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und die verschwundene Seglerin

und die verschwundene Seglerin

Titel: und die verschwundene Seglerin
Autoren: Brigitte Johanna Henkel-Waidhofer
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flüchtigen Blick über die verschiedenartigen Objekte huschen. Dutzende von Gemälden, Stichen, Plastiken, Porzellanfiguren und antiken Möbeln hingen an den Wänden, lagen auf Tischen oder standen am Boden. Nur ein paar Schritte neben dem Eingang entdeckte Justus den Spiegel aus Dallas. Er fuhr zusammen: Den Mann, der sich jetzt über den kitschigen Rahmen beugte, kannte er doch! Natürlich, das war kein anderer als der zornige Mr Jefferson. Der Erste Detektiv nahm sich vor, darauf achtzugeben, dass Jefferson und Onkel Titus sich nicht in die Quere kamen. Sein Bedarf an dramatischen Unterhaltungen zwischen diesen beiden – über Betrug und Opfer, über venezianische und andere Spiegel – war mehr als gedeckt.
    Â»Mr Dimitrios versteigert selbst«, teilte Justus den anderen mit, die sich immer noch im Vorraum die Füße vertraten. Onkel Titus meinte, das habe er nicht anders erwartet, er selbst habe Mr Dimitrios schon öfter bei solchen Gelegenheiten erlebt.
    Bob war neben Justus getreten. »Schau mal, wer da kommt«, sagte er, ohne den Kopf zu bewegen. Justus sah sich suchend um. Sein Blick fiel nach draußen und blieb an Mrs Lu Kwan hängen, die sich der Halle näherte. Mit etwas unsicheren Schritten, wie Justus schien. Er brauchte einen Augenblick, um zu erkennen, dass das Mädchen neben ihr Olivia war. In ihrer hellblauen Jeans und einem lässigen dunkelblauen Pullover hatte sie überhaupt keine Ähnlichkeit mehr mit dem geheimnisvollen Mädchen in der fantastischen Wohnhöhle. Justus mochte den beiden jetzt nicht begegnen. Wie auf Kommando tauchten er und Bob nach unten weg, als Mrs Lu Kwan und ihre Tochter an der Gruppe vorübergingen und gleich in der Halle verschwanden. Von Lys und Elizabeth, die ihre Verrenkung beobachtet hatten, ernteten sie dafür verwunderte Blicke. Bob stieß dem Anführer der drei ??? in die Seite. »Ist ja alles versammelt, was Rang und Namen hat.« grinste er. »Nur schade, dass uns nicht auch Mr Don Jordan die Ehre seines Erscheinens geben kann.«
    Â»Zwei fehlen noch«, gab Justus mit unbewegter Miene zurück. Er tippte Kelly auf die Schulter. »Oder hast du Mr Santoria schon irgendwo gesehen?«
    Sie sah ihn überrascht an. »Glaubst du, der traut sich hierher?«
    Peter hatte die kurze Unterhaltung gehört und schüttelte entschieden den Kopf. »Wäre ganz schön dumm von ihm«, stellte er fest. »Er muss doch befürchten, dass Kelly und ich hier sind und ihm die Hölle heiß machen, sobald er aufkreuzt.«
    Tante Mathilda wollte wissen, wer dieser Mr Santoria war und warum ihm die Hölle heiß gemacht werden sollte. Justus vertröstete sie auf später, hakte Lys unter und zog sie von den anderen weg in die Halle. Bevor es richtig losging, wollte er sich unbedingt von seiner Freundin die schönsten Bilder erklären lassen. Und zwar ganz allein, unter vier Augen. Zunächst wurde daraus allerdings nichts, denn die anderen sechs trotteten ihnen im Gänsemarsch nach. Sie wurden sie erst los, als Bob ahnungslos vorschlug, Plätze zu belegen. Das Innere der Halle war locker bestuhlt. Bob schätzte, dass für rund dreihundert Personen Sitzplätze geschaffen worden waren. Mr Winston, dachte er, muss ein optimistischer Mann sein. Bis zum offiziellen Beginn der Versteigerung waren es nur noch zehn Minuten und großzügig gerechnet hatten sich bis zu diesem Moment allerhöchstens hundert Kunstliebhaber eingefunden.
    Eine Viertelstunde später war die Halle gerammelt voll. Aus einem Nebenraum schleppten Angestellte von Mr Winston noch ein paar Stühle heran. Aber auch damit war man dem plötzlichen Andrang nicht gewachsen. Mr Dimitrios klemmte sich hinter das Mikrofon auf seinem Stehpult, bat um Entschuldigung, weil die Veranstalter ein so großes Interesse nicht vorausgesehen hätten, und forderte insbesondere die Herren auf, der Auktion im Stehen zu folgen. Tante Mathilda tätschelte ihrem Mann dankbar das Knie, weil sie so früh angekommen waren und noch ohne Probleme Plätze in der vierten Reihe bekommen hatten. Justus und Lys kamen von ihrem Ausflug in die Welt der Kunst zurück und gesellten sich wieder zu den anderen. Der Erste Detektiv sah zur Eingangstür. Sie war verstopft von Menschen. Ab und zu öffnete sich die Traube und ließ einen einzelnen Besucher durch.
    Die Auktion begann mit Objekten, die mit Irma Bannister

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