Bücher online kostenlos Kostenlos Online Lesen
Commander Scott 05 - Juwel Des Verderbens

Commander Scott 05 - Juwel Des Verderbens

Titel: Commander Scott 05 - Juwel Des Verderbens
Autoren: Gregory Kern
Ads
Souvenirs und Stoffe feilgeboten wurden. Ein Händler pries mit heiserer Stimme seine Messer an, die nie ihre Schärfe verlieren würden, wenn man sie in der Scheide aus magisch behandeltem Material bei sich trug. Er zeigte seine Gürtel, die gegen Pest, Schwindsucht und andere Krankheiten schützten. Ein anderer Händler, der sich mit Federn wie ein riesiger Vogel ausstaffiert hatte, verkaufte eine Salbe, die angeblich jedem erlaubte, wie ein Vogel zu fliegen, wenn er sich mit den richtigen Zaubersprüchen damit einkremte.
    »Du siehst, Barry«, meinte Luden trocken, »daß viele Erscheinungen im Universum sich gleichen. Es gibt immer welche, die aus der Leichtgläubigkeit der Massen Kapital schlagen. Und je abergläubischer eine Welt ist, umso schneller verdienen diese Schwindler ihr Geld.«
    »Das ist richtig« murmelte Scott und drehte sich um. »Zum Teufel - wo ist Penza abgeblieben?« Der Riese stand vor einer Verkaufsbude und hielt eine Halskette aus Draht und Kristallperlen in der Hand. Der Händler redete ununterbrochen auf ihn ein.
    »Ein echter Artefakt aus uralter Zeit, mein Herr. Es ist einzigartig in seiner Art, mein Herr. Wenn Sie diese Kette Ihrer Geliebten umhängen, wird sie nie mehr den Einflüsterungen fremder Männer erliegen. Schenken Sie sie einer Königin, und Sie werden König sein. Und noch mehr...« Seine Stimme sank zu einem Flüstern herab. »Damit können Sie auch die Zukunft erschließen. Sie ist in das Blut einer Jungfrau getaucht, das in der günstigsten Konstellation von Tugool und Arogel geflossen ist. Wenn Sie die Kette in das Licht einer Fackel aus Harahholz halten, werden die Stimmen aus den Perlen Ihnen Ihre Zukunft prophezeien. Wäre ich nicht gezwungen zu verkaufen, würde ich mich nicht für tausend Zesh davon trennen. So kann Sie Ihnen schon für hundert Zesh gehören.«
    »Fünf!« knurrte Saratow.
    »Wie, mein Herr? Ich muß mich wohl verhört haben. Fünfzig, haben Sie gesagt?«
    »Zehn«, knurrte Saratow.
    Der Händler heulte, als würde er von einem Hund gebissen, hob die Hände zum Nachthimmel, als müßte er sich bei irgendwelchen Göttern über die Geringschätzung seiner Ware beklagen. Doch das Geheul war nicht echt, nur als Einleitung neuen Feilschens gedacht. Scott unterbrach die beiden mit der Bemerkung: »Du möchtest diese Kette haben, Penza?«
    »Ja, Barry, aber nicht für diesen Preis.«
    »Warum?«
    Saratow senkte die Stimme: »Schau her, Barry. Die Drähte laufen durch diese Quarzkugeln.« Er drehte das Gebilde zwischen seinen riesigen Händen. »Ich vermute, es handelt sich gar nicht um einen simplen Halsschmuck; sondern um eine primitive Art von Empfänger oder Sender. Da gehe ich jede Wette ein.«
    Wahrscheinlich hatte er unrecht; aber es schadete nichts, das Ding zu testen. Scott wendete sich Seward zu. »Haben Sie Geld bei sich? Gut. Geben Sie mir dreißig Zesh.« Er warf das Geld dem Händler auf den Tisch. »Zufrieden? Ja? Komm weiter, Penza.«
    Der Riese blickte sich um. »Wo steckt denn nun Veem wieder?« Chemile war inzwischen weiter durch die Menge gewandert. Scott sah die schlanke Gestalt mit der Kapuze unter einer blutroten Laterne, wo ein alter, ausgemergelter Mann einen Klapptisch aufgestellt hatte. Hinter seinem Stuhl stand ein Käfig voll kleiner Pelztiere, die Ratten ähnelten. Auf dem Tisch lag in einer Blutlache eine ausgeweidete Tierleiche.
    »Ein Wahrsager«, meinte Seward mit verächtlicher Stimme. »Für einen gewissen Preis wird er Ihnen aus den Eingeweiden seiner Tiere die Zukunft prophezeien.«
    »Sie verspotten die heiligen Wissenschaften?« Der alte Mann hatte offenbar ein sehr scharfes Gehör. Er hob den Kopf und starrte Scott und seine Begleiter an. »Fremdlinge«, meinte er verächtlich, »was wißt ihr schon von den geheimen Künsten? Öffnet sich der Schleier der Zukunft vor euch, wenn ihr es befehlt?«
    »Ja«, sagte Chemile.
    »Ihr seid ein Meister?« der alte Wahrsager betrachtete stirnrunzelnd die bestickte Kutte von Chemile.
    »Ein Eingeweihter.« Chemiles Stimme wurde hohl und sonor. »Ich lese das Schicksal ganzer Welten aus dem Sand der Wüste. In dem Saftgeheimer Früchte sehe ich die Zukunft der Sterne voraus, Ich beherrsche die Kunst der Sterndeutung und...« Er brach ab, als Saratow seinen Arm packte. »Veem«, sagte der Riese gereizt, »hör auf, dich wie ein Scharlatan zu benehmen.«
    Aus der Menge rief eine hysterische Stimme: »Ist er ein Spötter? Verachtet er unseren Glauben?« Drohendes Gemurmel erhob

Weitere Kostenlose Bücher

0486 - Die Voodoo-Hexe
0486 - Die Voodoo-Hexe von Werner Kurt Giesa
Creature Discomforts
Creature Discomforts von Susan Conant