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Dunkle Templer 01 - Erstgeboren

Dunkle Templer 01 - Erstgeboren

Titel: Dunkle Templer 01 - Erstgeboren
Autoren: StarCraft
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StarCraft

    DUNKLE TEMPLER BUCH I

    ERSTGEBOREN

    CHRISTIE GOLDEN

    Ins Deutsche übertragen von Timothy Stahl

    Dieses Buch ist Marco Palmieri und Chris Metzen gewidmet, in tief empfundener Wertschätzung ihrer Unterstützung und Begeisterung, sowie all jenen Spielern, die das StarCraft-Feuer am Lodern halten.

    PROLOG

    Die Zeit verlief nicht linear. Ganz im Gegenteil. Die Zeit verschlang sich in sich selbst, lief Ereignissen, Empfindungen und Augenblicken entgegen, verflocht sich darin und umschloss sie, um dann davonzuwehen in einzelnen schimmernden, strahlenden, herrlichen Fäden, die ganz für sich standen, ehe sie wieder in dem gewaltigen Fluss aufgingen.
    Die Bewahrerin ruhte und träumte, und die Zeit wand sich um sie und durch sie hindurch. Erinnerungen flatterten durch ihren Geist wie zartflüglige Insekten – ein Wort, das Jahrhunderte zunichte machte, ein Gedanke, der den Lauf einer Zivilisation veränderte. Individuen, deren Einsichten und Bestrebungen, deren Gier und Angst scheinbar unveränderliche Schicksalsströme in etwas Neues und Frisches und bislang Undenkbares verwandelten. Momente, in denen alles bedenklich schwankend am zerbröckelnden Rand eines Abgrunds stand, in denen etwas so Unfassbares wie eine Idee alles ins Vergessen stürzte… oder es zurückzerrte auf sicheren, festen Boden.
    Jeder Gedanke, jedes Wort, jede Tat, jedes Leben war ein bloßer Tropfen im riesigen Meer der Zeit, das sich unablässig vermengte und trennte, um dann wieder eins zu werden! Eine Vorstellung, die manchen Geist auf die Probe stellte, das wusste die Bewahrerin. Ihrem Geist jedoch war es bestimmt, derlei Widersprüche aufzunehmen, dass Dinge voneinander getrennt sein konnten und doch keine eigene Identität hatten. Sie war dazu geboren, solche schwer fassbaren Konzeptionen zu begreifen.
    Über all diesen Gedanken an Worte, Leben und Ideen schwangen große Dringlichkeit und Furcht. Die Zeit verlief nicht linear – die Zeit bewegte sich hin und her und veränderte sich. Aber es gab Muster, die an die Oberfläche trieben und deren miteinander verwobene Fäden so deutlich und stark waren, dass selbst der trübste Geist sie erfassen musste. Unvermeidlich? Vielleicht. Vielleicht auch nicht. Ein ums andere Mal erschien das Muster in den wirbelnden Wassern der Zeit, des Schicksals und des Glücks, versank dann wieder und manifestierte sich schließlich mit einer derart kalten Präzision, dass selbst die Bewahrerin erzitterte. Alles Wissen, das sie hütete, war kostbar – jede Erinnerung, jeder Laut, jeder Geruch, jede Empfindung, jede Stimme, jedes Wort, jeder Gedanke. Alles war für ihr Volk von größter Bedeutung.
    Aber dieses Wissen, das Wissen um jenes Muster, das schon so oft aufgetreten war und nun im Begriff stand, ein weiteres Mal aufzutreten… nun, das war der eigentliche Grund, weshalb die Bewahrerin mehr als nur wichtig für ihr Volk war.
    Das war es, was sie unentbehrlich machte.
    Sie öffnete sich dem, was dort draußen war, und jede Sekunde, die in ihrer nichtlinearen, einzigartigen Majestät vertickte, wollte sie zwingen, sich zu verschließen, sich nicht dem Schmerz preiszugeben, den das Treibgut verursachte, das der schwellende Fluss mit sich trug.
    Doch derlei durfte sie sich nicht gestatten. Nicht jetzt, da das schreckliche Wissen um die Dinge, die in der Vergangenheit geschehen waren und die sich nun mit Gewissheit wiederholen würden, die Wasser der Zeit in ihrem Geist verschmutzte.
    Sie nahm all ihre Kraft zusammen und sandte den Ruf aus.

    KAPITEL 1

    Wenn es einen Gott gab, dann hatte Jacob Jefferson Ramsey ihn nie gesehen – aber er zweifelte ohnehin häufig an seiner Existenz. Allerdings wusste Jacob Jefferson Ramsey, dass es einen Satan gab. Weil nämlich ganz sicher eine Hölle existierte, und die hieß Gelgaris.
    Vor einigen Jahren war Archäologie eine reichlich fade, wenn auch respektierte Profession gewesen, ähnlich einer alten, in Leder gebundenen Enzyklopädie, die man von Zeit zu Zeit mit verlegenem Stolz abstaubte. Die Konföderation hatte kärgliche, aber immerhin regelmäßige Subventionen bewilligt, und Jake Ramsey, ein reichlich fader, wenn auch respektierter Archäologe, hatte einen ansehnlichen Teil davon erhalten.
    Über die Jahre hatte er in einen Schutzanzug gehüllt an Orten ohne Atmosphäre glückselig im Sand gehockt, vor sich hinpfeifend im Dreck malocht und müde Witze gerissen. Er war von Sonne und Wind oder einfach nur so malträtiert worden, er hatte gefroren

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