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Die Bettgeschichte (T-FLAC) (German Edition)

Die Bettgeschichte (T-FLAC) (German Edition)

Titel: Die Bettgeschichte (T-FLAC) (German Edition)
Autoren: Cherry Adair
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eine Dampfwolke. »Aber lauf nicht zu weit weg. « Sie legte der Hündin die Hand in den massigen Nacken und schaute ihr streng in die Augen. »Dass du mir nicht damit herumspielst , hast du mich verstanden? «
    Duchess lief auf die geschlossene Tür der einsamen Hütte zu, setzte sich auf eine Stufe und spitzte die Ohren. Marnie lachte. Duchess legte Wert auf Komfort. Sie wollte lieber ins Warme, statt draußen in der Kälte herumzutollen.
    »Das ist nicht unser Zuhause, Dummerchen. Ein paar Minuten noch, dann packen wir und gehen heim, okay? «
    Bevor sie und Duchess losmarschiert waren und das abgeschiedene Blockhaus entdeckt hatten, hatte Marnie Schlafsack und Proviant in Großmutters Hütte hinaufgeschleppt. Anstrengung und Kälte hatten sie hungrig werden lassen. Außerdem roch es nach Regen, und sie wollte zurück sein, bevor es losging.
    Sie erwog einen Moment lang sogar, nach Sunnyvale heimzufahren. Dem großen Strom gebot hoch oben am Berg zwar ein riesiger Staudamm Einhalt, und sein breites Flussbett führte nur dann Wasser, wenn oben die Schleusen geöffnet wurden. Aber der kleinere Fluss, der unablässig den Wasserüberschuss vom Damm ins Tal brachte, trat bei Regen schnell einmal über die Ufer und machte die Brücke unpassierbar. Ins Tal hinunterzugehen wäre nur vernünftig gewesen.
    Aber Marnie hatte keine Lust mehr, vernünftig und besonnen zu sein. Die Entscheidungen, die sie die nächsten Tage treffen wollte, sollten ihr Leben verändern. Immer war sie auf Nummer sicher gegangen. Es war höchste Zeit, das Schicksal in die Hand zu nehmen.
    Hier oben in Großmutters Blockhaus hatte sie viele glückliche Stunden verbracht. Und hier würde sie ihr Leben neu ordnen. Das bisschen Regen sollte sie nicht daran hindern.
    Marnie hatte fast schon vergessen gehabt, welche Tortur es war, zur Hütte aufzusteigen. Sie hatte ihren Wagen unten am Ende der schmalen Bergstraße abgestellt und auf wackeligen, schmalen Brücken erst den kleinen Fluss und dann die Schlucht überquert. Dann kam der drei Meilen lange Anstieg zur Hütte. Als Kinder hatten sie und ihre Brüder die Strapazen gar nicht zur Kenntnis genommen. Mit Großmama hierher zu kommen, war ein einziges, großes Abenteuer gewesen. Sie hatten jeden Stein unter die Lupe genommen, im Fluss geplantscht und wie Affen in den Bäumen gehangen.
    Das bisschen Regen und Kälte spielten keine Rolle. Sie war vermutlich zum letzten Mal一
    Hinter Marnie knackte ein Zweig. Die Zeichenkohle in ihrer Hand zuckte und zog einen schmierigen Zacken über die Skizze. Marnie erstarrte zur Salzsäule. Sie schaute nach Duchess. Die Dogge lief mit gerunzelter Hundestirn ungeduldig auf der Veranda umher und drehte die Ohren wie Radarantennen. Marnie entspannte sich wieder.
    Aber nur eine halbe Sekunde lang.
    »Sie sind auf Privatbesitz. «
    Marnie drehte sich blitzschnell um.
    Er stand links hinter ihr. Er war riesig und unübersehbar. Warum hatte Duchess sie nicht gewarnt? Wie hatte er so nah heranschleichen können, ohne dass sie ihn gehört hatte? Und er war nah. Er stand breitbeinig da und hatte lässig eine Schrotflinte unter den Arm geklemmt.
    Das dunkle Haar reichte ihm bis auf die mächtigen Schultern. Die tiefen Schatten des späten Nachmittags verdunkelten seine Gesichtszüge. Groß und breitschultrig, in Stiefeln, Jeans und einer dicken Daunenjacke, die ihrer eigenen ähnelte. Er sah aus wie einer dieser waffenstrotzenden Typen aus dem Soldier of Fortune -Magazin, nur um einiges unfreundlicher.
    »Wo kommen Sie denn her? «, fragte Marnie fröhlich und klappte den Skizzenblock zu. Sie nahm ihre fünf Sinne zusammen und verlagerte, für den Fall, dass sie schnell handeln musste, ihr Gewicht schon mal auf die Beine.
    »Wer sind Sie, und was tun Sie hier? «
    »Marnie Wright. Ich besuche…ich… ich bin einfach nur hier«, antwortete sie verärgert. Ich bin hier, um mein Leben zu überdenken. Ich bin hier, um meine Zukunft zu planen. Und nicht, um den Unglaublichen Hulk zu treffen!
    »Hier oben ist sonst niemand. Wen besuchen Sie denn? «
    »Ich bin zu Großmutters altem Blockhaus gewandert. Da unten.« Marnie wies den Hang hinunter. »Meine Großmutter 一«
    »Sind Sie allein? «
    Sie war doch nicht dumm. »Meine Begleiter kommen nach. Bald.«
    »Passen Sie Ihre Begleiter auf der anderen Seite der Brücke ab. «
    Der ungehobelte Tonfall hätte sie abschrecken sollen, doch der Mann faszinierte sie. »Und wer sind Sie? «, fragte sie neugierig. »Und was machen Sie um

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