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Magie des Windes - Feehan, C: Magie des Windes - Safe Harbor (5 - Hannah)

Magie des Windes - Feehan, C: Magie des Windes - Safe Harbor (5 - Hannah)

Titel: Magie des Windes - Feehan, C: Magie des Windes - Safe Harbor (5 - Hannah)
Autoren: Christine Feehan
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standen einen Moment lang als geschlossene Gruppe da und lachten alle miteinander, doch dann hatte Karl einen der Männer, mit denen sie sich unterhielten, gepackt und ihn vor seinem Onkel auf die Knie gestoßen. Jonas kam es so vor, als seien sämtliche Männer Tarasovs Leute. Er konnte den Mann nicht identifizieren, den Karl herausgegriffen hatte. Sein Gesicht war im Schatten und alles ging zu schnell. Petr zog seelenruhig eine Waffe hervor und schoss ihm wortlos eine Kugel in den Kopf.
    Jonas und Jackson hatten den Mord gefilmt und sahen sich gerade nach einem Fluchtweg um, als ein weiterer Mann auf dem Kai erschien. Offenbar war er sich der Kamera bewusst, denn sein Körper wurde von einem langen, unförmigen Mantel bedeckt und er hielt sein Gesicht abgewandt, als er kurz mit den Tarasovs sprach. Dann war plötzlich der Teufel los. Karl Tarasov raste auf die Straße zu, fand den Wagen, mit dem
Jonas und Jackson gekommen waren, und den Fahrer und richtete ihn ohne jede Vorwarnung hin. Kugeln flogen in alle Richtungen, als die Russen ausschwärmten und sich daranmachten, Jonas und Jackson zur Strecke zu bringen. Jonas wurde zweimal getroffen. Keine der Kugeln hätte ernsthaften Schaden anrichten sollen, aber er verlor so viel Blut, dass die Wunden tödlich sein würden, wenn er nicht bald Hilfe bekam. Jackson hatte zwei oberflächliche Messerstiche in den Bauch und die Brust abgekriegt, Verletzungen, die sie sich zugezogen hatten, während sie sich den Weg von den Docks in die Gasse freikämpften. Die Gangster wollten den Film an sich bringen.
    Aber den würden sie unter gar keinen Umständen bekommen.
    Jackson lud Jonas’ Waffe und drückte sie ihm in die Hand. »Jetzt kannst du loslegen.« Er rammte ein volles Magazin in seine eigene Waffe und verlagerte sein Gewicht auf die Fußballen. »Ich hole mir ein paar von denen, Jonas. Du presst dir einen frischen Druckverband auf die Wunde in deiner Seite und siehst zu, dass du auf den Füßen bleibst, ganz gleich, was passiert. In ein paar Minuten werde ich ein bisschen Schwung in den Laden bringen und dann musst du bereit sein und sofort loslaufen.«
    Jonas nickte. Schweiß tropfte von seinem Gesicht und überzog seinen Körper. Ja, klar. Er würde bereit sein, und sowie er loslief, würde er vermutlich voll auf die Schnauze fallen, aber dazu durfte er es nicht kommen lassen. Er musste auf den Füßen bleiben und die Waffe in Bereitschaft halten, um Jackson bei seinem verrückten Vorhaben zu decken, denn auf Jackson konnte er sich letzten Endes immer verlassen.
    Jackson verschmolz so lautlos mit der Nacht wie sonst auch. Er war gemeinsam mit Jonas nach Hause gekommen, als sie das gefahrvolle Leben beide gründlich zum Kotzen fanden – und als Jonas seine adoptierte Familie so tierisch vermisste, dass er nicht mehr zu halten war. Jonas hatte sich als Sheriff beworben und Jackson als einer seiner Deputies. Die beiden
hatten eine ruhige Kugel geschoben, bis Jonas bei der Arbeit in ein Sperrfeuer geraten war und sich während der langwierigen Rekonvaleszenz als unruhig und reizbar erwiesen hatte. Duncan Gray, sein früherer Boss, der einer Spezialeinheit des Verteidigungsministeriums vorstand, war mit seiner Bitte an ihn herangetreten. Jackson hätte ihn nur fest angesehen und sie wären weiterhin in Sicherheit gewesen. Aber nein, Duncan hatte genau gewusst, dass er sich an Jonas wenden musste, denn auf den Spruch »Wir brauchen dich« fiel Jonas jedes Mal wieder rein.
    Es war verdammt unfair von ihm gewesen, Jackson in diesen Schlamassel hineinzuziehen. Und er hatte auch nicht vorgehabt, so zu sterben, bei einem harmlosen Aufklärungseinsatz, der dazu dienen sollte, Nikitins gegnerische Bande auszuspionieren. Nichts Besonderes, aber jetzt saßen sie in der Tinte und waren beide verwundet. Jonas öffnete mit den Zähnen die Verpackung des Druckverbandes, spuckte die Hülle aus und klatschte ihn auf seine Wunde, bevor er sich weitere Gedanken darüber machen konnte.
    Feuer schien durch seine Adern zu rasen und brannte sich so tief in ihn hinein, dass sein Körper erschauerte. Er musste sich fest an den Abfallcontainer klammern, um sich auf den Füßen zu halten – wenn das nicht reichlich unhygienisch war! Verfluchter Mist, diesmal steckte er in echten Schwierigkeiten. Er stand wankend da und das Einzige, was stillhielt, war seine Hand mit der Waffe.
    Er griff in seine Hemdtasche und zog ein Foto heraus, das Einzige, das er bei sich trug. Er hätte es vernichten sollen.

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