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Die Clans des Alpha-Mondes: Roman

Die Clans des Alpha-Mondes: Roman

Titel: Die Clans des Alpha-Mondes: Roman
Autoren: Philip K. Dick
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Philip K. Dick

Die Clans des Alpha-Mondes

Roman

    Science Fiction
Lektorat: Ronald M. Hahn
Ullstein Buch Nr. 31.171
im Verlag Ullstein GmbH,
Frankfurt/M – Berlin
Titel der Originalausgabe:
CLANS OF THE ALPHANE MOON
Aus dem Amerikanischen übersetzt
von Ronald M. Hahn

    Neuausgabe

    Umschlaggestaltung:
Hansbernd Lindemann
Umschlagillustration:
Oliver Scholl
Alle Rechte vorbehalten
Copyright © 1967 by the Estate of
Philip K. Dick
Übersetzung Copyright © 1988 by
Verlag Ullstein GmbH,
Frankfurt/M – Berlin
Printed in Germany 1988
Gesamtherstellung:
Ebner Ulm
ISBN 3 54.831.171 7
August 1988

    CIP-Titelaufnahme
der Deutschen Bibliothek
Dick, Philip K.:
Die Clans des Alpha-Mondes: Roman / Philip K. Dick. [Aus d.
Amerikan. übers, von Ronald M. Hahn]. – Neuausg. – Frank
furt/M; Berlin: Ullstein, 1988
(Ullstein-Buch; Nr. 31.171:
Science-fiction)
Einheitssacht.: Clans of the alphane moon ‹dt. ›
ISBN 3-548-31.171-7 NE: GT

    1. Kapitel

    Bevor er den Sitzungssaal des Hohen Rates betrat, schickte Gabriel Baines sein von den Manis hergestelltes Simulacrum voraus, um festzustellen, ob es angegriffen wurde. Das Simulacrum – man hatte es so sorgfältig konstruiert, daß es Baines in jeder Einzelheit glich – konnte zwar, da der erfindungsreiche Mani-Clan es hergestellt hatte, auch viele andere Dinge tun, doch Baines setzte es nur bei Manövern ein, die der Verteidigung dienten. Die Erhaltung des eigenen Lebens und seine Zugehörigkeit zur im Norden des Mondes gelegenen Para-Enklave Adolfville waren das Wichtigste für ihn.
    Natürlich war Baines auch oft außerhalb Adolfvilles gewesen, doch sicher – beziehungsweise relativ sicher – fühlte er sich nur hier, hinter den festen Stadtmauern seiner Heimat, der Para-Stadt. Was bewies, daß seine Zugehörigkeit zum Para-Clan nicht gestellt oder nur ein Lippenbekenntnis war, mit dem er sich Zutritt zum solidesten, stabilsten und urbansten Gemeinwesen überhaupt verschafft hatte. Baines meinte es zweifellos ernst… und er glaubte auch nicht, daß ihn irgend jemand als Person anzweifelte.
    Da war zum Beispiel sein Besuch in den unglaublich elenden Hütten der Hebs gewesen. Er hatte kürzlich nach entflohenen Angehörigen einer Arbeitsbrigade gesucht. Da es sich bei ihnen um Hebs gehandelt hatte, hatten sie sich vermutlich nach Ghanditown durchgeschlagen. Das Problem jedoch bestand – zumindest für ihn – darin, daß die Hebs alle gleich aussahen: Wie schmutzige, vornübergebeugte Geschöpfe mit besudelten Kleidern, die ständig kicherten und sich nicht auf komplizierte Verfahren konzentrieren konnten. Man konnte sie nur für einfache handwerkliche Tätigkeiten einsetzen, das war alles. Doch da die Befestigungen Adolfvilles wegen der Mani-Raubzüge ständig erneuert werden mußten, mußte man handwerkliche Tätigkeiten gegenwärtig ziemlich teuer bezahlen. Und kein Para wollte sich die Hände schmutzig machen. Jedenfalls hatte Gabriel Baines zwischen den verfallenen Hütten und dürftigen, von Menschenhand erschaffenen Gebilden der Hebs das reine Entsetzen und das Gefühl einer sich nahezu endlos ausbreitenden Bloßstellung empfunden. Die Siedlung war eine bewohnte Müllkippe aus Pappdeckelbehausungen. Die Hebs hatten allerdings nichts dagegen einzuwenden. Sie lebten in friedlichem Gleichgewicht inmitten ihres eigenen Mülls.
    Heute, bei der halbjährlich stattfindenden Ratssitzung, würden die Hebs natürlich einen Sprecher schicken. Wenn er, Baines, für die Paras sprach, würde er sich im wahrsten Wortsinne mit einem ekelhaften Heb im gleichen Raum sitzend wiederfinden. Derartiges verlieh seiner Aufgabe wenig Würde. Vielleicht war es in diesem Jahr wieder die dicke Sarah Apostoles, die Frau mit dem widerborstigen Haar.
    Doch der Mani-Vertreter war noch bedrohlicher. Weil die Manis ihn, wie jeden Para, entsetzten. Ihre gnadenlose Brutalität schockierte ihn; er konnte sie nicht verstehen, weil sie so ziellos waren. Baines hatte die Manis jahrelang einfach als gefährlich eingestuft – doch das erklärte sie noch nicht. Sie ge nossen die Gewalt; sie empfanden perverse Freude beim Zerstören von Dingen und beim Einschüchtern anderer, besonders, wenn es sich um Paras wie ihn handelte.
    Doch auch sein Wissen um diese Dinge half ihm nicht gänzlich. Er verspürte aufgrund der vorprogrammierten Konfrontation mit dem Mani-Delegierten Howard Straw trotzdem ein ungutes Gefühl.
    Baines’ Simulacrum kehrte mit einem asthmatischen Winseln zurück. Auf dem Gesicht der

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