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Die drei ??? und das Tuch der Toten (drei Fragezeichen) (German Edition)

Die drei ??? und das Tuch der Toten (drei Fragezeichen) (German Edition)

Titel: Die drei ??? und das Tuch der Toten (drei Fragezeichen) (German Edition)
Autoren: Marco Sonnleitner
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dann jedoch spurlos in diesem Tal und wurden nie mehr gesehen.«
    »Aber gehört.« Der Zweite Detektiv zeigte auf die Tafel. »Da steht’s: Etliche Menschen geben an, dass sie die Kerle haben flüstern hören.«
    Der Erste Detektiv lächelte. »Solche Legenden und Mythen gehören zum Tourismus-Geschäft. Damit lockt man Besucher an und verschafft ihnen ein wohliges Gruseln, wenn sie durch die Wälder streifen. Aber du kannst dir ja ab jetzt die Ohren zuhalten, Zweiter.«
    »Sehr witzig«, erwiderte Peter und dachte eine Sekunde lang über diese Möglichkeit nach.
    Und eine Stunde später wünschte sich der Zweite Detektiv, dass er genau das getan hätte. Denn da waren Stimmen! Eindeutig! Seit gut zwanzig Minuten liefen sie jetzt durch diesen lichten Wald und vor fünf Minuten hatte er es zum ersten Mal gehört. Ein Wispern, ein gedämpftes Flüstern wie von einem Menschen, der große Schmerzen litt! Erst hatte er versucht, diese unheimlichen Geräusche zu ignorieren. Aber sie waren da, er hatte sie noch ein zweites und dann ein drittes Mal gehört. Und gerade war auch Bob zusammengezuckt.
    »Du … hast es auch gehört, Dritter, nicht wahr?«, fragte er seinen Freund beklommen.
    Der dritte Detektiv zögerte. »Du meinst …«, erwiderte er unsicher. »Das … kann alles Mögliche –«
    Da! Wieder!
    Lauter!
    »Just! Bob!«, rief Peter beunruhigt. »Da ist was! Ihr müsst es doch gehört haben!«
    Justus nickte langsam. »Du hast recht, Zweiter. Da hat jemand geflüstert.« Er drehte sich in die Richtung, aus der dieStimme gekommen war. »Hallo? Ist da jemand? Brauchen Sie Hilfe?«
    »Ob er Hilfe braucht?«, wunderte sich Peter. »Wir brauchen Hilfe!«
    »Peter, das sind keine Geister, glaub mir. Es gibt sicher –«
    »Von da!«, rief Bob und rannte los. »Das kam von da!«
    Das Flüstern war durch eine Gruppe von wilden Fliedersträuchern gedrungen, die hier zwischen den hohen Platanen wuchsen. Ein heiseres Flüstern, das mal deutlicher und fast zu einer Stimme wurde, dann wieder abrupt abbrach. Die drei ??? umrundeten die Sträucher in banger Erwartung dessen, was oder wer sich wohl dahinter befinden würde. Im Moment war nichts zu hören. Dann waren sie um die Büsche herum und blieben wie angewurzelt stehen.
    Dort lag leblos ein Mann. Und neben ihm auf dem Waldboden ein langes, scharfes Messer.

Das Wesen im Wald
    Bob machte einen Schritt nach vorn. »Mister?«
    Der Mann rührte sich nicht. Es handelte sich um einen vielleicht sechzigjährigen Mexikaner, der flach auf dem Rücken lag und den Kopf zur Seite gedreht hatte. Justus beobachtete den Brustkorb. Nichts, keine Atembewegung.
    Der Erste Detektiv ging näher heran. »Mister? Hallo! Alles in Ordnung?«
    Peter hielt sich im Hintergrund. »Waren die Carlsons Mexikaner?« Er lugte vorsichtig an Justus vorbei.
    »Mann, Kollegen, hoffentlich …« Bob streckte die Hand aus und fasste den Mann behutsam an der Schulter. »Mister, geht es Ihnen –«
    Auf einmal zuckte der Fremde zusammen, richtete sich blitzartig auf und ließ einen erschrockenen Schrei los. Bob erschrak ebenfalls und schrie, Justus taumelte nach hinten und Peter erstarrte vor Schreck.
    »¡Por Dios!« Der Mann drehte sich von den Jungen weg und sprang auf. »Wer ihr seid? Was ihr wollt?« Verängstigt starrte er sie an. Dann fiel sein Blick auf das Messer.
    Justus hob beschwichtigend die Arme. »Keine Angst! Wir tun Ihnen nichts. Wir dachten nur, dass Ihnen etwas zugestoßen sei.«
    »Mir? No.« Der Mexikaner schaute sich ängstlich im Wald um.
    »Wir haben seltsame Geräusche gehört«, erklärte Bob. »Ein Flüstern und dann haben wir Sie am Boden …« Er hielt inne. Jetzt erst entdeckte er das kleine Taschenradio, das hinter dem Mann auf dem Boden gelegen hatte. Und aus diesem Radio drangen in ebenjenem Moment wieder Geräusche. Undeutliche, leise Stimmen. Im nächsten Augenblick hatte das Radio die Frequenz wieder verloren und verstummte. »Flüstern«, wiederholte der dritte Detektiv und zeigte auf das Radio. »Kollegen, da. Da haben wir unser Gespenst.«
    Justus verdrehte die Augen und Peter atmete erleichtert auf.
    »¿Fantasma?« Der Mexikaner erschrak und sah sich abermals um. »Wo ist der Gespenst? Wo?«
    Der Erste Detektiv übernahm es, den Mann über das Missverständnis aufzuklären, und entschuldigte sich dafür, dass sie ihn aufgeweckt und erschreckt hatten. Zunächst war Guillermo – mit diesem Namen stellte er sich den Jungen vor – noch etwas zurückhaltend, aber dann
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