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Liebenswerte Langhälse - über den artgerechten Umgang mit Gänsen

Liebenswerte Langhälse - über den artgerechten Umgang mit Gänsen

Titel: Liebenswerte Langhälse - über den artgerechten Umgang mit Gänsen
Autoren: Marion Bohn-Foerster
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Einleitung
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    Gänse sind sehr wachsam. Sie behalten ihr Umfeld stets gut im Blick. (Foto: Marion Bohn-Förder)
    Gänse sind dem Menschen wundervolle und treue Gefährten. Die empfindsamen „Langhälse“ besitzen einen starken Bindungstrieb und werden bei liebevoller Behandlung zu anhänglichen Familienmitgliedern. Aus diesem Blickwinkel wollen wir die private Hobbygänsehaltung hier betrachten.
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    Gänse sind sehr soziale Lebewesen, die sich eng an den Menschen anschließen können. Nicht umsonst waren es die Graugänse, die der populäre Verhaltensforscher Konrad Lorenz genau studierte. Ein Tier, an dem man manchmal fast menschenähnliche Züge zu entdecken meint – gerade das macht sicherlich auch den Reiz aus, sich für Gänse als Haustiere zu entscheiden. Wer mit diesen charismatischen Vögeln lebt, sie bewusst erlebt und es versteht, mit ihnen zu kommunizieren, der wird mit einer einzigartigen Mensch-Tier-Freundschaft belohnt. Dieses „menschlich-gänsische“ Miteinander ist eine wunderbare Bereicherung im Leben aller Gänseliebhaber mit großem Garten und reichlich Wiesenfläche. Zudem sind Gänse emsige Landschaftspfleger und ausgezeichnete „Home-Sheriffs“. Sie stehen in ihrer Wachsamkeit einem Hund in nichts nach. Ihr heimisches Revier haben die aufmerksamen Federtiere stets gut im Blick, denn Gänse besitzen auf die Ferne eingestellte scharfe Augen und können auch weit entfernte Dinge noch sehr gut erkennen. Ihr langer Hals ist dabei von Vorteil. Die weithin hörbaren, langhalsigen „Alarmanlagen“ ernähren sich rein vegetarisch und suchen sich ihr Grünfutter selbstständig.

    Fell trifft Feder – in ländlichen Regionen hoffentlich bald wieder ein häufigerer Anblick. (Foto: Dr. Richard Maurer)
    Ich züchte seit einigen Jahren graue Pommerngänse und habe mich diesem herrlichen Hobby verschrieben. Ein Leben ohne meine treuen Gänse? Ich könnte es mir nicht vorstellen! Was gibt es Schöneres, als sie am Morgen aus dem Stall zu lassen und ihnen nachzusehen, wenn sie voller Lebensfreude, mit kraftvollen Flügelschlägen, laut trompetend über die reifbedeckte Wiese rennen, nach einigen Metern wieder umkehren und in meine Richtung flattern, um mich dann mit waagerecht gestreckten Hälsen laut schnatternd auf „Gänsisch“ zu begrüßen. In einem solchen Moment spüre ich das Vertrauen und die tiefe Zuneigung, die meine Gänse mir entgegenbringen, und bin sehr glücklich.
    Umso trauriger stimmt es mich, dass es Menschen gibt, die in diesem Vogel nur die „Martinsgans“ oder den „Weihnachtsbraten“ sehen. Für sie ist die Gans lediglich ein seelenloses Nutzgeflügel, das einzig und allein der Befriedigung ihrer kulinarischen Fleischeslust dient. Ich bin mir sicher, dass viele dieser Festtagsgourmets ihre gleichgültige Einstellung den Gänsen gegenüber ändern würden, wenn sie die klugen Vögel einmal näher kennenlernten. Ich würde mir für unsere liebenswerten Mitgeschöpfe mehr Achtung und Respekt wünschen.
    Glücklicherweise erfreuen sich die „Langhälse“ in den letzten Jahren zunehmender Beliebtheit. Gerade in ländlichen Regionen interessieren sich die Gänseliebhaber wieder mehr denn je für die private Gänsehaltung. So wie sicher auch Sie, sonst hätten Sie sich nicht dieses Buch gekauft. Ich freue mich sehr über Ihr Interesse und möchte Ihnen hier, in einer auch für den Einsteiger leicht verständlichen Form, meine gesammelten praktischen Erfahrungen in der Gänsehaltung weitergeben. Ich werde Sie nun in die „geflügelte“ Welt unserer Gänse begleiten, um Ihnen Ihre zukünftigen gefiederten Freunde und deren Bedürfnisse vorzustellen.

Wie sind Gänse?
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    Gänse werden oft mit Landidylle und Bauernhofromantik in Verbindung gebracht. (Foto: Michael von Lüttwitz)
    Sie sind geliebt und gefürchtet. Sie tauchen in Märchen auf, werden in Liedern besungen und schrieben schon im alten Rom als heilige Tiere Geschichte. Denn es waren die wachsamen Gänse des römischen Kapitols, die herannahende gallische Feinde sofort bemerkten und lautstark ankündigten. So wurde Schlimmeres verhindert, und der Angriff konnte erfolgreich zurückgeschlagen werden. Seither genossen die „Gänse des Kapitols“ hohes Ansehen. Noch heute werden Gänse vom Militär als Wachtiere für Munitionsdepots gehalten.
    Konträr zu ihrem Ruf als schlauer Vogel steht das Schimpfwort „dumme Gans“. Ob es der manchmal schon außerordentlichen „Sturheit“ dieser Vögel zu verdanken ist oder

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