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Ein starkes Team

Ein starkes Team

Titel: Ein starkes Team
Autoren: Tori Carrington
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zu erbitten.
    Als er sprach, wirkte seine tiefe Stimme ebenso mächtig wie seine Gegenwart. „Du siehst großartig aus, Hannah."
    Es war das Letzte, was sie von ihm zu hören erwartet hatte.
    Durch die offene Tür zum Vorzimmer hörte Hannah jemanden mit der Empfangsdame streiten. Vage wurde ihr bewusst, dass es Stokes war.
    Elliott seufzte. „Ich lasse euch beide allein, damit ihr eure Differenzen klären könnt. Ich muss schlichten, was immer da draußen vor sich geht."
    Die Tür schloss sich hinter ihm. Wie in einem Gruselfilm schien der Raum kleiner zu werden und die Distanz zwischen Hannah und Chad abzunehmen, obwohl sich keiner von beiden rührte.
    Chad musterte sie. „Wie geht es dir, Hannah?"
    Geistesabwesend rieb sie die Gänsehaut, die sich auf ihren Armen ausbreitete. „Ganz gut. Und dir?"
    Häufig hatte sie sich gefragt, was sie in dem unwahrscheinlichen Fall eines Wiedersehens tun würde. Sie hatte einstudiert, was sie sagen könnte.
    Doch nun erkannte sie, dass all ihre Vorbereitungen vergebens waren.
    Nichts hatte sie auf die Begegnung mit diesem Mann vorbereiten können, der einen Raum allein durch seine Gegenwart beherrschte. Und die Zeit hatte daran gewiss nichts geändert, auch wenn er einige andere Veränderungen aufwies.
    „Wir waren noch nie besonders gut in Small Talk, oder?"
    Sie glaubte, eine Spur von Unbehagen in seiner Stimme zu hören. Sie ging zur Bar in der Ecke des Büros, weil sie nicht nur Distanz zwischen sich und ihm, sondern zwischen der Gegenwart und der Vergangenheit schaffen musste. Sie griff nach einer zarten Porzellantasse und schenkte sich Kaffee ein. „Ich glaube, jede Art von verbaler Kommunikation war ein Problem bei uns." Sie nahm einen Schluck und merkte kaum, dass die heiße Flüssigkeit bitter schmeckte.
    Kampf oder Flucht. Die Begriffe, die sie auf der Polizeiakademie gelernt hatte, gingen ihr durch den Kopf. Kampf oder Flucht waren die spontanen Reaktionen angesichts einer schwierigen oder gefährlichen Situation. Und trotz der Zeit, die vergangen war, der abgeschwächten Emotionen, der Veränderungen in beiden wünschte Hannah, die Flucht ergreifen zu können.
    Wo blieb Elliott? Ihr Blick glitt zum Schreibtisch, zum Bücherregal, doch immer wieder kehrte er zu Chads Gesicht zurück. Hatten sich die Fältchen um seine Augen vertieft, betonten sie das quecksilberige Grau seiner Augen?
    Waren seine hellbraunen Haare ein wenig ergraut und verliehen seinem rauen Äußeren eine Spur von Distinguiertheit? Warum musste er sie so ansehen?
    „Ich wusste nicht, was Elliott vorhat, aber ..." Aber was? Sollte sie ihm sagen, dass sie diesen Job an den Nagel hängen und am folgenden Tag Seekers eröffnen wollte - das Geschäft, das sie einmal gemeinsam geplant hatten? Oder sollte sie sagen, dass sie unmöglich mit ihm zusammenarbeiten konnte, weil bei einem Babysitter ihre acht Monate alte Tochter wartete?
    Ein Kind, von dessen Existenz er nichts wusste. Seine Tochter.
    Sie nagte an der Unterlippe. „Warum bleibst du nicht und hörst dir an, was Elliott will? Mein Urlaub ist ohnehin überfällig. " Sie wandte sich zum Gehen.
    Chad trat vor und umfasste ihr Handgelenk. „Hannah, ich ..."
    Das Herz schlug ihr bis zum Halse. Sie schluckte schwer, den Blick auf seinen Mund geheftet, und wartete, dass er fortfuhr.
    Abrupt ließ er die Hand sinken. „Du musst nicht gehen. Ich bin derjenige, der richtig gut darin ist, wie du weißt."
    Das wusste sie nur allzu gut. „Gehen ist nicht das richtige Wort dafür", flüsterte sie unwillkürlich. „Du bist gerannt. So schnell, dass ich den Eindruck hatte, ich hätte dir mit der Todesstrafe gedroht, und nicht die Ehe vorgeschlagen."
    Er steckte die Hände in die Taschen seiner abgetragenen Jeans. „Wie ich sehe, hast du nicht so viel wie ich darüber nachgedacht. Nicht, dass ich es dir verdenke. An deiner Stelle hätte ich mich vermutlich vergessen, sobald die Tür ins Schloss gefallen war."
    Tränen brannten in ihren Augen. Sie wusste nicht, wie sie mit diesem sanfteren Chad Hogan umgehen sollte. „Vielleicht hast du Recht. Vielleicht habe ich nicht viel darüber nachgedacht. Aber all das ist nicht mehr wichtig, oder? Die Dinge haben sich geändert." Sie griff nach der Türklinke.
    „Wirklich, Hannah? Von meinem Standpunkt aus sieht es nicht so aus, als hätte sich viel geändert."
    Wenn du nur wüsstest, dachte sie.
    „Hannah, ich bin eine Bindung eingegangen. Wir haben über ein Jahr zusammengelebt. Dafür bekomme ich doch

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