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Unsterbliche Küsse

Unsterbliche Küsse

Titel: Unsterbliche Küsse
Autoren: Rosemary Laurey
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Amerika werfen.«
    »Das hattest du bereits.«
    »Na, dann ist ja nichts weiter passiert.« James fläzte sich in den Ohrensessel.
    »Nichts weiter passiert?« Sebastian sah seinen Neffen verächtlich an. »Wenn du ihr die Brieftasche wie geplant geklaut hättest, hätten wir zumindest Zeit gewonnen, oder aber sie wäre empört gleich wieder abgereist. Stattdessen haben wir sie jetzt hier, und sie brennt darauf, den alten Kasten zu besichtigen. Zum Glück konnte ich sie auf morgen Vormittag vertrösten. Noch heute Nacht musst du die Sachen finden. Es muss ein ganzer Lastwagen voll sein.«
    »Vertrau mir, Onkel. Ich werde das Zeug schon finden.«
    »Dir vertrauen? Da müsste ich schön dumm sein.«
    James ignorierte den Seitenhieb. Er streckte seine dünnen Beine zum Kamin aus. »Wo hast denn deine muntere Amerikanerin jetzt gelassen?«
    »Die ist gut aufgehoben, bei Emily.«
    »Entzückend. Quartiert seine neueste Flamme im Cottage der Geliebten ein.«
    Sebastian, der ihm genau gegenübersaß, stützte sich mit den Ellbogen auf den Schenkeln ab und knurrte in Richtung James. »Eines rate ich dir. Sollte es diese Nacht wieder schieflaufen, kannst du dich warm anziehen. Vergiss nicht, mit wem du es zu tun hast.«
    »Nicht sehr höflich. Du drohst mir, Onkel. Das gefällt mir nicht. Am Ende entgeht dir gar, was ich Miss LePage gemopst habe.«
    »Pah.«
    James griff in seine Jacke und zog ein kleines, in Leder gebundenes Notizbuch heraus. Er tat so, als würde er es seinem Onkel zuwerfen, zog dann aber den Arm zurück. »Interessiert?« Er lächelte in Richtung von Sebastians ausgestreckter Hand.
    Die Hand blieb geöffnet. »Her damit«, zischte Sebastian. James warf ihm das Büchlein hin. Sebastian schnappte es sich und begann sofort darin herumzublättern. »Ihr Terminkalender. Wunderbar. Jetzt kennen wir also ihre Bridge-Termine.«
    »Mehr als das, Onkel. Ich hab mich etwas genauer darin vertieft, während du ihr den Hof gemacht hast. Dieser Kalender enthält einfach alles – Telefonnummern, Adressen, Kontonummern und jeden Zahnarzt- und Ausgehtermin seit Januar. Ohne ihn kann sie weder telefonieren noch Postkarten an ihre Lieben schreiben.«
    Sebastian streichelte das weiche Leder mit seinen Fingern. Sicher, das Büchlein mochte die eine oder andere wichtige Information enthalten, aber niemand würde bei seinem Verlust gleich wieder nach Hause zurückfliegen. Er sah auf die Uhr aus Marmor auf dem Kaminsims. »Es ist gleich vier. Morgen früh um zehn werde ich das Haus mit ihr besichtigen. Dir bleiben also achtzehn Stunden. Sieh zu, dass du alles findest.«
    James neigte das Kinn zur Seite. »Und wenn nicht? Was dann?«
    »Du müsstest dir vielleicht einen richtigen Job suchen.«
    James blieb im Türrahmen stehen. »Keine Sorge, Onkel. Das wird nicht passieren. Wer würde mich denn schon nehmen?«
    Sebastian starrte finster auf den leeren Kaminrost. Hatte denn James gar nichts kapiert? Sie dürften auf keinen Fall riskieren, dass diese Unterlagen in fremde Hände gerieten. Dafür stand zu viel auf dem Spiel, Geld und gute Namen. Wäre dieses Weib doch bloß auf der anderen Seite des Atlantiks geblieben. Sie hätte sich an einer satten Dreiviertelmillion erfreuen können. Er selbst hätte, nach Begleichung von ein paar alten Rechnungen, für den Rest seines Lebens ausgesorgt. Und nun?
    Sie musste aus dem Weg geräumt werden. Nein, eine bessere Idee war es doch, ihr den Hof zu machen. Warum nicht? Sie anbaggern und ihr das Herz brechen. Dann würde sie schnell das Weite suchen.
    Das Klopfen weckte Dixie. Sie sah auf die ungewohnte Giebeldecke, erinnerte sich aber schnell, wo sie war, und schon im nächsten Moment ging die Tür auf. Zuvor war ihr bereits aufgefallen, dass es kein richtiges Schloss gab, nur einen schmiedeeisernen Riegel.
    Ein sympathisches rundes Gesicht erschien im Türrahmen. »Entschuldigen Sie bitte die Störung. Ich bin Emily Reade. Ich will gerade Teewasser aufsetzen. Hätten Sie Lust, runterzukommen und eine Tasse mitzutrinken? Wir könnten dann auch gleich einiges besprechen.«
    Miss Reade plauderte gerne. Sie wollte Emily genannt werden, nahm drei Stücke Zucker zum Tee und arbeitete in einer Bank in Leatherhead. »Ein hübsches Anwesen haben Sie da geerbt, wunderschön und heute sicher ein kleines Vermögen wert. Da wird der Käufer einiges hinblättern müssen.«
    Warum bloß gingen alle davon aus, dass sie verkaufen wollte? »Wo genau ist es denn überhaupt? Ich habe es noch nicht zu Gesicht

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