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Kommissar Morry - Terror um Mitternacht

Kommissar Morry - Terror um Mitternacht

Titel: Kommissar Morry - Terror um Mitternacht
Autoren: Hans E. Koedelpeter
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Kommissar Morry
    Terror um Mitternacht

    Terror um Mitternacht
    Kriminalroman
    von
    Kommissar Morry
    Wild toben die Naturgewalten mit donnernder Meeresbrandung und peitschenden Gewitterblitzen um die Klippen des Schloßhotels vor der Steilküste Englands. Ein Schuß peitscht durch die Nacht, und ein gellender Schrei verliert sich in der Tiefe. Im Zimmer Nr. 13 wartet der Münzverbrecher Randy auf seine Chance gegen den gefährlichen Spencer Wyck, und nebenan lauert die schöne Grace Marlowe auf die Stunde der Abrechnung mit dem Mann, der ihr den Verlobten nahm. Was ist geschehen? In London hat Mrs. Anita Benson eine merkwürdige Art, ihr Dasein zu beschließen. Der tote Mixer vom Odeon fährt angeblich Straßenbahn, und Mr. Shippers macht seinem Namen wenig Ehre; er findet ein unrühmliches Ende auf einem alten Themse-Dampfer. Die Motive; sind dunkel, und Kommissar Morry kommt auf den seltsamen Einfall. Leute zu suchen, die gern einen Schluck Pernod trinken. Der Terror um Mitternacht geht weiter, bis auch der Letzte die Nerven verliert.

    KOMMISSAR MORRY
    Terror um Mitternacht
    Kriminal – Roman

    MERCEDA - VERLAG Albachten b. Münster/Westfalen

    Foto: Constantin/Lila Union Film
    Rechte, insbesondere die der Übersetzung und Verfilmung, Vorbehalten. Nachdruck verboten. Copyright by Merceda-Verlag Albachten b. Münster i. W.
    Gesamtherstellung: W.Riedel KG., Menden/Sauerland

    Der junge Mann hatte gerade die Bar durchschritten, als zweimal der Summer ertönte. Ohne Hast setzte er die Flaschen ab, die er vom Keller hereingebracht hatte. Anita kommt heute schon früh, dachte er flüchtig. Er lächelte ein bißchen, als er auf die Treppe zuging. Ihm war nicht entgangen, daß sie etwas von ihm wollte. Aber sie vergeudete ihre Zeit. Er konnte sich nicht mit ihr einlassen. Schließlich ging es um seinen Hals. Gewiß war sie ein Mädchen wie alle anderen. Irgendwann einmal würde sie einen Fehler begehen. Und dann war es um ihn geschehen. Nein, es ging nicht. Eigentlich schade. Anita war hübsch. Nur spät abends, wenn das Lokal schon voll war und die beiden Ventilatoren gegen die zähen Rauchschwaden ankämpften, verbreitete sie einen etwas unangenehmen Geruch. Sie wußte das. Jede Nacht verschwand sie mehrere Male auf der Toilette, um sich mit einem Kosmetikstift die Achselhöhlen einzureiben. Aber das half immer nur kurze Zeit. Der junge Mann stieg die Treppe hinauf und schob den Riegel der Tür zurück. Im Lokal war es dämmrig, und als er die Tür öffnete, überfiel ihn das helle Tageslicht so plötzlich, daß er kurz die Augen schließen mußte. Als er sie wieder öffnete, sah er sich unverhofft einem Mann gegenüber. Es war der Mann, den er fürchten gelernt hatte.
    „Ach, du bist 's“, sagte er überrascht.
    „Ja, ich bin 's“, bestätigte der Besucher. Er trug eine Sonnenbrille.
    Die beiden jungen Männer waren fast gleich groß. Sie standen einander friedfertig gegenüber, und niemand, der zufällig an ihnen vorüberging, hätte etwas von der Spannung wahrgenommen, die die beiden empfanden.
    „Hast du was dagegen, wenn ich rein komme?“ fragte der Besucher mit spöttischer Höflichkeit. Langsam nahm er die Brille ab.
    „Wir haben noch nicht geöffnet“, erklärte der Mann im Türrahmen. Wie geistesabwesend fügte er hinzu: „Ich dachte, es sei Anita. Sie klingelt immer zweimal.“
    „Ein hübsches Kind", meinte der Besucher. „Du wirst sie nicht so schnell Wiedersehen.“
    „Was soll das heißen und woher weißt du das?“
    „Ich weiß vieles. Daran mußt du dich gewöhnen. Es wäre besser gewesen, du hättest meine Möglichkeiten von vornherein richtig eingeschätzt. Aber du wolltest mir durchaus Schwierigkeiten machen. Du hast in mir den Feind gesucht. Jetzt ist es zu spät.“
    Der junge Mann, der die Tür geöffnet hatte, hörte nur die letzten Worte. Jetzt ist es zu spät . . . das war genau das, was ihm durch den Sinn geschossen war, als er statt Anita den unerwarteten Besucher vor der Tür gesehen hatte. Einen Augenblick schaute er hoch zum Himmel, als müßte er ihn noch ein letztes Mal sehen: seine lichte Bläue und die weißen Tupfen der Kumuluswolken, die dahin segelten.
    „Ich schlage vor, wir gehen nach unten“, meinte der Besucher drängend.
    „Ja ja, sofort.“
    Vielleicht sollte ich jetzt um Hilfe rufen, dachte der Mann unter der Tür. Er trug das kurze, weiße Frackjäckchen eines Barmixers und hatte die Unterlippe zwischen die Zähne gezogen. Aber dann gab er den Plan auf. Er

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