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PR Action 19 Die Gläsernen Kinder

PR Action 19 Die Gläsernen Kinder

Titel: PR Action 19 Die Gläsernen Kinder
Autoren: Perry Rhodan
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Der Hellquarz war offensichtlich von selbst aus der Leiche gefallen.
    Tanisha nahm den Kristall in Augenschein. »Vergib mir«, flüsterte sie und schloss die Hand um ihn.
    Liarr trat vor das Mädchen. »Perry Rhodan wird ein Problem für die Opulu lösen? Das genügt mir nicht! Wo ist er? Und wo ist ... «
    »Ich spreche für die Opulu«, unterbrach Tanisha ungerührt. »Und ich kündige euch das Gericht an. Ihr werdet büßen. Dieser Planet wird zerstört für die Gräuel, die ihr begangen habt.«
    Betty umfasste Liarrs Arm und sah der Ultima in die Augen, als diese sich umwandte. »Bitte lasst mich reden«, flüsterte sie.
    Zu ihrer Überraschung nickte die Ultima, gleichwohl sie einen missbilligenden Blick auf Bettys Hand an ihrem Arm warf.
    »Wenn ihr diesen Planeten zerstört«, sagte die Mutantin, »wird auch Perry Rhodan sterben. Wie könnte er dann Lok-Aurazin für euch töten? Und warum verdient der Magadone in euren Augen überhaupt den Tod?«
    Sie wollte nicht etwa an das Gewissen der Opulu appellieren, denn sie glaubte nicht, dass diese völlig fremdartige Lebensform so etwas wie ein Gewissen im menschlichen Sinn überhaupt besaß. Sie versuchte, Tanisha oder dem Opulu, der sie lenkte, Informationen zu entlocken.
    »Perry Rhodan befindet sich längst nicht mehr auf dieser Welt.«
    »Wo sonst?«
    Tanisha wandte sich mit einer eckigen Bewegung ab, deutete auf das Einsatzteam, das noch immer die Strahler auf die Beeinflussten richtete. »Diese Männer sollen die Waffen herunternehmen.«
    »Nein«, bestimmte Liarr kühl.
    Im nächsten Moment schrien die Soldaten wie aus einer Kehle. Einige der Strahler schmolzen in ihren Händen, andere stießen mit Wucht zurück, entwanden sich den Fingern und krachten gegen die Brustkörbe ihrer Besitzer.
    Niemand schoss, stattdessen hörte Betty erstickte, entsetzte Laute.
    Das Gesicht des Mädchens blieb ausdruckslos. »Ihr seid biologisches Leben. Unwert. Feindlich. Tödlich. Möge eure Welt vergehen.«
    »Tanisha«, sagte Betty eindringlich. »Hör mich an! Ich bin es ... Betty! Denk an das, was uns verbindet. Denk an ... «
    Das Mädchen achtete nicht auf ihre Worte. »Zieht euch zurück!«, befahl sie den beeinflussten Ekhoniden. »Die Armee der gläsernen Kinder soll ihrer Aufgabe nachgehen.«
    Achtzehnmal schlug Luft in das Vakuum, das die teleportierenden Körper schufen.
    »Wo hast du sie hingeschickt, Kind?«, fragte Liarr scharf. Die kühle Maske der Ultima fiel in genau diesem Moment, und darunter kam eine verängstigte, wütende und entsetzte Frau zum Vorschein. Eine Frau, die sich womöglich panisch fragte, was aus der Welt werden würde, für die sie die Verantwortung trug.
    Man konnte es Liarr nicht verdenken, dass sie offenbar dicht davor stand, die Nerven zu verlieren - immerhin hatte die Ultima mit ansehen müssen, wie Ta-nisha ganz nebenbei ein komplettes Einsatzteam entwaffnet hatte, eine Truppe, die die Sicherheit im Regierungssitz hatte gewährleisten sollen und entsprechend ausgebildet war.
    Betty befürchtete, dass Liarr unüberlegt handeln und damit die Situation noch verschlimmern könnte. »Schickt Eure Leute weg«, wandte sie sich deshalb an Liarr. »Bitte.«
    Und leise fügte sie hinzu: »Sie könnten gegen Tanisha ohnehin nichts aus-richten.«
    Sie wusste genau, dass dies nur teilweise der Wahrheit entsprach; wenn genügend Angreifer das Mädchen gleichzeitig ins Kreuzfeuer nahmen, konnte sich Tanisha nicht gegen alle wehren. Betty hoffte inständig, dass es dazu nicht kommen würde.
    Liarr zögerte, willigte schließlich ein und scheuchte die Soldaten mit einer beiläufigen Handbewegung aus dem Raum. Einige gingen gebeugt oder hielten die Waffenhände an die Brust gepresst. Sie hatten wohl noch mit den Folgen von Tanishas Psi-Attacke zu kämpfen.
    Nachdenklich schaute Betty Tbufry hinter ihnen her. Ob es wohl freie Soldaten oder wie auch immer geartete Sklaven sind , wie man sie offenbar in allen Positionen in diesem verrückten System finden kann? Sie hatte nie verstanden, wie eine Gesellschaft funktionieren konnte, die auf dem Grundgedanken der Sklaverei basierte.
    Das Naral-System schien allerdings eindringlich zu beweisen, dass es sehr wohl möglich war, wenn man den Sklaven nur genügend Ehre und Ansehen entgegenbrachte. Für Rettkal war es offenbar die Erfüllung seines Lebenstraums, ein Gladiatorsklave zu sein, sobald er seine Ausbildung abgeschlossen hatte.
    Falls es jemals noch dazu kommt ... Das Schicksal spielt ihm übel mit,

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