetzt hör auf zu telefonieren», sagte Mona.
    «Ich muss Schluss machen.»
    «Okay. Wird schon alles gutgehen.»
    «Das hoffe ich.»
    «Oh, da ist James.»
    Harris Magen machte einen Satz. James war schon bei der Kirche. Sie legte auf.
    Mona zerrte sie wieder an den Esstisch neben dem großen Fenster, von dem aus man Nanas Bank draußen sehen konnte. Hier hatte Mona das beste Licht. Sie zog einen Kajalstift aus ihrer übervollen Trickkiste.
    «Alles in Ordnung?», fragte sie.
    «Mir geht’s gut», sagte Harri.
    Mona schob sie sanft auf einen Stuhl. «Sieh nach oben!», befahl sie, und Harri sah nach oben. «Bist du sicher, dass es dir gutgeht? Du bist auf einmal so blass.»
    Harri richtete nur den Daumen nach oben, weil siebefürchtete, sich übergeben zu müssen, wenn sie etwas sagte.
    Duncan war losgefahren, um Gloria vom
Shoe World
in Sandycove abzuholen. Als vor einer halben Stunde ein Riemchen an ihren nagelneuen Sandalen gerissen war, hatte sie darauf bestanden, dort noch schnell hinzugehen.
    «Das ist doch nicht zu fassen!», hatte sie gerufen. «Diese Schuhe haben fünfhundert Euro gekostet!»
    «Was?», hatte Duncan gebrüllt. «Fünfhundert Euro? Bist du wahnsinnig geworden?»
    Gloria hatte nicht gewusst, dass er in Hörweite war, und auf eine Diskussion darüber, wie viel Geld sie für ihre Schuhe ausgab, hatte sie nicht die geringste Lust. «Liebling, wir wissen beide, dass du das eigentlich nicht hättest hören sollen, also tun wir einfach so, als hättest du es nicht gehört.»
    Duncan brummelte noch irgendetwas von irrwitzigen fünfhundert Euro, aber er sah ein, dass Gloria recht hatte, und ließ es gut sein. Das Dörfchen Sandycove lag nicht weit entfernt, deshalb hatte er sie hingebracht, war wieder zurückgekommen und hatte gerade genügend Zeit gehabt, um die Fotos zu machen, bevor sie anrief, weil sie wieder abgeholt werden wollte. Auf dem Weg zum Auto hatte er vor sich hin gemurmelt, wie teuer heutzutage alles war und dass man sich mit einem Paar blöder neuer Zehenbrecher ruinieren konnte.
    Harri wurde immer unruhiger, aber die Valiumtablette, die ihr Mona mit der Bemerkung anbot, bei der Nachbarstochter Cliona hätte das Wunder gewirkt, wollte sie auch nicht nehmen. Anscheinend hatte Cliona ziemlich oft mit ihren Nerven zu tun, aber das lag Mona zufolge daran, dass sie ein selbstsüchtiges, undankbares Luderwar und ihre schwer arbeitende Mutter nicht respektierte und schon gar nicht ihren Vater, der öfter nach Frittierfett roch, weil er offenbar ein ganzes Frittierfett-Imperium aufgebaut hatte, aber ein echter Gentleman war. George lachte laut auf, als Mona so schwatzte. Harri rang sich ein Grinsen ab, doch in Wahrheit kam nichts von Monas Geplauder bei ihr an.
    «Ist dir schlecht?», fragte George von der Ecke des Zimmers aus, wo er es sich auf dem antiken Lieblingsschaukelstuhl seiner Mutter bequem gemacht hatte.
    «Ein bisschen», gab sie zu, denn es hatte ohnehin keinen Zweck, ihm etwas vorzumachen.
    «Es wird alles bestens laufen», sagte Mona, während sie eine zweite Schicht rubinroten Lippenstift auftrug. «Und jetzt press mal die Lippen zusammen.»
    «Und das Atmen nicht vergessen!», instruierte George seine Schwester, bevor er sich wieder seinem

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