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Verfuehrung im Harem

Verfuehrung im Harem

Titel: Verfuehrung im Harem
Autoren: Teresa Southwick
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Selbst wenn du Bha’Khar verlässt, sind deine Probleme nicht gelöst, du nimmst sie mit.“
    „Ja, das stimmt.“ Plötzlich konnte Jessica die Tränen nicht mehr zurückhalten. Ihre Großmutter umarmte sie liebevoll und ließ sie sich ausweinen. Jessica war hergekommen, um ihre Familie zu suchen, und sie hatte sie gefunden. Nie hätte sie damit gerechnet, hier auch der großen Liebe zu begegnen. Jetzt hatte sie beides.
    Wenigstens hatte sie nun jemanden, der sie tröstete, wenn sie traurig war und weinen musste. Sie empfand ein tiefes Glücksgefühl und tiefe Traurigkeit zugleich.
    Nachdem einer seiner Mitarbeiter ihn informiert hatte, Jessica habe angerufen, um ein Treffen zu vereinbaren, konnte Kardahl sich auf nichts mehr konzentrieren. Es wäre besser gewesen, der junge Mann hätte ihn kurz aus der Besprechung herausgeholt. Wenn er mit seiner Frau hätte reden können, wäre er an diesem Vormittag nicht so zerstreut. Immer wieder schweiften seine Gedanken ab, was jedoch nichts Neues war, wie er sich ehrlicherweise eingestand. Diesen Zustand kannte er, seit er Jessica vom Flughafen abgeholt hatte.
    Nachdem er sie vor einigen Wochen zu ihren Großeltern gebracht hatte, hatte sich sein seelischer Zustand bedenklich verschlimmert. Ohne sie kam ihm seine Suite viel zu groß und zu leer vor. Weshalb eigentlich? Er lehnte sich in seinem Ledersessel zurück und sah mit leerem Blick auf den Bildschirm seines Computers. Sein einziges Interesse galt momentan seiner Frau.
    Sie war hinreißend schön, hatte eine perfekte Figur und verführerische Rundungen. Doch darauf kam es ihm nicht an. Es waren die inneren Werte, die sie so liebenswert machten. Er vermisste sie vor allem wegen ihrer Charakterstärke, ihrer Herzlichkeit, ihres Muts, ihres heiteren Wesens und ihrer Lebendigkeit.
    „Königliche Hoheit?“, ertönte plötzlich die Stimme seines Mitarbeiters über die Sprechanlage.
    Kardahl schreckte aus den Gedanken auf. „Ja?“
    „Ihre Frau ist da.“
    Seine Stimmung hellte sich auf, sein Puls fing an zu jagen, und er freute sich auf das Wiedersehen. Nur mühsam gelang es ihm, die Stimme ruhig und beherrscht klingen zu lassen, als er antwortete: „Schicken Sie sie bitte herein.“
    Dann kam es ihm wie eine halbe Ewigkeit vor, bis endlich die Tür aufging und Jessica vor ihm stand. In dem hübschen Leinenrock und der Seidenbluse sah sie wunderschön aus. Das lange braune Haar mit den sonnengebleichten Strähnen hatte sie im Nacken zusammengehalten, einzelne Strähnen umrahmten ihr Gesicht. Er spürte, wie das Blut in seinen Adern pulsierte und das Dröhnen in seinen Ohren immer stärker wurde. Der Wunsch, sie in die Arme zu nehmen und an sich zu pressen, wurde übermächtig.
    Er hatte sich erhoben, blieb jedoch hinter seinem Schreibtisch stehen. „Hallo“, begrüßte er sie.
    „Hallo. Schön hast du es hier.“ Sie sah sich in dem geräumigen Büro mit dem dicken Berberteppich und der geschmackvollen Einrichtung um. „Du hast mir nie gezeigt, wo du arbeitest.“
    Er verzog die Lippen. „Da du sowieso nicht geglaubt hast, dass ich ernsthaft arbeite, wäre es sinnlos gewesen, dir mein Büro zu zeigen.“
    „Okay, ich habe mich getäuscht.“ Sie wies mit dem Finger auf ihn. „Und das habe ich jetzt zum letzten Mal gesagt.“
    „Gut, ich werde es mir merken.“ Er deutete auf die beiden Sessel vor dem Schreibtisch. „Setz dich.“
    „Danke“, erwiderte sie in geschäftsmäßigem Ton.
    Viel lieber hätte er sie wieder so verführerisch wispern gehört wie in der Nacht, als er sie in den Armen gehalten und leidenschaftlich geliebt hatte. Auch den belustigten Ton, der in ihrer Stimme schwang, wenn sie so wie vorhin zugab, dass sie sich in ihm geirrt hatte, liebte er sehr.
    „Es tut mir leid, dass mein Mitarbeiter dich nicht zu mir durchgestellt hat, als du angerufen hast“, sagte er. „Ich war in einer Besprechung und hätte sie selbstverständlich unterbrochen, wenn ich gewusst hätte, dass du mich sprechen wolltest. Was verschafft mir die Ehre deines Besuchs?“
    „Ich muss dir etwas mitteilen und hielt es für besser, es dir persönlich zu sagen.“
    Ihre undurchdringliche Miene verriet nichts, und er fragte sich, seit wann Jessica sich so perfekt unter Kontrolle hatte. Sie war einverstanden gewesen, so lange in Bha’Khar zu bleiben, bis geklärt war, ob sie schwanger war oder nicht. Da er sie einige Wochen nicht gesehen und auch nicht mit ihr telefoniert hatte, konnte er nur raten, dass ihr Besuch etwas

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