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Ghostwalker 01 - Ghostwalker 01

Titel: Ghostwalker 01 - Ghostwalker 01
Autoren: Michelle Raven , Michelle
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Michelle Raven

    Roman

     
    Inhalt
    1
    2
    3
    4
    5
    6
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    32
    Epilog
    Impressum
     
    1
    Außerhalb von Mariposa, Kalifornien
    Marisa sah von ihrem Buch auf, als Angus sich von seinem Platz zu ihren Füßen erhob und zur Tür lief. Die Nase witternd in die Luft gestreckt lehnte er sich an das Holz und grollte tief in der Kehle. Normalerweise ließ sich der alte Bloodhound durch nichts im Schlaf stören und reagierte äußerst empfindlich, wenn er sich bewegen sollte. Was konnte interessant genug sein, dass er so radikal mit seinen lieb gewonnenen Gewohnheiten brach? Das Grollen wurde lauter, stumpfe Krallen kratzten an der Tür.
    „Angus, lass das!“ Das Holz war ihr egal, aber erst neulich hatte sie mit ihm wegen einer ausgerissenen Kralle zum Tierarzt fahren müssen. Es gab vermutlich nichts Schlimmeres als einen leidenden Bloodhound – außer vielleicht die Arztrechnung.
    Angus blickte sie mit seinen triefenden Augen an, bevor er sich umdrehte und seine Tätigkeit wieder aufnahm. Diesmal begleitet von einem ohrenbetäubenden Bellen, das zwischen Winseln und Jaulen wechselte. Marisa legte das Buch beiseite und presste sich beide Hände auf die Ohren.
    „Angus, bist du wohl ruhig!“
    Er drehte den Kopf zu ihr, ließ sich aber in seinem Konzert nicht stören. Im Gegenteil: kratzen, bellen, schnüffeln, winseln, jaulen wechselten sich in schneller Reihenfolge ab. Was um Himmels willen hatte dieser Köter?
    Mit einem tiefen Seufzer erhob sich Marisa und baute sich vor Angus auf. Die Augen auf sie gerichtet stieß er ein markerschütterndes Heulen aus. Sie zuckte erschrocken zusammen. Das hatte der Hund noch nie getan, seit sie ihn vor beinahe drei Monaten von ihrem Großonkel geerbt hatte. Wieder einmal fragte sie sich, wieso Juan Pérèz den Bloodhound gerade ihr anvertraut hatte. Sie hatte nie ein Tier besessen, nicht einmal ein Kaninchen, und dafür gab es gute Gründe. Aber eines Tages war ein Brief angekommen, in dem stand, dass Juan verstorben wäre und sie auserkoren hatte, sich um Angus zu kümmern. Es wäre gelogen zu sagen, sie hätte Luftsprünge vollführt, aber sie hatte es nicht über sich gebracht, den Hund im Tierheim zu lassen, wo er nach kurzer Zeit eingeschläfert worden wäre.
    Deshalb stand sie nun hier und fragte sich, in welcher Hautfalte der Ausschalter versteckt war. Sie beugte sich zu ihm hinunter und legte ihre Hand auf seinen massigen Kopf. „Ist ja gut, mein Junge, ganz ruhig.“ Genauso gut konnte sie mit einem der ausgestopften Tiere in Jack’s Superstore reden, so wenig reagierte Angus auf sie. „Komm mit, du bekommst auch ein Leckerli, wenn du brav bist.“ Normalerweise rannte der Hund sie fast über den Haufen, wenn sie Futter erwähnte, doch diesmal starrte er nur die Tür an, das Fell in seinem Nacken gesträubt.
    Also gut, dann eben mit Gewalt. Marisa griff nach seinem Halsband und versuchte, ihn von der Tür wegzuziehen. Angus bewegte seine über fünfzig Kilogramm keinen Millimeter. Beinahe hatte sie den Eindruck, er würde die Augenbraue hochziehen und sich fragen, was sie da eigentlich versuchte. Marisa verdrehte die Augen. Jetzt fing sie schon an, einem Tier menschliche Eigenschaften anzudichten, es wurde eindeutig Zeit, den Spuk zu beenden und ins Bett zu gehen.
    „Angus, wenn du jetzt nicht …“ Ein lautes Poltern auf der Veranda ließ sie verstummen. Ihr Blick wanderte zur Tür, als könnte sie durch das massive Holz erkennen, was das Geräusch verursacht hatte. Angus stand neben ihr, sein gesamter Körper angespannt, die langen Ohren zur Seite gedreht, die Nase witternd erhoben. Irgendetwas schien auf der Veranda zu sein.
    Furcht rieselte durch ihren Körper, während sie angestrengt lauschte. Es war totenstill. Anstatt mit dem Hund zu schimpfen, hätte sie sich vielleicht fragen sollen, weshalb er einen solchen Lärm veranstaltete. Erschrocken zuckte Marisa zusammen, als Angus erneut laut bellte. Eine Hand auf ihr hämmerndes Herz gepresst, versuchte sie, ihn zu beruhigen, damit sie etwas hören konnte. Sollte jemand versuchen einzubrechen, wurde er sicher von dem Radau abgeschreckt. Aber warum hörte der Hund dann nicht irgendwann auf zu bellen? Im Gegenteil, die Muskeln in seinem kräftigen Körper spannten sich an, als wartete er nur darauf, sich auf seine Beute stürzen zu können.
    Wieder einmal wurde ihr bewusst, wie einsam sie wohnte, auch wenn es nur wenige

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