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Leidenschaft zum Dessert

Leidenschaft zum Dessert

Titel: Leidenschaft zum Dessert
Autoren: Jennifer Lewis
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sein Büro betrat, während er fort war, aber er hatte ihr ja nicht ausdrücklich gesagt, sie solle draußen bleiben. Sie wollte es auf eine Weise umorganisieren, dass Kazim sich fragen würde, wie er bis jetzt ohne sie hatte überleben können.
    Sie öffnete die Tür. Es gab weder Bilder an den Wänden noch sonst irgendwelche Dekorationsgegenstände. Auch auf seinem Schreibtisch stand kein einziges gerahmtes Foto. Kazim war offenbar zu jeder Zeit völlig auf seine Arbeit konzentriert.
    Sara hatte zwar keinen Zweifel daran gelassen, dass sie nicht seine persönliche Kaffeekocherin war, aber jetzt hatte sie das Bedürfnis, ihm zu beweisen, dass sie alles tun würde, was in ihrer Macht stand, damit sein Tag so problemlos wie möglich verlief. Mit ihrer gewohnten Gründlichkeit brachte sie Ordnung in das Durcheinander von Papieren auf Kazims Schreibtisch und bedachte sie mit beschrifteten Aufklebern, wenn sie sofortige Maßnahmen verlangten. Sie spitzte die Bleistifte und probierte alle Kugelschreiber aus, um die leeren fortzuwerfen.
    Sie hatte in ihrem Büro Schmieröl gefunden, um seinen Sessel von seinem nervigen Quietschen zu befreien. Und da sie schon immer zu den Menschen gehört hatte, die notfalls selbst die Ärmel hochkrempelten, kniete sie gerade unter dem Sessel, als die Tür zum Büro geöffnet wurde.
    „Was in aller Welt …“ Die tiefe Stimme ihres Chefs erfüllte den Raum.
    Von ihrem Platz aus sah Sara nur seine glänzenden schwarzen Stiefel und die Aufschläge seines Nadelstreifenanzugs. Ihr Magen zog sich zusammen, und sie sprang erschrocken auf, wobei sie sich den Kopf am Sessel stieß. „Au!“
    Kazim kam auf sie zu, und Sara schluckte mühsam und richtete sich so würdevoll auf, wie sie es in ihrem engen Rock nur konnte.
    Kazim sah stirnrunzelnd auf die glatte Oberfläche seines Schreibtischs, die vorhin noch mit Papieren bedeckt gewesen war, dann musterte er Sara und die Dose Schmieröl in ihrer Hand, und seine Miene wurde noch finsterer.
    „Was machen Sie da?“
    Sie räusperte sich. „Ihr Sessel quietscht.“
    Er hob eine Augenbraue.
    „Ist Ihnen das noch nicht aufgefallen? Es hat mich wahnsinnig gemacht. Lassen Sie sehen, ob das Quietschen jetzt vorbei ist.“ Sie setzte sich in den großen Ledersessel und registrierte zufrieden, dass kein einziges Geräusch zu hören war. „Ich glaube, ich habe es geschafft.“
    Er verzog keine Miene. „Was haben Sie mit meinem Schreibtisch gemacht?“
    „Ich habe Ihre Papiere in Kategorien aufgeteilt und geordnet. Ich habe nichts weggeworfen, keine Sorge, aber ich glaube, der Stapel auf der rechten Seite ist überflüssig.“
    Er runzelte wieder die Stirn. „Wie könnten Sie genug über meine Arbeit wissen, um meine Papiere zu ordnen? Noch dazu an Ihrem ersten Tag?“
    „Purer Instinkt.“
    „Bitte räumen Sie meinen Sessel.“ Kazim sprach betont langsam, als hätte er jemanden vor sich, der schwer von Begriff war.
    Sara sprang sofort auf.
    „Wie kamen Sie auf die Idee, Sie könnten mein Büro betreten und ohne Erlaubnis meine Papiere durchwühlen?“
    „Ich denke, dass es zu meinen Pflichten gehört, Ihren Schreibtisch in Ordnung zu halten.“
    Er musterte sie kühl. „Woher soll ich wissen, dass Sie keine Wanze angebracht haben?“
    „Eine Wanze?“
    „Um meine Gespräche mitzuhören.“
    „Sagen Sie denn etwas, das sich abzuhören lohnt?“, konterte Sara und bedauerte ihre kindische Reaktion sofort.
    Kazim sah sie fassungslos an. „Für meine Konkurrenten würde es sich schon lohnen.“ Er kam näher und ging um Sara herum, hockte sich schnell hin und suchte mit der Hand die Unterseite des Sessels ab.
    Saras Blick blieb an seinem Nacken hängen, an dem bisschen sonnengebräunter Haut, die zwischen dem Kragen seines gestärkten weißen Hemds und seinem kurz geschnittenen schwarzen Haar zu sehen war.
    Jetzt kniete er vor dem Schreibtisch. Die Muskeln seiner Oberarme zeichneten sich unter seinem Jackett ab und zogen Saras Aufmerksamkeit auf sich. Erst Sekunden später wurde ihr klar, dass er auch den Schreibtisch nach Wanzen absuchte.
    Kazim beugte sich weiter vor, und Sara konnte seine muskulösen Beine bewundern. Der Mann war gebaut wie ein Zehnkämpfer. Sie machte einen Schritt zurück, um die seltsamen Reaktionen ihres Körpers wieder in den Griff zu bekommen.
    Kazim kam wieder unter dem Schreibtisch hervor, während Sara versuchte, überallhin zu schauen, nur nicht auf seinen knackigen Po.
    „Glauben Sie immer noch, dass ich eine

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