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Commander Scott 05 - Juwel Des Verderbens

Commander Scott 05 - Juwel Des Verderbens

Titel: Commander Scott 05 - Juwel Des Verderbens
Autoren: Gregory Kern
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Alles war ruhig an Bord der Modain. Das Schiff war auf Automatik geschaltet, und es lag nichts Dringendes vor. Im Labor wog Barry Scott ein Messer in der Hand. Es hatte eine doppelte Schneide. Die Klinge war zehn Zoll lang und nadelscharf zugeschliffen. Er warf es auf einen Mann, der ihn feindselig anstarrte. Nur wenige Zoll vor den Augen des Mannes bog es plötzlich nach links ab und bohrte sich in das Holz, auf dem die Zielscheibe befestigt war.
    »Das ist schon das fünfte Mal, daß das Messer abgelenkt wird, Jarl«, sagte er. »Mir scheint, du hast die richtige Lösung gefunden.«
    »Bis jetzt bin ich noch keinen Schritt weitergekommen, Barry«, sagte er mit saurem Gesicht. »Die Wirkung der Hysteresis ist schon seit Jahrhunderten bekannt. Viel habe ich daran nicht verbessert. Die Beschleunigung ist der Haken an der Sache. Je schneller das Geschoß die Kraftlinien durchschneidet, um so größer ist die Energie, die ausgelöst wird. Aber bei einem langsam fliegenden Flugobjekt wie zum Beispiel einem Flugmesser ist die Energieschwelle zu niedrig. Mir ist es zwar gelungen, das Messer abzulenken; doch das Gerät, was man zu seinem Schutz herumschleppen muß, ist viel zu schwer und umständlich.«
    »Ich habe dich gewarnt, Jarl«, meinte Scott. »Eine Miniaturausgabe würde nicht hinhauen.«
    »Das weiß ich auch. Diesen Weg habe ich erst gar nicht beschritten. Ich habe einen neuen Ansatz für langsam fliegende Objekte gesucht. Und das Ergebnis siehst du ja - ein Reinfall.«
    Scott hob die Augenbrauen, nahm das Messer wieder an sich, wich bis zur Wand des Labors zurück und warf noch einmal.
    Mit dem gleichen Ergebnis. Das Messer wurde abgelenkt und bohrte sich in das Holz.
    »Trotzdem ein Versager«, meinte Luden. »Hättest du mit dem Messer zugestochen, statt es zu werfen, wäre dem Mann die Klinge ins Herz gedrungen. Ich muß noch einmal von vorn anfangen. Ein Schutzschild muß unauffällig sein, automatisch wirken und jedes Geschoß bei jeder Geschwindigkeit und aus jeder Richtung ablenken können. Außerdem muß es den Träger noch vor Strahlung und extremer Temperatur schützen.«
    »Das wäre eine Ideallösung«, gab Scott zu. »Aber ich bin schon zufrieden, wenn ich vor Kugeln oder Wurfgeschossen geschützt würde. Das ist immer noch besser als gar nichts.«
    »Entschuldigung, Barry«, meinte der Professor gereizt, »aber so etwas haben wir schon. Eine Panzerweste und einen entsprechenden Helm. Ich werde mein Spielzeug jetzt lieber wieder auseinandernehmen.«
    Commander Barry Scott lehnte sich an die Wand und schaute dem Professor bei der Arbeit zu. Luden bildete einen starken Kontrast zu der schlanken athletischen Gestalt des Commanders in seiner schwarz-goldenen Uniform. Der Professor - hager und in farbenfrohen Kleidern -hatte ernste, grübelnde Augen und eine graue Mähne, die er sich aus der Stirn gekämmt hatte. Er hatte sein Leben lang nur neuen Erkenntnissen nachgespürt.
    »Zu ärgerlich, Barry«, meinte er. »Wir wissen aus den Legenden, daß andere Rassen und Völker ein Körperschutzschild gekannt haben müssen. Die Zheltyana haben bestimmt so etwas gehabt. Jede Rasse, die sich über die Galaxis ausbreiten konnte, mußte diese Technik beherrscht haben. Schließlich waren diese Urväter auf vielen Welten gelandet. Viele davon waren dem Leben, wie wir es kennen, feindlich. Sie mußten also etwas besessen haben, was sie gegen diese feindliche Umwelt hermetisch abschirmte.«
    »Das ist nur eine Hypothese, Jarl. Wir wissen zu wenig von den Zheltyana.«
    Keiner wußte viel von ihnen, außer daß sie einmal existiert hatten. Urväter Wesen aus einer unglaublich langen Vergangenheit, sich über die Galaxis ausgebreitet und rätselhafte Spuren auf unzähligen Planeten hinterlassen hatten. Sie hatten ein Symbol hinterlassen - ineinander verschlungene Kreise - und geheimnisvolle Artefakten, deren Sinn und Verwendungszweck rätselhaft waren. Genauso rätselhaft war der Grund weshalb diese Rasse untergegangen war. »Die Legenden geben uns viele Hinweise«, fuhr Luden fort. »Schilde, Gürtel, Ringe, Helme, die ihre Träger unverletzbar machten.«
    »Magie.«
    »Magie«, gab Luden zu. »Oder Wissenschaft. In primitiven Kulturen sind diese beiden Begriffe beliebig austauschbar, und ein Primitiver kann ein Phänomen nur in den Begriffen ausdrücken, die er kennt. Götter steigen vom Himmel herunter und üben geheimnisvolle Kräfte aus.. Junge Rassen verwenden vielleicht die Überreste der Zheltyanischen Technik,

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