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GK429 - Im Niemandsland des Bösen

GK429 - Im Niemandsland des Bösen

Titel: GK429 - Im Niemandsland des Bösen
Autoren: A.F.Morland
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Die Bande war noch jung - zwischen siebzehn und zwanzig Jahren. Ihr Anführer hieß Dana Domingo. Was er sagte, geschah. Selbst wenn es noch so unsinnig war. Erstens deshalb, weil Domingo der Boß war und keinen Widerspruch duldete. Zweitens deshalb, weil man ohnedies irgend etwas gegen die bohrende Langeweile tun mußte.
    Sie waren Rocker und bildeten sich ein, die härtesten Typen von London zu sein. Wo sie auftauchten, da war der Teufel los. Sie zertrümmerten Automaten in Spielsalons, schlugen Auslagen ein, plünderten und terrorisierten. Mit ihren schnellen Maschinen waren sie ungemein beweglich, deshalb war es der Polizei bislang noch nicht gelungen, sie zu erwischen. Darauf waren sie besonders stolz.
    Die Rockerclique bestand aus einem harten Kern von sieben Jungs, die eisern zu Dana Domingo hielten. Hinzu kamen noch vier Rockerbräute. Girls, die von Hand zu Hand gingen, ohne dabei etwas zu finden. Mädchen, die keine eigenen Motorräder besaßen und sich glücklich schätzten, von Dana Domingo und seinen Freunden akzeptiert und überallhin mitgenommen zu werden.
    Sie hielten sich beim Themsehafen auf, und Patty Thomas, die schon lange ein Auge auf Dana Domingo geworfen hatte, biederte sich bei diesem an. Sie war ein blondes, gut gewachsenes Mädchen.
    Mit blitzweißen Zähnen hielt die den Kaugummi fest, während sie ihn mit zwei Fingern ergriff und so weit aus dem Mund zog, bis er nur noch ein dünner Faden war.
    Dana Domingo saß auf einer hüfthohen Ziegelmauer. »Nichts Besonderes los heute«, sagte Patty träge.
    »Langweilst du dich?«
    »Nicht, wenn du dich mit mir beschäftigst.«
    Dana grinste. Er war ein hübscher Bursche mit jettschwarzem Haar und scharf geschnittenen Zügen. Die schwarze Lederkleidung paßte ihm wie angegossen. Zahlreiche Nieten blinkten und funkelten.
    »Okay«, sagte er. »Komm her.«
    Sie sank in seine Arme. Er küßte sie, und sie nahm die Gelegenheit wahr, um ihm genau zu zeigen, worauf sie scharf war.
    Er lachte verhalten. »Bist ein kleines Luder.«
    »Wieso?« fragte sie unschuldig. »Weil ich weiß, was uns beiden den meisten Spaß macht?«
    »Wie lange bist du schon bei uns?«
    »Seit einem Monat. Du hast mich kaum beachtet.«
    »Das wird sich ändern«, sagte Domingo grinsend Er ließ seine Hand unter ihren Pulli gleiten. Sie trug darunter nichts weiter als herrlich weiche, warme Haut.
    »He!« rief plötzlich Andy Graham, ein pickeliger Junge. Er war der jüngste Rocker. Die anderen behaupteten immer, er wäre noch feucht hinter den Ohren. Das ärgerte ihn jedesmal.
    Er sprang aufgeregt von seiner Kawasaki. »Seht mal! Hinter dem Lagerhaus! Was ist das?«
    »Frag uns was Leichteres«, brummte Dustin Voight.
    »Scheint so, als wäre hinter dem Lagerhaus ein Feuer ausgebrochen«, sagte Graham.
    »Hey, Dana! Wollen wir uns das mal aus der Nähe ansehen?« fragte Voight.
    »Habt ihr noch nie ein Feuer gesehen?« fragte Patty Thomas ärgerlich. Sie war bereits auf Touren gekommen und wollte mit Dana weitermachen. »Man muß doch wissen, was auf der Welt los ist«, sagte Andy Graham grinsend. »Ich bin auch dafür, daß wir uns ansehen, was dort brennt. Vielleicht erwischen wir ’nen Brandstifter, ’nen Büromanen, oder wie das heißt.«
    »Wir bleiben hier, Dana, okay?« sagte Patty. Ihr Blick verhieß dem Rockerboß eine ganze Menge. Aber er war nicht so erpicht darauf wie sie. Was ihm ihre Augen jetzt versprachen, konnte er später immer noch konsumieren. So eilig war es ihm damit nicht.
    »Aufsitzen, Jungs!« kommandierte er.
    »Scheißfeuer!« sagte Patty.
    Dana Domingo tätschelte grinsend ihren Po. »Du kommst schon noch auf deine Kosten. Verlaß dich drauf, Baby. Dana Domingo vergißt dich schon nicht. Du fährst mit mir.«
    »Danke, Dana.«
    Dustin Voight trat seine Honda an. Domingo hatte die schwerste Maschine, eine Harley Davidson, um die ihn alle seine Freunde beneideten. Das heiße Eisen hatte ein kleines Vermögen gekostet. Domingo hatte sich das Geld ergaunert. Er startete seinen Feuerstuhl und schwang sich in den Sattel. Patty setzte sich zu ihm und hielt sich an seinen schmalen Hüften fest.
    Sobald alle Rocker im Sattel saßen, gab Dana Domingo das Zeichen zur Abfahrt. Er fuhr vorneweg. Diesen Platz machte ihm keiner streitig. Die anderen wußten, wohin sie gehörten.
    Domingo brauste die schlechte Straße entlang. Die Meute war dicht hinter ihm. Sie schrie, pfiff und johlte. Patty drehte sich halb um und blickte zurück. Sie war stolz, den Sprung nach

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