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PR Action 19 Die Gläsernen Kinder

PR Action 19 Die Gläsernen Kinder

Titel: PR Action 19 Die Gläsernen Kinder
Autoren: Perry Rhodan
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seit er in unsere Auseinandersetzung mit den Opulu und Lok-Aurazin hineingerissen wurde.
    »Welche Aufgabe hast du deinen Leuten zugedacht, Tanisha?«, fragte Betty.
    Das Mädchen ging einige Schritte, suchte sich einen unversehrten Stuhl und ließ sich darauf nieder. Dass Tanisha dadurch weniger als zwei Meter von einer der Leichen entfernt war, schien sie nicht weiter zu stören; der Blutgeruch allerdings musste schier überwältigend sein.
    »Es sind nicht meine Leute«, sagte die junge Mutantin tonlos.
    »Du führst sie an - oder der Opulu in dir.«
    »Ich bin Opulu«, sagte Tanisha, und es klang ebenso verwirrt wie hilflos.
    Zum ersten Mal fragte sich Betty, mit welcher Gabe das Mädchen die Waffen zum Schmelzen gebracht hatte. Vor der Beeinflussung durch den Hellquarz war sie dazu ganz sicher nicht in der Lage gewesen. Was ging in der jungen Tarka vor?
    In einem neuerlichen Versuch esperte Betty etwas von der wahren Tanisha: einen verzweifelten Hilferuf, leise und kaum wahrnehmbar, und sie empfand all die Qual, der das Mädchen ausgesetzt war.
    Betty ächzte unter der Wucht dieses Eindrucks und blickte ...
    Gedanken werden zu Felsen, hart, grau und unbeweglich. Emotionen gefrieren und zerpulvem zu Staub, der in der Ewigkeit eines Vakuums verweht.
    Und doch lebt sie , treibt in einem kalten Meer, wehrt sich , will leben und atmen.
    Tanisha Khabirs Essenz durchdringt jede Zelle , jedes einzelne Atom dieses Körpers , der ohne ihr Bewtisstsein längst tot gewesen wäre. Der Hellquarz allein kann das Fleisch nicht am Leben halten. Auch er hat eine eigene Existenz, ein Selbst, doch es ist weder biologisch noch mit diesem Körper kompatibel.
    Nur Tanishas Seele vermag mit ihrer einzigartigen Gabe diese Verbindung zu schaffen. Sie ist die Plasma-Pendlerin, besitzt eine Affinität zu dieser biologischen Grundform des Lebens ... und ebenso zu der diametral entgegengesetz-
    ten kristallinen Art der Existenz der Opulu.
    Ihre Seele weint und friert. Und doch ist sie das Muster, die Schablone, die die Opulu vereinnahmt haben und ihr dafür danken, auf ihre Weise. Die Opulu verehren sie für dieses Geschenk.
    Und doch: Die Seele des Mädchens kristallisiert.
    Jedes Leben versteinert.
    Es ist dunkel.
    Es ist kalt.
    Es ist still.
    *
    ... und blickte in Tanishas Seele. Betty krampfte die Hände zusammen und stöhnte vor Schmerz, als sie dabei ihren rechten Daumen anspannte, den sie sich selbst am Gelenk notdürftig gerichtet hatte.
    »Genug!« Liarr tippte sich aufs Handgelenk, und flirrend baute sich ein Hologramm auf. Lichtblitze sirrten über die Seitenflächen eines immateriellen Würfels, in dessen Zentrum sich ein Gesicht bildete. »Was immer hier vorgeht, es ist genug!«
    Tanisha drehte den Kopf, musterte die schimmernden Flächen und das Antlitz des Ekhoniden, dessen Haare unter einer militärischen Mütze voller Abzeichen verborgen lagen. Rote Augen starrten ihr entgegen.
    »Was tust du, Ultima dieser Welt?«
    »Ich werde deinem Treiben ein Ende setzen. Dieser Mond nähert sich der Hauptstadt, und seine Strahlung wird bald nicht nur mein Volk schädigen, sondern auch den Regierungsbezirk lahmlegen. Diese Welt spürt bereits die Auswirkungen, von denen Rhodan gesprochen hat. Das werde ich nicht zulassen. Meine Streitkräfte werden den Opulu in tausend Stücke zerbomben.«
    Tanisha streckte die Hand aus, fuhr mitten durch das Hologramm über Li-arrs rechter Hand. Sie schien fasziniert davon, wie sich das Gesicht auf ihre Haut legte und die Augen in der Ader ihres Handrückens versanken. »Tu es, Ultima, und dein Planet wird den morgigen Tag nicht mehr erleben.«
    Liarr lächelte kalt. »Wolltet ihr Ekhas nicht ohnehin zerstören? Wie kannst du mir also damit drohen?«
    »Ultima«, begann Betty, kam jedoch nicht zu Wort.
    »Was? Glaubt Ihr, ich werde mich von diesem Kind an meiner Pflicht hindern lassen? Ich bin offenbar die Einzige, die noch in der Lage ist zu handeln. Es hängt an mir, nur an mir!«
    Betty musste ihre Gedanken nicht lesen, um die Angst der Ultima zu spüren, dieser Zerreißprobe nicht gewachsen zu sein. Es gefiel Liarr keineswegs, dass das Schicksal ihrer Welt nun von ihren Handlungen abhing, doch alle anderen Entscheidungsträger waren von den Opulu zwangsrekrutiert worden und gehörten zu den gläsernen Kindern, wie Tanisha sie genannt hatte. Eine Bezeichnung, die Betty überaus treffend fand, wenn sie an die Kristalle in ihren Schädeln dachte ...
    »Ich bin sicher, wir werden uns ohne weitere Gewalt

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