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Verfuehrung im Harem

Verfuehrung im Harem

Titel: Verfuehrung im Harem
Autoren: Teresa Southwick
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war genauso sprachlos wie die Reporter. Ehe die Leute sich von dem Schock erholt hatten, hatte Kardahl Jessica schon durch die Eingangshalle zu den Aufzügen dirigiert und fuhr mit ihr ins Erdgeschoss. Als sie wieder klar denken konnte, fand sie sich im Palastgarten wieder. Hier hatte Kardahl sie zum ersten Mal geküsst. Inmitten dieser exotischen Pflanzen und Bäume hatte sie sich wie verzaubert gefühlt. Traurigkeit erfüllte ihr Herz, als sie daran dachte, all das wieder verlassen zu müssen. Sie hätte um ihr Glück kämpfen müssen, wie sie jetzt begriff.
    „Setzen wir uns?“, fragte er und wies auf die Bank unter einer Palme.
    „Ja.“ Mehr brachte sie nicht heraus, denn ihr war die Kehle wie zugeschnürt. Ich hätte unbemerkt verschwinden wollen, ohne Aufsehen zu erregen, doch daraus wird wohl nichts, überlegte sie. Man hatte in ihrer Vergangenheit herumgestochert und würde nicht zögern, alles zu veröffentlichen, was man herausgefunden hatte. Doch Kardahl hatte sich für sie eingesetzt. Er hatte sie verteidigt, sich schützend vor sie gestellt. Und was er alles gesagt hatte … Noch wichtiger waren seine Pläne für die Zukunft. Plötzlich wur de sie von ihren Gefühlen überwältigt: Sie konnte die Tränen nicht mehr zurückhalten und ließ ihnen freien Lauf.
    „Jessica …“ Kardahl umfasste ihr Gesicht und wischte die Tränen mit den Daumen fort. „Ich werde nicht zulassen, dass du noch einmal von Reportern belästigst wirst.“
    Sie schüttelte den Kopf. „Deshalb weine ich nicht.“
    „Dann verrate mir, weshalb du unglücklich bist. Wer immer dafür verantwortlich ist, ich werde ihn bestrafen.“
    „Du bist es.“
    „Ich?“, wiederholte er verblüfft.
    „Ja. Du willst dich für die Kinder einsetzen.“
    „Ich dachte, das wäre in deinem Sinn.“
    „Ist es auch, es macht mich glücklich.“
    Irritiert runzelte er die Stirn. „Ich verstehe nichts mehr. Warum weinst du, wenn du glücklich bist?“
    „Weil ich auch traurig bin. Du wärst ein wunderbarer Vater gewesen.“ Weshalb sollte sie es nicht zugeben? Sie hatte nichts mehr zu verlieren. Nachdem sie ihm mitgeteilt hatte, dass sie nicht schwanger sei, hatte sie viel Zeit zum Nachdenken gehabt. Sie hatte sich gefragt, wie sich ihre Mutter gefühlt haben mochte, als sie schwanger und ganz allein gewesen war, weit weg von dem Mann, den sie liebte und niemals hätte haben können. Sie hatte sich nach Liebe gesehnt, war jedoch immer nur enttäuscht worden. Jetzt hatte Jessica plötzlich Verständnis für ihre Mutter, denn seit sie Kardahl liebte und mit ihm zusammen sein wollte, wusste sie, was für ein tiefes, beglückendes Gefühl die Liebe war.
    Etwas Merkwürdiges ging in Jessica vor, und sie hatte das Gefühl, dass das, was sie als Verbitterung nicht bewusst wahrgenommen hatte, mit einem Mal verschwunden war. Sie hatte nicht begriffen, dass sie ihrer Mutter verzeihen musste. Jetzt fühlte sie sich aber wie befreit von einer Last.
    Kardahl nahm ihre Hände. „Ich bin froh, dass du der Meinung bist, ich würde ein guter Vater sein. Ich möchte jedoch auch eine Frau haben, die eine gute Mutter sein wird.“
    Jessica schöpfte neue Hoffnung. Wäre es nicht wunderbar, wenn sich ihre romantischen Träume erfüllten? Doch wenn sie sich irrte, wäre die Enttäuschung umso größer.
    „Es ist zu spät, Kardahl. Ich habe die Scheidung eingereicht. Vielleicht sollten wir den Dingen ihren Lauf lassen, und vielleicht ist es wirklich das Beste, wir trennen uns.“
    „Nein“, stieß er vehement und entschlossen hervor. „Natürlich kann ich nur für mich sprechen. Ich bin mir völlig sicher, dass eine Trennung für mich nicht die beste Lösung ist, denn ich liebe dich“, fügte er schlicht hinzu.
    „Was hast du da gesagt?“ Jessica glaubte, sich verhört zu haben. Es war unmöglich, dass er das ausgesprochen hatte, wonach sie sich so verzweifelt gesehnt hatte.
    „Selbst wenn du die Scheidungsklage nicht zurückziehst, ist unsere Beziehung nicht beendet. Ich werde nicht aus deinem Leben verschwinden, und wie du selbst mehrfach betont hast, habe ich Erfahrung im Umgang mit Frauen.“
    „Es tut mir leid, dass ich dich verurteilt habe, ohne dich zu kennen und ohne zu wissen, was du durchgemacht hast. Ich habe nicht geahnt, dass du ein einfühlsamer Mensch und zu tiefen Gefühlen fähig bist. Jetzt …“
    „Jetzt, mein Liebling“, unterbrach er sie, „liebe ich dich. Ich liebe dich von ganzem Herzen. Du bist der wichtigste Mensch in meinem

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