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Planet des Lichts

Planet des Lichts

Titel: Planet des Lichts
Autoren: Lloyd Biggle jr
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solchen Fall erinnern.”
    „Ich habe mit Menschen gesprochen, die mit Animaloiden befreundet waren”, sagte Korak lächelnd. „Sie alle sagen, daß eine solche Freundschaft eine neue Dimension des eigenen Selbst eröffnet.”
    „Dann ist es zu bedauern, daß wir auf unserer Welt keine Animaloide mehr haben. Ich sende dir die Berichte, sobald ich sie beisammen habe.”
    In den Bergen des südlichen Kontinents von Donov lag die pittoreske Stadt Verna Plai. Sie lag in einem Tal, das wegen seiner Mineralquellen berühmt war. Außerdem besaß die Stadt eine bekannte Kunstkolonie.
    Einer der Künstler, die in Verna Plai lebten, war Gof Milfro. Einmal in der Woche kam er aus der Kolonie in die Stadt, um den Kunsthändlern seine Werke anzubieten und heiter festzustellen, daß in der vergangenen Woche keines seiner Gemälde verkauft worden war. Dann kämmte er die Hotels nach kunstunverständigen Touristen durch, die sich für seine Bilder interessieren könnten. Wenn das fehlschlug, überlegte er, welchen seiner Bekannten er am ehesten anpumpen konnte, um die nächste Woche zu überleben. Da er fast nie etwas zurückgezahlt hatte, erwies sich eine neuerliche Anleihe meist als schwierig.
    Als er eine unverhoffte Geldanweisung von Gerald Gwyll erhielt, ging er fröhlich in die Stadt und besuchte seinen Kollegen Jharge Roln.
    „Ich bin gekommen, um dir die fünf Dons zurückzuzahlen, die ich dir schulde.”
    Roln, nahm das Geld und starrte den Freund erstaunt an.
    „Aber du schuldest mir nichts.”
    „Habe ich mir niemals fünf Dons von dir ausgeborgt?” Roln schüttelte den Kopf.
    „Nun, irgend jemand ist dir sicher fünf Dons schuldig. Betrachte diese Schuld als beglichen.”
    Als Milfro nach der Rückzahlung weiterer Schulden wieder völlig pleite war, suchte er das Bistro „Die geschlossene Tür” auf, in dem sich die Maler zu versammeln pflegten. Hier hatte Milfro den Ehrensitz inne. Dazu war es gekommen, weil er vor Jahren eine Zechschuld damit beglichen hatte, indem er sein Selbstbildnis – Milfro in historischer Ritterausrüstung – an die Wand gemalt hatte. Die anderen Maler hatten dann ihre eigenen Selbstbildnisse hinzugefügt, in den verschiedensten Kostümierungen.
    Dieses mit der Zeit zu einem riesigen Wandgemälde angewachsene Werk zog bald die Touristen in Scharen an, und der Besitzer des Lokals brachte es zu Ruhm und Reichtum. Weil sein Gastzimmer bald von Touristen überschwemmt wurde, baute er ein Nebenzimmer an, in dem die Maler unter sich sein konnten. Und in diesem Nebenzimmer hatte Milfro, der der Urheber des Wohlstands war, seinen Ehrenplatz.
    Als er letzteren heute einnahm, war seine Stirn sorgenvoll gerunzelt.
    „Habt ihr irgendwelche Neuigkeiten von Sornor gehört?” fragte er.
    „Was soll denn mit Sornor sein?” fragte ein junger Maler.
    „Ich mache mir Sorgen um Franff.”
    „Wer ist denn Franff?”
    „Ein größerer Künstler, als du jemals sein wirst.”
    „Oh – dieses Tier!”
    „Animaloid!” schnappte Milfro. „Und das ist, was du vielleicht zu sein glaubst – ein intelligentes Tier.” Er wollte sich noch weiter über dieses Thema auslassen, aber ein Wortwechsel an der Tür erregte seine Aufmerksamkeit. Eine Frau in Reisekleidung wollte eintreten, wurde aber vom Kellner daran gehindert.
    „Hier dürfen nur Maler ’rein, Ma’am.”
    „Ich möchte mit Mr. Milfro sprechen”, sagte sie. Milfro stand auf.
    „Oh, Sie sind das?”
    Der Kellner trat beiseite, und die große dunkelhaarige Frau ging auf Milfro zu.
    „Gibt es hier keine Wandgemälde? Es ist sehr großzügig von euch Künstlern, daß ihr zuerst an andere denkt, bevor ihr eure eigenen Räume verschönt.”
    „Haben Sie das Gemälde gesehen?” fragte Milfro.
    „Ja. Zwei Stunden lang. Jetzt kehre ich nach Donov Metro zurück und möchte Ihnen vorher noch für den Kunstgenuß danken. Ein hinreißendes Werk!”
    Milfro nahm seinen Turban ab und verbeugte sich.
    „Sie sind mir willkommen … Ich kann mich nicht an Ihren Namen erinnern.”
    „Mona Seerl, Kunstkritikerin aus Adjus.” Mit einem Lächeln verabschiedete sie sich und eilte davon. Milfro ließ sich wieder in seinen Sessel fallen.
    „Ein Künstler kann sich nicht einmal einen Scherz erlauben, ohne daß irgendwelche idiotischen Kritiker etwas Todernstes daraus machen”, sagte er angewidert.
    Jharge Roln trat ein und nahm Milfro gegenüber Platz.
    „Was Franff betrifft … ” begann er zögernd.
    „Was ist mit ihm?” Milfro beugte sich

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