Bücher online kostenlos Kostenlos Online Lesen
Der dunkle Kreuzzug

Der dunkle Kreuzzug

Titel: Der dunkle Kreuzzug
Autoren: W Hunt
Ads
sich
zu übergeben – und das alles bei feindlichem Beschuss. Zumindest stellte er inzwischen keine Gefahr mehr für die Truppe dar.
    »Nach Nummern melden«, kam der Befehl über das Helm-Kom, als er in Position ging. Die Männer und Frauen nannten ihre ID-Nummer.
    »24 okay«, gab er durch, als er an der Reihe war. Ein paar Meldungen später wusste er, dass seine Fühlenden-Kollegen sicher ins Schwarmschiff gelangt waren. Schon jetzt konnte er das beharrliche Summen der Aliens spüren, die ihn mental sondierten – nicht, dass ihn erst irgendetwas daran hätte erinnern müssen, wieso er hier war.
    Schon klar, dafür bin ich hier, ging es ihm durch den Kopf.
     
    »Das hört sich bislang alles völlig normal an. Wir haben das Vorrücken mitverfolgt und sahen, wie alle mit minimalen Verlusten das Innere des Schiffs erreichten.«
    »Wir verloren ein halbes Dutzend Leute, nur um ins Innere vorzudringen – Sam Navarro verlor zwei aus seinem Team -, aber insgesamt lief es recht gut. Ich muss Ihnen ja nicht noch beschreiben, wie beängstigend es im Inneren war. Sie haben das Video gesehen, das wir Ihnen sendeten.« Howe starrte die leere Wand an, als erwarte er, dass sie auf einmal zum Leben erwachte. »Zunächst war es flach und eng. Unser Trupp drang mittschiffs ein, was bei einem unserer Raumschiffe der Geschützsektion an steuerbord entsprechen würde. Aber das Innere hat überhaupt nichts von einem Raumschiff. Es besteht aus hunderten kleinen Kammern, und es gab nicht eine einzige gerade Linie. Wohin wir auch schauten, überall nur Wellen und Kurven, und dazu diese Flächen aus schimmerndem Licht … als wäre die Videoausrüstung verkehrt eingestellt.«
    Er sah wieder zu Agropoulous. »Ich konnte sie hören, Jim. In meinem Kopf flüsterten sie. Die Dekompression tötete gut ein halbes Dutzend von ihnen, als wir die Hülle durchbrachen, aber die anderen waren im Raum daneben, in den Korridoren, jenseits der
Wände. Es war so, als würde ich tausend Kom-Kanäle gleichzeitig hören.«
    »Machte es den Marines etwas aus?«
    »Nein, ich glaube nicht. Die Vuhl konzentrierten sich nicht auf sie, nicht so wie ein Team aus Fühlenden. Kaum Drohnen, allenfalls ein paar. Das waren Techniker und Ingenieure, Arbeiter. Sie hatten kein Problem damit, ihren Hass zu tarnen, aber sie konnten uns nicht dominieren.«
    »Was geschah dann?«
    »Als wir an den Flanken abgesichert waren, rückten wir vor. Jeder, der es aufs Schiff geschafft hatte, begab sich zu seinem Ziel. Nachdem ein Fahrzeug zurückgekehrt war, gaben wir die Ziele im hintersten Teil des Schiffs auf, sodass eine Gruppe keinen Flankenschutz hatte. Aber es schien so, als sei dort alles unter Kontrolle. Doch wir kamen nur langsam voran, da wir mehrere Anläufe brauchten, um zu verstehen, wie ihre Türen funktionieren. Es gab keine erkennbaren Bedienelemente, um sie zu öffnen. Stattdessen glitten die Wände einfach auseinander, und unsere Leute stürmten hindurch. Nach einer Weile stießen wir auf einen Mechanismus, der die jeweilige Wand für uns öffnete, wenn wir das Feuer auf diese Stelle konzentrierten. Allerdings blieb diese Tür anschließend offen stehen, sodass wir zur Bewachung des Durchgangs einen Mann zurücklassen mussten …«
     
    Nach fast drei Stunden durchschritten sie eine weitere Wand, die sie in einen riesigen leeren Raum führte, in dem weder Druck noch Schwerkraft herrschte. Dutzende Metallträger waren zu sehen, von denen einige zum Teil mit der gleichen grauen, gipsartigen Schicht überzogen waren wie die Wände. Die Dimensionen dieser Szene waren nur schwer zu bestimmen. Auf jeden Fall erstreckte sich der Raum in alle Richtungen hunderte Meter, und er wirkte wie ein riesiger Saal. Er stand im völligen Gegensatz zu den erdrückenden Kammern, durch die sie sich kämpfen mussten, seit sie an Bord gekommen waren. Wie es schien, behagte dieser Raum den
Vuhl ebenfalls nicht, denn die meisten von ihnen krochen an den Wänden entlang und hielten sich von der weitläufigen Leere des Raums fern, der sich mitten in dem unvollendeten Schwarmschiff befand.
    Am entlegenen Ende der freien Fläche entdeckte Alan weit oberhalb – oder unterhalb – seiner Position Gruppen von Arbeitern, die trotz der Kämpfe an Bord weiter mit der Fertigstellung des Raums beschäftigt waren. Er aktivierte die Vergrößerungsfunktion an seinem Schutzhelm, um sich das Treiben genauer anzusehen. Es handelte sich um sechs Vuhl, die sich langsam an einem der noch unverkleideten

Weitere Kostenlose Bücher

Wie ein Haus aus Karten
Wie ein Haus aus Karten von Kristin Feireiss
Bittersuess
Bittersuess von Ki-Ela Stories