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Der dunkle Kreuzzug

Der dunkle Kreuzzug

Titel: Der dunkle Kreuzzug
Autoren: W Hunt
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angegraut war. »Tja, das sollte mich wohl nicht überraschen.«
    »Ich möchte Ihnen etwas vorschlagen.«
    »Fein«, wiederholte Djiwara. Sie gingen die Promenade entlang, auf der genauso viel Betriebsamkeit herrschte wie früher. »Jeder will mir etwas vorschlagen. Sogar Sie, Garrett.«
    »Dann erinnern Sie sich also auch an meinen Namen.«
    »Ich vergesse nie die Namen derjenigen, auf die ich eine Waffe richte.«
    Trotz seines ernsten Gesichts musste Garrett innerlich grinsen.
    Sie erreichten Djiwaras Büro, das sich noch immer als dasselbe Kuriositätenkabinett darstellte, das er in Erinnerung hatte. Djiwara nahm hinter seinem Schreibtisch Platz, Owen setzte sich auf den Stuhl davor.
    »Ist dieser Raum sicher?«
    »Kein Raum ist sicher.« Djiwara nahm einen Computer von der Schreibtischecke hoch und berührte ihn an der Seite, dann ertönte ein tiefes Summen. »Sie haben ungefähr fünf Minuten, bevor irgend… irgend jemand es bemerkt.«
    »So lange benötige ich nicht.« Owen sah Djiwara in die Augen. »Sie wussten, was hier ablief, als ich das letzte Mal bei Ihnen war. Diesmal möchte ich etwas dagegen unternehmen.«
    Djiwara lächelte. »Sie wollen, dass ich Ihnen helfe.«
    »Richtig.«
    »Sie müssen verrückt sein.«
    Owen sah kurz zur Seite, dann kehrte sein Blick zu Djiwara zurück und war eindringlicher als zuvor.
    »Mag sein, aber ich will trotzdem, dass Sie mir helfen. Wir werden die Station von dieser Infektion befreien.«
    »Einfach so? Und wie sollen wir die Feinde ausfindig machen? Oder werden Sie schlichtweg jeden erschießen, dessen Aussehen Ihnen nicht gefällt?«

    Owens Miene konnte man durchaus so deuten, als habe er genau das vor, doch dann antwortete er: »Ich kann ihre Tarnung durchschauen. Ich kann Ihnen sagen, wer die Käfer sind, Djiwara.« Er legte die Hände gefaltet in den Schoß. »Das muss Ihnen doch irgendetwas wert sein.«
    »Oh, ganz gewiss. Eine ganze Menge sogar. Aber natürlich muss ich zumindest so sehr an Ihre Geschichte glauben, dass ich bereit bin, mein Leben dafür aufs Spiel zu setzen.«
    »Die Geschichte, die wir Ihnen vor sieben Jahren erzählten, hatten Sie uns auch geglaubt.«
    »Stimmt, nicht wahr?« Djiwara lehnte sich in seinem Sessel nach hinten. »Und wie sich herausstellte, sagten Sie damals die Wahrheit. Also gut, Garrett, beantworten Sie mir eine Frage: Warum jetzt, und warum hier?«
    »Das sind zwei Fragen.«
    »Dann beantworten Sie eben beide, verdammt noch mal.«
    »Schon gut. Das ›Warum hier‹ ist einfach: Als ich das letzte Mal hier war, gab es ein paar Käfer, die mich wirklich sehr aufgeregt haben. Ich habe da noch eine Rechnung zu begleichen. Das ›Warum jetzt‹ ist fast genauso einfach: Ich konnte endlich hierher zurückkehren – zuvor hatte ich andere Verpflichtungen.«
    »Lassen Sie mich raten … die Imperiale Regierung.« Djiwara beugte sich vor. »Warten Sie mal. Der Imperator verfügt über Wachen, die Käfer aufspüren können. Mit denen haben Sie zusammengearbeitet.«
    »Ich habe sie geschult . Fast die gesamten letzten sieben Jahre war ich am Imperialen Hof und habe den Hütern gezeigt, wie sie die Käfer erkennen können.«
    »Die Hüter. Ein unheimliches Völkchen, diese Truppe.«
    »Nett, dass Sie das so sagen. Jedenfalls hatte ich davon genug. Ich übergab alles an St. Giles und verließ den Hof.«
    »Der Name sagt mir nichts.«
    »Antonio St. Giles. In den letzten Jahren mein Stellvertreter. Er betrachtet das Ganze ziemlich mystisch.«

    »Also kamen Sie hierher. Sie sind ziemlich verzweifelt, oder, Garrett?«
    »Nein.« Owen legte die Hände auf die Armlehnen. »Nein, verzweifelt bin ich nicht. Ich bin verrückt , schon vergessen? Und ich bin sehr, sehr wütend. Ich bin wütend, weil ich sehen muss, wie vor meinen Augen Freunde sterben. Und ich bin wütend über die Art, wie wir diesen Krieg führen. Ich will die Käfer tot sehen. Jeden Einzelnen von ihnen.«
    »Und damit fangen Sie auf Port Saud an, weil das hier für eine Weile niemandem auffallen wird.«
    »Sehr scharfsinnig.« Owen beugte sich vor. Der Zorn in seinen Augen war nun so groß, dass er Djiwara sogar ein wenig Angst machte. »Aber da ist noch etwas. Sie waren mit Damien Abbas befreundet. Und ich glaube, Sie und ich, wir könnten auch Freunde sein – und Partner. Sie sind der perfekte Mann, um mich verschwinden zu lassen.«
    »›Verschwinden‹?«
    »Urlaub auf Lebenszeit«, antwortete Owen. »Kein ›Befehlshaber der Hüter‹ mehr. Darum kann sich Tonio

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