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Die Drachenreiter von Pern 11 - Die Weyr von Pern

Die Drachenreiter von Pern 11 - Die Weyr von Pern

Titel: Die Drachenreiter von Pern 11 - Die Weyr von Pern
Autoren: Anne McCaffrey
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Prolog
    Die Sensoren des Akki erwachten zum Leben, sobald sie von den Solarzellen auf dem Dach mit neuer Energie versorgt wurden. Wahrscheinlich war der Wind wieder einmal so stark geworden, daß er die Schicht aus Staub und Vulkanasche weggefegt hatte, die das Sonnenlicht abhielt.
    Derartige Zwischenfälle hatte es im Laufe der vergangenen 2525 Jahre immerhin so häufig gegeben, daß das Akki, wenn auch nur auf niedrigstem Niveau, seine Funktionsfähigkeit hatte aufrechterhalten können.
    Das Akki überprüfte die Hauptschaltkreise, ohne einen Defekt zu finden. Die Kameraerfassung im Außenbereich war noch blockiert, aber die Anlage registrierte erneut Bewegungen in unmittelbarer Nähe.
    War es möglich, daß Menschen nach Landing zurückgekehrt waren?
    Noch hatte die Anlage ihre wichtigste Aufgabe nicht erfüllt: einen Weg zu finden, um den von den Führern als ›Fäden‹ bezeichneten Organismus zu zerstören. Bisher waren keine wesentlichen Daten eingegangen, die es ihm gestattet hätten, den Auftrag auszuführen, aber die Priorität war auch nicht aufgehoben worden.
    Mit der Rückkehr der Menschen wäre es nun vielleicht möglich, die Mission zu Ende zu führen.
    Immer mehr Kollektoren wurden freigelegt, die Energiereservoire füllten sich; hier handelte es sich nicht um die willkürliche Abtragung von Erdschichten durch Wind und Wetter, dies war das Ergebnis gezielter Aktivität.
    Die Solarenergie erreichte Stromabnehmer, die seit Jahren unversorgt geblieben waren. Daraufhin verteilte das Akki die belebende Energie an seine Systeme und unterzog die schon so lange inaktiven Schaltkreise einer raschen Funktionsprüfung.
    Das Akki war sehr zweckmäßig konstruiert, und da die Stromzufuhr nicht unterbrochen wurde, war die Anlage voll einsatzbereit, sobald auch die Außensensoren freigelegt waren.
    Menschen waren nach Landing zurückgekehrt!
    Viele Menschen!
    Wieder einmal war es der Menschheit gelungen, gewaltige Widerstände zu überwinden. Mit Hilfe seiner regulierbaren Sichtgeräte stellte das Akki fest, daß sich die Wesen, die man Zwergdrachen nannte, noch immer in der Umgebung der Menschen aufhielten. Nun drangen auch Geräusche durch die Audiokanäle: menschliche Stimmen, die sich in ungewohnten Sprachmustern artikulierten. Hatte etwa ein Sprachwandel stattgefunden? Im Lauf von 2525 Jahren durchaus wahrscheinlich. Das Akki lauschte, interpretierte und verglich die veränderten Vokale und verschliffenen Konsonanten mit den Lautstrukturen, die man ihm einprogrammiert hatte. Dann ordnete es die neuen Phoneme zu Gruppen, um diese wiederum durch sein Semantikprogramm laufen zu lassen.
    Ein riesiges, weißes Geschöpf kam in seinen visuellen Erfassungsbereich. Ein Abkömmling der ersten Produktion der Biotechniker? Rasch führte das Akki eine Extrapolation auf der Grundlage der Daten des Biolabors durch und gelangte zu dem unausweichlichen Schluß, daß auch die sogenannten Drachen einen Reifungs- und Entwicklungsprozeß durchlaufen hatten. Nach dem Merkmal ›weiß‹ suchte es in den Parametern für die gentechnisch produzierte Spezies freilich vergeblich.
    Die Menschheit hatte die Angriffe der Fäden nicht nur 2525 Jahre lang überlebt, sie war dabei auch noch prächtig gediehen. Diese Spezies war zäh genug, um zu bestehen, wo andere längst kapituliert hätten.
    Wenn es den Menschen möglich gewesen war, vom Nordkontinent zurückzukehren, war es ihnen dann auch gelungen, den Fremdorganismus zu zerstören? Das wäre ein großer Erfolg. Doch was bliebe für das Akki zu tun, wenn sein wichtigster Auftrag bereits erledigt war?
    Den Menschen mit ihrer unersättlichen Neugier und ihrer Rastlosigkeit würde es sicher nicht schwerfallen, dem Akustischen System einer Künstlichen Intelligenz neue Aufgaben zu stellen. Das Akki wußte aus seinen Speichern, daß die Gattung nicht dazu neigte, sich mit dem Erreichten zufriedenzugeben. Bald würden diejenigen Personen, die jetzt noch mühsam den Schutt von Jahrhunderten beiseite räumten, das ganze Gebäude freigelegt haben und bis zu ihm vordringen. Dann mußte es natürlich so reagieren, wie sein Programm es vorsah.
    Das Akki wartete.



1. Gegenwärtige (neunte) Annäherungsphase
17. Planetenumlauf
    Als Akki seine Schilderung der ersten neun Jahre der Kolonisierung Perns beendete, war Rubkat nach einem ungewöhnlich prachtvollen Sonnenuntergang bereits hinter dem Horizont verschwunden. Nicht daß die meisten der Zuhörer, die der Erzählung des Akustischen Systems der

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