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Die Bettgeschichte (T-FLAC) (German Edition)

Die Bettgeschichte (T-FLAC) (German Edition)

Titel: Die Bettgeschichte (T-FLAC) (German Edition)
Autoren: Cherry Adair
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diese Jahreszeit hier oben? «
    »Lady, wir sind hier nicht auf einer gottverdammten Cocktailparty. Hören Sie mit dem Geschwätz auf, und hauen Sie ab. « Seine Lippen waren nur noch ein dünner, harter Strich. »Holen Sie den Hund, und ziehen Sie sich zurück! «
    »Mich zurückziehen? « Marnie legte den Kopf schief und nahm den Skizzenblock wieder zur Hand. Militär, da war sie ganz sicher. Sie kannte diesen Typ Mann. Ihr Bruder Michael war bei einer Eliteeinheit der Marine, den SEALS.
    Sehr zum Unglück dieses Exemplars hier. Denn Marnie hatte genug davon, von rechthaberischen Männern herumkommandiert zu werden. Und sie war ziemlich sicher, dass er nicht auf sie schießen würde. Ganz abgesehen davon gefiel ihr der Standort recht gut. Sie schaute ihn unverfroren an.
    Nur für den Fall, dass sie ihn nicht richtig verstanden hatte, wiederholte er das Ganze auf Französisch und Deutsch. Sein tiefer Bariton beflügelte ihre Fantasie und beschleunigte ihren Puls. Der unwiderstehliche, betont gelassene Tonfall, in dem rau die Ungeduld mitschwang, ließ sie frösteln.
    Er schien es gewohnt zu sein, Befehle zu erteilen, die augenblicklich befolgt wurden. Sein Blick wanderte über ihre offene Daunenjacke und das purpurrote Sweatshirt zu den abgetragenen Jeans und den Wanderstiefeln hinunter und langsam wieder hinauf. Marnie zitterte, als habe er sie berührt. Er hatte bemerkenswerte Augen - ein dunkles, hypnotisches, unfreundliches Blau. Er begutachtete sie mit einer Intensität, die er normalerweise hochgefährlichen Reptilien vorbehielt, und ließ sie nicht aus den Augen, während er über die nackten Baumwurzeln zu ihr herumkam.
    Von Angesicht zu Angesicht wirkte er noch bedrohlicher. Seine Nase war gerade. Eine dünne, weiße Narbe, die einigermaßen frisch aussah, teilte eine der dichten Brauen. Der Mann war ein Kämpfer. Marnie sah ein eckiges, eigensinniges Kinn voller dunkler Bartstoppeln.
    Und einen sinnlichen Mund…
    Seine Nähe verwirrte sie. Aber das hatte nichts mit seinem Gebaren zu tun. Ihre vier Brüder konnten genauso einschüchternd wirken. Marnie war in einem Männerhaushalt aufgewachsen, aber dieses Gefühl war ihr neu. Dass er ihr die Knie weich werden ließ, war einfach nervtötend.
    Er starrte sie an und ächzte: »Sind Sie taub, Frau? «
    Ihre Augen wanderten zwischen seinen kräftigen, schönen Händen und seiner finsteren Miene hin und her. Zugegeben, er interessierte sie, machte sie ziemlich nervös und zog sie magisch an.
    Lust auf den ersten Blick.
    Sie seufzte.
    In Anbetracht der Umstände war Lust die denkbar unpassendste Reaktion. Sie hielt seinem Blick stand und zog fragend eine Augenbraue hoch. Er war hoch gewachsen und überragte ihre knapp Einmetersiebzig um Haupteslänge. Sein Blinzeln hätte Warnung genug sein sollen, seine Feindseligkeit musste auch den Unerschrockensten verscheuchen, und das Gewehr hätte ihr den Rest geben müssen.
    »Sie brauchen nicht so herumzuschreien, ich höre Sie auch so. «
    »Dann sagen Sie mir bitte, welchen Teil von >Hauen Sie ab< Sie nicht verstanden haben. «
    »Der Berg ist groß genug, und ich brauche nicht viel Platz. «
    Marnie ließ ihn nicht aus den Augen und legte die Hand an ihren Rucksack. Außer den Zeichensachen hatte sie eine Dose Tränengas und eine Rolle Vierteldollarmünzen dabei, die sie in eine Socke eingeknotet hatte. Ein Mädchen musste auf alles vorbereitet sein. Aber wahrscheinlich würde gegen diesen Typen weder der behelfsmäßige Schlagstock noch ihr gelber Gürtel im Aikido etwas ausrichten. Einerseits zweifelte sie an ihrem Verstand, weil sie diesen wütenden Fremden auch noch absichtlich provozierte. Andererseits faszinierte er sie dermaßen, dass sie wie angewurzelt sitzen blieb.
    Aus dem Augenwinkel sah sie, dass Duchess direkt hinter ihm stand. Die Hündin ließ seinen Rücken nicht aus den Augen und zog ein dümmliches, sabberndes grinsen.
    »Kann schon sein, dass er groß genug ist, aber es ist mein Berg und ich habe ihn gern für mich allein. Gehen Sie, Lady. «
    »Tut mir Leid, aber ich kann noch nicht gehen. «
    Sie probierte es mit dem Augenaufschlag, der bei ihren Brüdern immer so gut funktionierte. Sie wusste, dass sie mit dem Feuer spielte, aber es machte solchen Spaß.
    »Ich bin ganz harmlos, ehrlich. Ich mache nur eine Skizze von der Hütte. Für ein Buch, das ich illus -«
    »Und wenn Sie Picasso wären. Die Hütte gehört mir. Der Baum, auf dem Sie sitzen, gehört mir. Und der verdammte Berg gehört mir.

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