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Das 500 Millionen Komplott (German Edition)

Das 500 Millionen Komplott (German Edition)

Titel: Das 500 Millionen Komplott (German Edition)
Autoren: Martin de Wolf
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Der un­ge­heu­er­li­che Wahn­sinn, der die­sem Thril­ler eine Grund­la­ge gab, ist be­reits Rea­li­tät – bis auf je­nen grau­si­gen letzten Irr­sinn. Doch die­ser könn­te sich so oder in ähn­li­cher Form er­eig­nen. Es han­delt sich also um glei­cher­maßen ka­ta­stro­pha­le wie gro­tes­ke Wirk­lich­kei­ten, über die aus Grün­den der po­li­ti­schen Kor­rekt­heit ge­schwie­gen wird. Viel­leicht ist es so­gar bes­ser so, um ei­ner Mas­sen­hys­te­rie ent­ge­gen­zu­wir­ken, die un­aus­weich­lich wäre, wür­de wahr­heits­ge­mäß über al­les be­rich­tet wer­den, was Ge­hei­m­or­ga­ni­sa­tio­nen be­schlie­ßen. Doch ir­gend­wann müs­sen wir dar­über spre­chen, denn es geht uns alle an, auch wenn wir es we­gen der un­ge­heu­er­li­chen Bri­sanz nicht wahr­ha­ben wol­len.
    Als Ro­man­au­tor kann ich mich nöti­gen­falls auf schrifts­tel­le­ri­sche Frei­heit be­ru­fen und be­haup­ten, al­les sei ein Pro­dukt mei­ner Fan­ta­sie. Ich muss es Ih­nen über­las­sen, was Sie für bare Mün­ze be­trach­ten und was als Fik­ti­on. Viel­leicht las­sen Sie sich zu ei­ge­nen Re­cher­chen ani­mie­ren. Aber Vor­sicht: Die Er­kennt­nis­se könn­ten Ihr Welt­bild und Ih­ren Glau­ben an Ge­rech­tig­keit in Fra­ge stel­len. Sie könn­ten zu dem Schluss kom­men, dass wir un­se­re Welt­ord­nung leicht­fer­tig aufs Spiel set­zen, wo­bei die Fra­ge of­fen­bleibt, ob dies be­wusst oder un­be­wusst ge­schieht. Mäch­te, von de­nen kaum je­mand et­was weiß, bes­tim­men über un­ser Schick­sal, je­doch nicht im­mer zu un­se­rem Wohl­er­ge­hen. ›Wir sind das Volk‹, ha­ben wir noch in gu­ter Er­in­ne­rung. Heu­te soll­ten wir sa­gen: ›Wir wa­ren das Volk‹.
    Na­tür­lich habe ich we­gen recht­li­cher Vor­schrif­ten oder aus dra­ma­tur­gi­scher Not­wen­dig­keit Na­men, Orte und Zei­ten ver­än­dert, mit­un­ter auch des­halb, um mich selbst zu schüt­zen. Et­wai­ge Ähn­lich­kei­ten mit rea­len Ge­scheh­nis­sen sind je­doch we­der zu­fäl­lig noch un­be­ab­sich­tigt.

Sei wach­sam …
    Wer die Wahr­heit sagt,
    braucht ein er­dammt schnel­les Pferd.
    Sei wach­sam und sei auf der Hut!
    Rein­hard Mey

Pro­log
    Das rie­si­ge Ro­sen­feld er­streck­te sich wie ein end­lo­ser Tep­pich bis zum Ho­ri­zont und wahr­schein­lich noch dar­über hin­aus. Un­zäh­li­ge rote und gel­be Blüten wieg­ten sich ge­mischt im seich­ten Wind und es schi­en so, als woll­ten sie die Was­ser­trop­fen ab­schüt­teln, die ein kur­z­er som­mer­li­cher Re­gen­schau­er hin­ter­las­sen hat­te. Es war schwer zu ent­schei­den, was auf­fäl­li­ger war: die Far­ben­pracht des Re­gen­bo­gens, der sich weit über das Tal spann­te, oder die der Blüten­blät­ter. In­mit­ten die­ses Blüten­mee­res be­fan­den sich Fel­der von wei­ßen Ro­sen, die wie In­seln an­mu­te­ten.
    Ein gut ge­klei­de­ter Frem­der, der auf ei­nem na­hen Hü­gel stand, ließ sich von der Schön­heit und dem Duft der Blu­men ver­zau­bern, die ihm eine un­be­schwer­te und glück­li­che Welt sug­ge­rier­ten. Es war eine Welt der Glück­se­lig­keit, in der er sich ge­bor­gen fühl­te. In sei­ner Fan­ta­sie ver­stärk­te sich der süß­li­che Duft eben­so wie das Leuch­ten der Far­ben. Er schloss sei­ne Au­gen und sog in kräf­ti­gen Atem­zü­gen die­se Fri­sche in sei­ne Lun­gen.
    Als er sei­ne Au­gen wie­der öff­ne­te, be­merk­te er fünf in selt­sa­me Um­hän­ge gehüll­te Per­so­nen mit spit­zen Ka­pu­zen, wo­durch ihre Ge­sich­ter im dunklen Schat­ten ver­bor­gen blie­ben. Es war wie eine ob­sku­re Sze­ne des Ku-Klux-Klan, die sich mit­ten im Blüten­meer ab­spiel­te. Es pass­te nicht in die­se Idyl­le, spie­gel­te je­doch auf selt­sa­me Wei­se die Ge­fühls­welt wi­der, in der sich der Frem­de be­fand.
    So ir­ri­tiert er auch war, ließ er sich glei­cher­maßen in den Bann die­ser ge­heim­nis­vol­len Men­schen zie­hen. Ei­ner von ih­nen deu­te­te an, er sol­le näher kom­men. Misstrau­isch und zö­ger­lich stieg er den Hü­gel hin­ab und tauch­te in das Meer der aber­tau­send Blu­men ein, die ihm fast bis zur Hüf­te reich­ten. Vor­sich­tig näher­te er sich, wohl be­dacht, kei­ne die­ser

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