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Dracyr – Das Herz der Schatten

Dracyr – Das Herz der Schatten

Titel: Dracyr – Das Herz der Schatten
Autoren: Susanne Gerdom , Susanne
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Wurde in der Stadt nun die nächste Revolte angezettelt? Planten die Rebellen Aufruhr– nur diesmal gegen Damian statt gegen Lord Harrynkar?
    Kay fuhr sich mit den Händen übers Gesicht. Überfordert war das Wort, das sie suchte. Aber sie musste sich darum kümmern, dass alles weiterging.
    Sie hob den Kopf und sah in Morgans besorgtes Gesicht. Er stand in der Tür und hielt einen Futtereimer in den Händen. » Kay « , sagte er. » Was ist mit Damian? «
    Sie lächelte kurz. » Er lebt « , sagte sie. » Und dafür allein bin ich dankbar. « Sie deutete auf den Eimer. » Was machst du hier? «
    Morgan stellte den Eimer ab und warf ein Paar schmutzige Arbeitshandschuhe hinein. » Wir füttern « , sagte er. » Der Junge, Gwilim, hat einen hellen Kopf. Er leitet die anderen an, deshalb dachte ich, ich kann hier mal nachsehen, was es überhaupt zu tun gibt. « Er biss sich voller Zorn auf die Lippe. » Sam ist tot « , sagte er.
    Kay schluckte. » Ich weiß « , antwortete sie erstickt. » Ich muss Ersatz für ihn finden. « Ihre Stimme brach. Es gab keinen Ersatz für Sam. » Ich meine, ich brauche jemanden, der seine Aufgaben übernimmt. «
    Morgan nickte knapp. » Ich « , sagte er. » Ich habe keine Aufgabe mehr, seit der Dracyrmeister tot ist. Wir langweilen uns alle, Kay. Ich habe die anderen schon heruntergeholt, sie sind an der Arbeit. « Er grinste schief. » Bis auf Corena und Tyron. Die beiden haben ihr Bündel geschnürt und sind gegangen. Ich weine ihnen keine Träne hinterher. «
    Kay blinzelte verblüfft. Sie brauchte ein paar Momente, um zu begreifen, was Morgan gesagt hatte. » Ihr– seid hier unten? « , fragte sie. » Die Reiter? «
    Morgan beugte sich über den Tisch und blätterte in den Dienstplänen. » Ja « , sagte er geistesabwesend. » Das ist doch genau der richtige Platz für uns. Hier, bei unseren Dracyr. «
    Erleichterung durchströmte Kay. Das war die Lösung zumindest dieses Problems, jetzt musste sie sich nur noch um…
    Ein Schrei unterbrach sie. Er klang wütend und ängstlich zugleich. Kay und Morgan liefen in den Gang und dort kam ihnen mit schnellen Schritten der Duke entgegen. Er schüttelte heftig den Kopf, als hätte er Wasser in den Ohren. » Kay « , keuchte er. » Sag diesem Ding, es soll aus meinem Kopf gehen! «
    Â» Was für ein Ding? « , fragte Kay beunruhigt und legte die Hände um seinen Kopf, um nach einer Wunde zu suchen. Leon rollte die Augen.
    Â» Nein, nicht so « , stöhnte er und rieb fest mit der Handfläche über seine Stirn und die Schläfe. » In meinem Kopf, es redet mit mir! «
    Kay riss die Augen auf und hörte Branwen lachen. Ihre Freundin tauchte hinter Leon auf und legte ihre Arme um seine Taille. » Er hat eine neue Freundin « , sagte sie zu Kay und gluckste. » Tyron hat uns verlassen und Glysaferia weint ihm offenbar keine Träne hinterher. «
    Kay ließ sich lachend auf Sams leeren Stuhl sinken, legte die Hände vors Gesicht und brach in Tränen aus.

Kapitel 37
    Kay hatte Damian untergehakt. Er war nach vier Tagen immer noch schwach wie ein neugeborenes Kitz, aber es ging ihm jeden Tag ein wenig besser. Morgan hatte ihm einen schwarz-silbernen Gehstock besorgt, den er zuerst vehement abgelehnt hatte, aber mittlerweile stützte er sich ohne großes Getue darauf, wenn Kay ihn zum Luftschnappen in den Dracyrauslauf brachte. Die magische Barriere war verschwunden, der Auslauf wurde rege als Ein- und Ausflugschneise des Pferches genutzt. Keiner der Dracyr der Horde hatte sich dafür entschieden, die Gruppe zu verlassen, aber zwei wilde Dracyr kreisten eines Tages schüchtern über dem Krater und ließen schnurrende, fragende Töne erklingen. Sie wohnten jetzt in Paindals ehemaligem Nest, das groß genug für eine ganze Familie war.
    Kay liebte ihre Horde mit einer Intensität, die sie manchmal nachts aufwachen ließ, um träge nach ihnen zu greifen und sich in ihre Zuneigung zu hüllen wie in eine weiche Decke.
    Kay zog Damians Arm fest unter ihren und genoss die Wärme und Festigkeit seines Körpers. Er bewegte sich noch immer unter Schmerzen, aber sein Gesicht war von einem Frieden erfüllt, den Kay gerne geteilt hätte. Sie seufzte und dachte vorsichtig, als müsste sie ein glühendes Eisen berühren, an ihren Bruder und

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