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Jedi-Akademie 01 - Flucht ins Ungewisse

Jedi-Akademie 01 - Flucht ins Ungewisse

Titel: Jedi-Akademie 01 - Flucht ins Ungewisse
Autoren: Kevin J. Anderson
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    Die Ballung Schwarzer Löcher griff mit Klauen aus Schwerkraft nach dem Millennium Falken und zog ihn näher an sich heran. Selbst im gefleckten Nebel des Hyperraums konnte Han Solo die riesige Verzerrung als bläulichen Strudel erkennen, der versuchte, sie in die Unendlichkeit zu saugen.
    »He, Chewie! Meinst du nicht auch, daß wir zu nah sind?« Er starrte den Navcomputer des Falken an und wünschte, einen Kurs gewählt zu haben, der sie in einer sicheren Entfernung am Schlund vorbeigeführt hätte. »Was glaubst du eigentlich, was das hier ist, eine alte Schmuggelmission? Diesmal brauchen wir uns nicht zu verstecken.«
    Chewbacca an seiner Seite sah enttäuscht drein und grollte eine Entschuldigung, wobei er mit seinen haarigen Pfoten in der stickigen Luft des Cockpits herumwedelte.
    »Ja, wir sind diesmal wirklich in offizieller Mission unterwegs. Kein Herumschleichen mehr. Also benimm dich entsprechend, okay?«
    Chewbacca stöhnte eine skeptische Antwort und wandte sich wieder seinen Navigationsdisplays zu.
    Han spürte den Drang, wieder zu seinen alten Lastern zurückzukehren, so wie damals, als er auf der anderen Seite des Gesetzes gestanden hatte, und, von imperialen Scoutschiffen gejagt, Gewürze schmuggelte. Als sein Leben noch frei und unbeschwert gewesen war.
    Bei einer dieser tollkühnen Missionen hatten er und Chewbacca praktisch die Bauchwandung des Falken abrasiert, als sie eine Abkürzung genommen und näher an der Schlund-Ballung aus Schwarzen Löchern vorbeigeschrammt waren als je ein Schiff zuvor. Vernünftige Piloten mieden das Gebiet und nahmen Umwege in Kauf, um den Schwarzen Löchern auszuweichen. Aber die Geschwindigkeit des Falken hatte sie sicher auf die andere Seite gebracht und die Strecke nach Kessel auf unter zwölf Parsecs schrumpfen lassen.
    Trotzdem hatte diese »todsichere« Mission ein katastrophales Ende genommen; Han hatte seine Ladung Gewürze gerade noch über Bord werfen können, ehe sie von den Imperialen geentert worden waren.
    Diesmal jedoch kehrte Han unter anderen Umständen nach Kessel zurück. Seine Frau Leia hatte ihn zu einem offiziellen Vertreter der Neuen Republik ernannt, einer Art Botschafter also, auch wenn es sich dabei um einen Titel ehrenhalber handelte.
    Aber selbst ein Ehrentitel hatte seine Vorteile. Han und Chewbacca mußten nicht länger Scoutschiffen ausweichen oder planetare Sensornetze unterfliegen oder die geheimen Hohlräume unter den Deckplatten benutzen. Han Solo befand sich in der unwahrscheinlichen und irritierenden Position einer Respektsperson. Ein anderes Wort gab es nicht dafür.
    Doch Hans neue Verantwortungen waren nicht nur kuriose Ärgernisse. Er war mit Leia verheiratet – wer hätte sich das vorstellen können? – und hatte drei Kinder.
    Han lehnte sich in seinem Pilotensessel zurück und verschränkte die Hände hinter dem Kopf. Er gestattete sich ein wehmütiges Lächeln. So oft wie möglich hatte er die Kinder in ihrer schützenden Isolation auf dem Geheimplaneten besucht, und in einer Woche sollten die Zwillinge nach Coruscant heimkehren. Anakin, das dritte kleine Baby, erfüllte ihn jedesmal mit Staunen, wenn er es an den winzigen Rippen kitzelte und sah, wie ein vergnügter Ausdruck auf dem Gesicht des Säuglings erschien.
    Han Solo, eine Vaterfigur? Leia hatte vor langer Zeit einmal gesagt, daß sie »nette Männer« mochte – und genau das war es, was aus Han geworden war!
    Er bemerkte, daß ihn Chewbacca aus den Augenwinkeln heraus beobachtete. Verlegen setzte sich Han gerade hin und studierte die Kontrollen. »Wo sind wir? Dieser Sprung müßte doch gleich zu Ende sein.«
    Chewie brummte eine Bestätigung und griff dann mit einer haarigen Pfote nach den Hyperraumkontrollen. Der Wookiee verfolgte den Countdown an seinem Kontrollpult; im richtigen Moment riß er an dem Hebel, der sie in den Normalraum zurückstürzen ließ. Die gefleckten Farben des Hyperraums verwandelten sich in Sternlinien, begleitet von einem Dröhnen, das Han mehr spürte als hörte; dann umgab sie der erwartete Gobelin aus Sternen.
    Das Spektakel des Schlundes hinter ihnen erinnerte an ein grelles Fingergemälde, als ionisiertes Gas in die zahlreichen Schwarzen Löcher stürzte. Direkt vor dem Falken sah Han das blauweiße Leuchten von Kessels Sonne. Als das Schiff beidrehte, um parallel zur Ekliptik zu gehen, kam Kessel selbst in Sicht, kartoffelförmig und zottelig von den flusigen Ausläufern seiner entweichenden Atmosphäre, umkreist von

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