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Sein mit Leib und Seele - Band 04

Sein mit Leib und Seele - Band 04

Titel: Sein mit Leib und Seele - Band 04
Autoren: Olivia Dean
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1. Am Morgen eines neuen Tags
    „Ich werde die Augen nicht öffnen. Ich möchte mich nicht bewegen. Ich möchte die Minuten dieser magischen Nacht immer wieder durchleben. Unsere Körper brennen vor Begierde, vor Leidenschaft, die uns übermannt hat. Charles. Sein Atem bebt in meinem Hals, seine Stimme, seine rührenden Worte versetzen mich in fieberhafte Erregung ...
    Ich spüre, wie die Begierde wieder in mir aufflammt. Mein hungriger Magen will mehr. Ich stelle mir vor, wie seine Hände fiebrig über meinen Körper gleiten. Seine geübten Finger, seine neugierige Zunge, seine kräftigen Lenden. Ich spüre, wie sein Körper hinter meinem schlummert. Ich möchte, dass er mich im Halbschlaf nimmt, einfach so, ohne Vorwarnung ...
    „Mademoiselle Maugham, ich habe hier ein Paket für Sie ... Machen Sie mir bitte auf?“
    Ich kann diese Frau einfach nicht ausstehen.
    „Eine Sekunde, ich komme.“
    Ich quäle mich mit großer Mühe aus dem Bett, immer noch ganz verschwitzt von unserer Umklammerung. Ich ziehe mich hastig an, um das Paket entgegenzunehmen. Ich öffne die Tür einen Spalt weit. Ich bin nicht in Stimmung für soziales Geplänkel. Außerdem will ich nicht, dass sie mich so sieht ... Leider ist sie heute Morgen in Plauderlaune.
    „Das ist für Ihre Diplomarbeit an der Uni, nicht wahr?“
    „Ja.“
    „Haben Sie die im Internet bestellt?“
    „Ja.“
    „Scheint ja gut zu funktionieren.“
    „Ja.“
    „Sind Sie am Arbeiten?“
    „Ja. Ich wollte gerade mit dem Arbeiten anfangen.“
    „Dann lass ich Sie mal wieder allein.“
    „Ja, danke.“
    Die Portierin geht. Ich schließe die Tür hinter ihr. Ich bleibe wie angewurzelt vor der geschlossenen Tür stehen. Ich zögere hinaus, wieder zurückzugehen. Komm schon, Emma, nur Mut! Du kannst nicht den ganzen Tag hier rumstehen. Eins, zwei, drei. Geht doch. Das war's. Die Realität. Grausam, schonungslos. In Wirklichkeit ist niemand in meinem Bett. Charles Delmonte ist nie vorbeigekommen, um meine Tränen zu trocknen. Ich habe die Nacht allein verbracht. Wir haben uns gestritten und ich bin verzweifelt und doch brennend vor Begierde hierher zurückgekommen. Alles andere habe ich mir nur vorgestellt. Es war gut so. Es war vielleicht sogar heilsam, glaube ich ...
    Aber wenig glaubhaft. Wem wollte ich mit dieser Geschichte etwas vormachen? Und überhaupt, ist dieser zärtliche und aufgeschlossene Charles wirklich der, in den ich mich verliebt habe? Wenn man hier überhaupt von Liebe reden kann. Wie lange kennen wir uns jetzt schon? Kennen wir uns nur? Mir müssen dringend mal die Augen geöffnet werden.
    Er kennt mich wahrscheinlich wirklich, hat mich bestimmt innerhalb von nur fünf Minuten in eine Schublade gesteckt. Die kleine Amerikanerin, die gerade erst in der Lichterstadt angekommen ist, leicht zu beeindrucken ist und wenig Erfahrung in Liebesangelegenheiten hat. Na bitte, das fasst es gut zusammen. Ich bin nicht besonders hübsch, weder intelligent noch witzig. Ich weiß, dass ihm meine Weiblichkeit gefällt, für mich unbegreiflich ... Alles in allem unterhalte ich ihn einfach nur. Aber mag er meinen Körper auch wirklich? Ich glaube, dass er einfach nur den Sex mag. Und die Tatsache, dass ich als Neuling absolut lernwillig bin, spielt da sicherlich auch eine Rolle. Ich bin ein Spielzeug, eine Puppe, die man nach Belieben an- und ausziehen kann. Das nette Püppchen von nebenan, das auf derselben Etage wohnt. Wie praktisch.
    Was ihn angeht ... wie konnte ich mich nur so täuschen lassen? Dieser Typ ist ein einziges Klischee! Zum Umfallen gut aussehend, intelligent, daran gibt es keinen Zweifel ... und reich! Ich hätte wirklich meinem ersten Eindruck vertrauen sollen! Aber nein ... stattdessen brauchte es nicht viel, bis er mich ins Bett bekam und mir wie einem Teenager den Kopf verdrehte. Was habe ich mir nur dabei gedacht? Dass ich, die unbeholfene Studentin, Charles Delmonte, den undurchschaubaren Milliardär, verführen könnte? Und was dann?
    Ich muss das Ganze wieder in den Griff bekommen. Und diesmal wirklich.
    Schritt 1: Ich muss aufhören, mir etwas vorzumachen.
    Schritt 2: Ich muss mich wieder darauf besinnen, warum ich überhaupt nach Paris gekommen bin.
    Schritt 3: Ich muss jegliches Verhältnis mit Charles vermeiden. Wenn ich nicht in der Lage bin, seinem Charme zu widerstehen, muss ich dieses Spielchen einfach beenden. Wenn man gegen etwas allergisch ist, meidet man es einfach und sucht nicht ständig den Kontakt ... Nur bleibt er immer

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