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Verfuehrung im Harem

Verfuehrung im Harem

Titel: Verfuehrung im Harem
Autoren: Teresa Southwick
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hat, haben wir dafür gesorgt, dass er dort ausscheiden musste. Ich bin nicht stolz darauf, aber …“ Leena verstummte und zuckte die Schultern.
    „Ich verstehe. Unter den Umständen überrascht es mich, dass ihr mich so herzlich aufgenommen habt. Immerhin bin ich das Kind des Mannes, der eure Tochter ins Unglück gestürzt hat.“
    „Sie war ja nicht unschuldig an der Sache.“ Leena legte die Hand auf ihre. „Wir haben aber nie aufgehört, sie zu lieben. Du bist Marams Tochter, und wir lieben dich genauso wie sie.“
    „War meine Mutter ein romantischer Mensch?“
    Jessicas Großmutter runzelte die Stirn. „Maram hatte ein weiches Herz, und ich glaube, sie war romantisch veranlagt. Sie war einfühlsam und zu tiefen Gefühlen fähig.“
    „Was meinst du, bin ich ihr sehr ähnlich?“
    „Das kann ich noch nicht sagen, denn wir haben uns ja gerade erst kennengelernt. Mir ist nur klar, dass du wegen irgendetwas sehr beunruhigt bist.“ Leena sah ihre Enkelin lächelnd an. „Die Traurigkeit, die sich in deinem Blick spiegelt, muss etwas mit dem Prinzen zu tun haben.“
    „Dir kann man offenbar nichts vormachen“, erwiderte Jessica leicht belustigt.
    „Ich bin zwar alt, aber nicht dumm und blind.“
    „Du bist nicht alt.“
    „Danke für das Kompliment, es ist nett gemeint. Aber du willst mich ja nur ablenken, weil du mir nicht verraten willst, was dich beunruhigt.“ Leena sah sie durchdringend an. „Was ist los, mein Kind?“
    „Ich wollte nicht im Palast bleiben, und deshalb hat Kardahl mir vorgeworfen, ich sei wie meine Mutter und würde davonlaufen.“
    „Wovor? Deine Mutter hat uns verlassen, weil sie sich schämte und befürchtete, sie hätte ihrer Familie Schande bereitet.“
    „Das finde ich sehr traurig.“
    „Ja, das ist es auch. Im Nachhinein empfinde ich ihre Flucht als seltsam tröstlich. Sie wusste, dass sie uns verletzt hatte, wollte aber den Schmerz, den sie uns zugefügt hat, nicht mit ansehen. Dabei hat sie übersehen, dass jeder Schmerz früher oder später heilt.“
    Nicht in jedem Fall, dachte Jessica. Kardahl hatte erklärt, dass er niemals über den Verlust der geliebten Frau und des ungeborenen Kindes hinwegkommen würde. Instinktiv legte sie die Hand auf den Bauch und hoffte inständig, dass sie nicht schwanger war.
    „Du und Kardahl wart einander versprochen und seid trotz aller Schwierigkeiten doch noch zusammengekommen. Ich möchte mich da noch nicht festlegen, aber ich habe das Gefühl, es knistert zwischen euch. Und das finde ich romantisch“, sagte Leena.
    „Nein, so sehe ich es nicht. Die Atmosphäre zwischen uns würde ich eher als gereizt beschreiben“, entgegnete Jessica.
    „Okay. Um jedoch auf das Thema zurückzukommen: Nur weil du deiner Mutter sehr ähnlich siehst, bedeutet das nicht automatisch, dass du dieselben Fehler machst wie sie.“
    „Hoffentlich hast du recht.“
    „Natürlich habe ich das. Unglücklicherweise hatte sich deine Mutter in einen Mann verliebt, der verheiratet war. Die Beziehung stand von Anfang unter keinem guten Stern und hat leider Auswirkungen auf ihr weiteres Leben gehabt.“
    Die Bemerkung half Jessica in keiner Weise, eher war das Gegenteil der Fall. In Anbetracht von Kardahls Vergangenheit war ihre Beziehung mit ihm auch von Anfang an zum Scheitern verurteilt gewesen, insofern erging es ihr nicht anders als ihrer Mutter. Jessica konnte sich nicht entscheiden, was schlimmer war, auf der Suche nach Liebe ständig wechselnde Männerbekanntschaften zu haben und von den Männern nur benutzt und dann wieder verlassen zu werden oder einen Mann zu lieben, der nach dem Verlust der geliebten Frau sein Herz nicht noch einmal verschenken wollte.
    Ihre Großmutter runzelte die Stirn. „Du hast von davonlaufen gesprochen – hast du etwa vor, nach Amerika zurückzukehren?“
    „Ja, ich habe dort meine Arbeit“, gab Jessica zu. „Ich bin Sozialarbeiterin, und die Kinder, die ich betreue, brauchen mich.“
    „Das glaube ich dir. Doch machst du dir da nicht etwas vor?“
    „Inwiefern?“ Jessica sah ihre Großmutter verständnislos an.
    „Ich will mich nicht in eure Beziehung einmischen. Du bist uns jederzeit herzlich willkommen, hier ist dein Zuhau se, darauf kannst du dich verlassen. Dein Großvater und ich hätten volles Verständnis dafür, wenn du deiner Arbeit zuliebe nach Amerika zurückfliegen würdest. Ehe du dich jedoch entscheidest, was du wirklich willst, solltest du darüber nachdenken, wie es deiner Mutter ergangen ist.

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