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Froehliche Tage fuer Hanni und Nanni

Froehliche Tage fuer Hanni und Nanni

Titel: Froehliche Tage fuer Hanni und Nanni
Autoren: Enid Blyton
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In der sechsten Klasse
     

    Während der Sommerferien hatte das Internat Lindenhof sechs Wochen leer gestanden. Kein Geräusch störte die Stille, außer dem Surren des Staubsaugers und dem Brummen der Bohnermaschine.
    Nun war alles wieder anders. Autobusse mit schwatzenden, lachenden Mädchen rollten den Berg hinauf - in Lindenhof begann ein neues Schuljahr.
    „Man sollte nicht glauben, dass Herbst ist“, sagte Hanni Sullivan zu ihrer Zwillingsschwester Nanni. „Die Sonne brennt genauso heiß vom Himmel wie im Sommer. Auf jeden Fall können wir noch Tennis spielen.“
    „Ich gehe heute Nachmittag erst mal baden“, erklärte Bobby, deren Gesicht diesmal noch sommersprossiger wirkte als sonst.
    „Ach, Bobby! Immer musst du Tennis spielen, schwimmen oder sonst im Freien herumspringen“, sagte Claudine, die kleine Französin. „Und deine Sommersprossen! Im Gesicht hast du mehr denn je. Ich war in diesen Ferien überhaupt nicht in der Sonne, bei mir wirst du keine einzige Sommersprosse finden!“
    Alle lachten. Claudine hatte immer Angst vor Sommersprossen - aber nicht mal mit der Lupe konnte man auf ihrem Gesicht oder ihren weißen Händen auch nur eine einzige entdecken.
    Die Mädchen strömten in die Schule, liefen die vertrauten Stufen hinauf, begrüßten einander und schüttelten sich die Hände.
    „Hallo, Hilda! Hallo, Jenny! Oh, da ist ja auch Carlotta, diesmal sieht sie wirklich aus wie eine Zigeunerin! Wo warst du denn in den Ferien, Carlotta?“
    „In Spanien, ich habe Verwandte dort. Es war einfach herrlich!“
    „Da kommt Marianne! Die ist aber gewachsen!“, sagte Nanni. „Und Carla läuft wie eine Maus nebenher.“
    „Hallo!“, sagte die große, stämmige Marianne und kam näher. „Wie geht‘s?“
    „Tag, Marianne! Tag, Carla!“, riefen die Mädchen. „Ihr wart in den Ferien zusammen, nicht wahr? Ich wette, ihr habt die ganze Zeit nur Sport getrieben!“
    „Wart ihr schon im Klassenzimmer?“, erkundigte sich Bobby. „Es sollte ja in den Ferien frisch gestrichen werden.“
    Alle drängten sich in das neue Klassenzimmer. Es sah hell und freundlich aus. Durch die Fenster hatte man einen wunderbaren Blick.
    „Ich habe übrigens meine jüngere Schwester aus Frankreich mitgebracht“, erzählte Claudine. „Sie ist jetzt in der zweiten Klasse. Dort unten könnt ihr sie sehen, die kleine Antoinette.“
    Die Mädchen schauten aus dem Fenster. Unten im Hof lehnte ein ungefähr zwölfjähriges Mädchen an einem Baum und betrachtete interessiert das Gewühl ringsum. Die Neue glich der blassen, dunkelhaarigen Claudine und wirkte sehr selbstsicher.
    „Willst du nicht hinuntergehen und Antoinette herumführen und ihr alles zeigen?“, fragte Hanni. „Wahrscheinlich kommt sie sich recht verloren vor.“
    „Antoinette bestimmt nicht“, sagte Claudine. „Sie kann wie ich auf eigenen Zehen stehen.“
    „Auf eigenen Füßen, meinst du wohl“, sagte Bobby grinsend. „Diese Redewendungen wirst du nie richtig lernen, Claudine. Ach, da ist ja auch Mamsell!“
    Die Französischlehrerin, zu der die Bezeichnung Mamsell viel besser passte als das steife „Mademoiselle“, ging mit besorgtem Gesicht in den Garten.
    „Sie sucht die kleine Antoinette“, sagte Claudine. „Sie hat sie seit zwei Jahren nicht mehr gesehen. Antoinette wird sich vor ihrer Liebe gar nicht retten können. Meine Tante findet ihre kleine Nichte Antoinette sicher genauso einmalig wie mich!“
    Für Claudine war es manchmal recht nützlich, dass ihre Tante in Lindenhof war, aber ebenso oft auch ziemlich unangenehm. In diesem Augenblick war es für Antoinette unangenehm. Die kleine Französin schaute ahnungslos und vergnügt ihren neuen Schulkameradinnen zu - da ergoss sich plötzlich eine Lawine über sie. Zwei starke Arme drückten sie fast zu Tode und französische Koseworte erklangen. Küsse knallten auf ihre Wangen und dann erstickte sie fast in einer Umarmung.
    „Ah, la petite Antoinette, mon petit chou“, schrie Mamsell und strahlte über das ganze Gesicht. Alle Mädchen hörten auf zu schwatzen und betrachteten kichernd das ungleiche Paar. Sie sahen Antoinette an, wie wenig begeistert sie von dieser überschwänglichen Begrüßung war.
    Da entdeckte Antoinette ihre ältere Schwester, die sich aus einem der oberen Fenster beugte und vor Schadenfreude grinste. Eilig deutete sie zu ihr hinauf. „Tante Mathilde, dort oben ist Claudine und hält nach dir Ausschau. Sie hat gesehen, wie lieb du mich empfangen hast. Sicher

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