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Verfuehrung im Harem

Verfuehrung im Harem

Titel: Verfuehrung im Harem
Autoren: Teresa Southwick
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hat mir allerdings versichert, dass die Frau, die unser Vater für mich bestimmt hat, sehr gut auf das Leben am Hof vorbereitet ist. Sie ist angeblich sehr diszipliniert, mit allen Fragen des Protokolls vertraut, und anders als deine Frau ist sie sehr gefügig und nachgiebig.“
    „Das wird ein böses Erwachen geben, Bruderherz“, warnte Kardahl ihn. „Die von dir angeführten Eigenschaften sind keine Garantie für eine gute Ehe.“
    „Das ist mir klar, aber sie sind zumindest recht nützlich.“
    Kardahl seufzte. Über die Vor- und Nachteile, eine nachgiebige und gefügige Frau zu haben, wollte er jetzt nicht diskutieren. Aber er beschloss, sich seinem Bruder anzuvertrauen. Vielleicht hatte Jessica ja recht, und es half wirk lich, sich alles von der Seele zu reden.
    „Jessica hat sich zeitlebens eine romantische Beziehung gewünscht, mit weniger will sie sich nicht zufriedengeben“, begann er. „Ich habe mir geschworen, nicht noch einmal jemanden zu lieben.“
    „Aber es hat dir nichts genützt“, stellte sein Bruder fest.
    „Da könntest du recht haben“, gab Kardahl nun zu.
    „Dann musst du ihr die Scheidung ausreden.“
    „Und wie soll ich das machen?“
    „Du musst sie von deinen tiefen Gefühlen für sie überzeugen“, antwortete Malik.
    „Ich habe ihr immer wieder gezeigt, dass ich sie gern habe. Was soll ich sonst noch machen?“, fragte Kardahl.
    „Du stehst in dem Ruf, ein Frauenheld zu sein, und deshalb …“
    „Darüber brauchen wir jetzt nicht zu reden“, unterbrach Kardahl seinen Bruder.
    „Lass mich ausreden. Also, du solltest das tun, was du am besten kannst: Mach ihr den Hof, bemüh dich um sie.“
    „Mit Blumen, Spaziergängen im Mondschein, allen möglichen Versprechungen?“ Kardahl erinnerte sich allzu gut an das Bad im kalten Fluss in den Bergen, und ihm schauderte. Auch dass er zwei Nächte neben Jessica im Bett gelegen hatte, ohne sie zu berühren, obwohl er nichts lieber getan hätte, als sie in die Arme zu nehmen und sie zu küssen, bis sie beide nicht mehr klar hätten denken können, würde er nie vergessen.
    „Ja, so etwas in der Art.“
    „So um sie zu werben wäre völlig sinnlos. Darauf würde sie nicht eingehen.“
    „Du musst das Ganze natürlich mit einer Liebeserklärung verbinden“, riet Malik. Dann lehnte er sich im Sessel zurück und sah seinen Bruder aufmerksam an. „Wenn du sie wirklich liebst, musst du es ihr sagen.“
    „Das kann ich nicht.“
    „Unsinn. Natürlich kannst du es“, widersprach Malik.
    Kardahl stand auf und ging ruhelos im Zimmer hin und her. „Ich möchte das Schicksal nicht herausfordern. Schon einmal habe ich die Frau, der ich eine Liebeserklärung gemacht habe, verloren.“
    „Wenn du mit Jessica nicht darüber reden willst, was du für sie empfindest, wirst du sie bestimmt verlieren.“ Malik erhob sich auch, stellte sich seinem Bruder in den Weg und warnte ihn eindringlich: „Dieses Mal wärst du ganz allein für den Verlust verantwortlich, denn es liegt nur an dir, ob du etwas änderst oder nicht.“
    Kardahl hatte das Gefühl, keine Luft mehr zu bekommen. Die ganze Zeit hatte er sich eisern beherrscht und versucht, nie die Kontrolle über sich zu verlieren. Dennoch hatte er Jessica nicht widerstehen können. Sie hatte ihn praktisch gezwungen, wieder etwas zu empfinden. Er liebte sie und hoffte, er hätte es nicht zu spät begriffen.
    Jessica war ganz aufgeregt, als sie den Ballsaal mit den vielen eleganten Männern und Frauen in Abendanzügen und –kleidern betrat. Für dieses große Ereignis hatte sie sich ganz besonders viel Mühe mit ihrem Aussehen gegeben. Sie trug ein langes schwarzes Seidenkleid, das ihre perfekte Figur betonte, und sah, wie ihre Großeltern ihr stolz versicherten, wunderschön aus. Sie waren auch da und unterhielten sich mit Jessicas Schwiegereltern, dem König und der Königin. Der große Ball fand jedes Jahr am Nationalfeiertag statt, und als Kardahl sie angerufen und eingeladen hatte, zum letzten Mal an seiner Seite als seine Frau aufzutreten, hatte sie ihm die Bitte nicht abschlagen können. Das hatte nichts mit seinem Charme, sondern nur etwas damit zu tun, dass sie ihn liebte.
    Eine Zeit lang hatte sie geglaubt, es sei genug, wenn er ihr sagte, er hätte sie gern. Es war jedoch nicht genug. Sie wollte keine lauwarme Beziehung, sondern eine aufregen de, lebendige, die sie in Atem hielt.
    Sie blieb an der Tür stehen, während die königliche Familie auf dem Podium Platz nahm. Der König

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