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PR Action 19 Die Gläsernen Kinder

PR Action 19 Die Gläsernen Kinder

Titel: PR Action 19 Die Gläsernen Kinder
Autoren: Perry Rhodan
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vielleicht irgendetwas Kleidungsähnliches, damit er zumindest den Zellaktivator notdürftig verbergen konnte, der ihm bei jedem Schritt gegen die Brust schlug ... und der ein ideales Ziel für Lok-Aurazin war: Gelang es dem Magadonen, Rhodan das Leben spendende Gerät abzunehmen und für 62 Stunden vorzuenthalten, war der Terraner ebenso tot wie bei einer direkten Niederlage im Kampf.
    Kein Wind wehte, und die Temperatur war so angenehm, dass Rhodan weder schwitzte noch trotz seiner Nacktheit fror. Unwillkürlich schaute er nach oben und vermeinte, ein kaum wahrnehmbares blaues Flimmern zu erkennen, das den Himmel überzog. Bildete die energetische Wand eine nach oben geschlossene Halbkugel um dieses Areal? Befanden sie sich gar in einem künstlich angelegten Habitat?
    Je näher er dem Waldrand kam, desto deutlicher wurden die schwärzlichen Stämme und Äste in dem dichten Blätterwirrwarr der gelb-roten Bäume. Die Vegetation stand nicht dicht, sodass bequemes Vorwärtskommen möglich war.
    Über dem Terraner raschelte es, ein Schatten huschte durch die Kronen, wohl ein kleines Tier. Im nächsten Augenblick ertönte ein meckerndes Kecker n, und etwas klatschte in Rhodans Haare. Er wischte mit der Hand darüber; die Fingerspitzen tasteten ein schleimiges Sekret, dem er keine weitere Beachtung schenkte. Er fragte sich nur beiläufig, ob er soeben bespuckt worden war oder ob ein Tier seine Fäkalien auf ihn entleert hatte.
    Er zupfte eines der Blätter ab. Es war dürr und ausgetrocknet und zerbröselte zwischen den Fingern, ungeeignet, einen notdürftigen Verband abzugeben.
    Eine Bewegung im Augenwinkel!
    Rhodan wich aus, glaubte schon an einen Angriff Lok-Aurazins. Er ging in Abwehrstellung und spannte die Muskeln, bereit, sich zu verteidigen und eine Gegenattacke zu starten.
    Ein grünlicher, feucht schillernder Batzen landete neben ihm auf dem Boden.
    Perry Rhodan seufzte. Ich sehe den Magadonen schon hinter jedem Busch. Er fragte sich, ob er je unter Verfolgungswahn gelitten hatte. Die Antwort war eindeutig: ganz gewiss nicht. Also würde er auch diesmal ruhig bleiben und ...
    Sein Blick fiel auf etwas, das er in dieser Umgebung absolut nicht erwartet hatte.
    In einer Aushöhlung des schwarzen Stammes stand ein metallener Koffer, gerade so groß, dass er ihn bequem tragen konnte. Und auf dem Koffer wies in auffälliger, grellgelber Leuchtfarbe ein arkonidisches Symbol darauf hin, dass er medizinische Hilfsmittel enthielt!
    Fassungslos öffnete Rhodan den einfachen Schnappverschluss und blickte auf eine vollständige Ausrüstung, um Wunden jeder Art zu behandeln. Was auch immer das zu bedeuten hatte, er würde die Gelegenheit nutzen.
    Er klappte den Koffer zu, packte den Griff und eilte zurück zu Rettkal.
    *
    Die Augenlider flatterten, hoben sich. In Rettkals Augen herrschte eine seltsame Leere. »Was ... wo ... Liarr ...?«
    »Es besteht keine Gefahr«, sagte Rhodan, der sich seinen Teil dachte, als er den Namen der Ultima hörte. »Ich habe Sie verarztet. Mit wesentlich besseren Mitteln, als ich es für möglich gehalten hätte.«
    Der Terraner hatte sich den Kopf darüber zerbrochen, wie es möglich sein konnte, dass er ausgerechnet auf einen Medokoffer stieß, nachdem er gerade fünf Minuten nach etwas gesucht hatte, um Rettkals Wunde zu versorgen.
    War dies ein bizarrer Zufall?
    Oder eine Art Traum?
    Ein irrealer Raum, in dem Wünsche wahr wurden?
    Ein absonderliches Experiment der Opulu, in dem Rettkal und er nicht mehr waren als Laborratten oder Versuchskaninchen?
    Keine dieser Möglichkeiten wollte ihm einleuchten oder ihn zufriedenstellen.
    Er deutete auf Rettkals Rücken. »Ich konnte Ihnen Tralizin verabreichen, ein arkonidisches Mittel, das weithin dafür bekannt ist ...«
    »... Frakturen erstaunlich schnell zu heilen«, beendete der Gladiatorsklavenschüler den Satz. »Ich weiß.«
    »Außerdem habe ich Ihnen hohe Dosen eines Schmerzmittels injiziert und Sie verbunden und fixiert. Das alles wird Sie allerdings nicht heilen und soll Sie nicht darüber hinwegtäuschen, dass Ihr Rückgrat zumindest angebrochen ist. Sie dürfen sich nicht bewegen, von Aufstehen ganz zu schweigen. Sie werden hier so lange liegen bleiben, bis sich ein Mediker um Sie kümmern kann. Ich wage nicht einmal, Sie zu transportieren.«
    Fast ohne es zu wollen, war er in jenen Ton verfallen, der in Krisensituationen Menschen und andere Wesen dazu ver-anlasste, seine Anweisungen ohne Zögern zu befolgen. Auch hier blieb die

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