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Commander Scott 05 - Juwel Des Verderbens

Commander Scott 05 - Juwel Des Verderbens

Titel: Commander Scott 05 - Juwel Des Verderbens
Autoren: Gregory Kern
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die sie auf ihrer Welt gefunden haben. Vielleicht werden wir eines Tages dieses Geheimnis gelöst haben.«
    Das war ein Traumziel, das sie beide verfolgten. Er blickte hinüber zum Archiv, das Hinweise auf Spuren der Urväter von tausend Welten enthielt. »Ein Kraftgürtel«, sagte Scott nachdenklich, »das wäre ein Kraftfeldgenerator. Aber nicht unbedingt ein Kraftfeld, wie wir es kennen. Auch ein Zeitverschiebungsfeld würde uns unverletzbar machen. Könnte man eine Kugel nicht in die Zukunft oder die Vergangenheit ablenken?«
    »Das wäre eine Lösung, Barry«, meinte Luden nachdenklich. »Wir hätten ein zeitliches Nullfeld, um den Träger zu schützen...«
    Er brach ab, als ein lautes Brüllen durchs Schiff hallte. »Was soll denn das bedeuten, zum Teufel?« Die Stimme war nicht zu verkennen. Penza Saratow schimpfte immer noch, als Scott in den Maschinenraum kam.
    »Veem, du verdammter Scharlatan! Ich verschmiere dich gleich als Farbe auf dem Schott!« Wenn Penza sich entspannen wollte, übte er. Er hatte sich ein kompliziertes Gebilde gebaut, das die dreifache Schwerkraft von Terra erzeugte. Auf so einer Welt war er geboren worden, und deshalb war er auch fast so breit wie hoch - eine lebendige, kompakte Maschine aus Fleisch, Muskeln und Knochen.
    Wenn er in seinen langen, losen Gewändern im Schiff herumging, hätte man ihn fast für einen normalen Menschen halten können, der nur viel zu dick geworden war. Doch dieser Eindruck täuschte. Der Körper des Riesen hatte nicht ein Gramm überflüssiges Fett. Er bestand wirklich nur aus Sehnen und Muskeln, die hart durchtrainiert waren. Und dazu war er noch der beste Schiffsingenieur, dem Scott in seinem Leben jemals begegnet war.
    »Barry, kannst du ihn sehen?« fragte der Riese.
    »Wen?«
    »Diesen Hanswursten natürlich, diesen Veem. Er hat mir den Kopf in dem Gerät eingezwängt, und jetzt versteckt er sich irgendwo im Raum und lacht sich tot.« Penza strengte seine Muskeln an, und das Metall gab knarrend nach. »Wenn ich den Burschen erwische, kann er etwas erleben. Ich gieße ihm einen Kübel Farbe über den Kopf.« Seine Wut war nicht echt. Die beiden neckten sich häufig. Scott betrachtete das Gerät. An einem Metallgelenk entdeckte er eine frische Bruchstelle. »Veem kann dir diesen Streich nicht gespielt haben, Pensa«, sagte Scott nüchtern. »Du hast die Spannung zu hoch eingeschaltet. Das Metall hatte Ermüdungserscheinungen.«
    Saratow blinzelte. »Bist du sicher, Barry?«
    »Ganz sicher. Du kannst die Bruchstelle ja mit dem Elektronenmikroskop untersuchen. Keine Spür von Säure oder mechanischer Manipulation. Vielleicht solltest du dich bei Veem entschuldigen.«
    »Bei diesem Hanswursten?« Saratow blies seinen Brustkasten auf. »Ich mache ihm lieber eine Tasse Kaffee.« Er blickte sich im Maschinenraum um_ »Das heißt, wenn ich den Kerl hier irgendwo finden kann.«
    Veem Chemile war in der Bordküche. Er stand vor dem Ultraschallofen, die Hand auf den Chronometer gestützt. Während er sich konzentrierte, schien seine Hand zu verschwinden und mit dem Instrument zu verschmelzen, das seine Finger berührten. Als der Riese in die Bordküche kam, erstarrte Chemile zur Salzsäule.
    Der Riese sah ihn nicht. Er füllte die Kaffeemaschine mit Wasser und rieb sich die wunden Stellen am Hals.
    Mit hohler Stimme sagte Chemile: »Jeder Sünder muß die Strafe Gottes fürchten.«
    »Veem!« Penza wirbelte herum und suchte den kleinen Raum mit den Augen ab. »Wo, zum Teufel, steckst du denn?«
    Er knurrte etwas leise in sich hinein, als der Ofen sich aufzulösen und die Form eines Menschen anzunehmen begann. Veem Chemile war groß, hager und hatte Augen, die wie Stecknadelköpfe in seinem ovalen Gesicht saßen. Seine Ohren waren klein und schienen am Schädel zu kleben. Er bewegte sich mit geschmeidiger Anmut auf lautlosen Füßen.
    »Ich habe alles mit angehört«, sagte er grinsend zu dem Riesen. »Ich hoffe, daß du diesmal einen besseren Kaffee kochst als sonst.«
    »Du trinkst, was du bekommst. Wenn du nicht immer so neugierig wärst, würde man nicht dauernd auf dich schimpfen, du Scharlatan. Was hast du denn jetzt wieder für ein Spiel getrieben?« Chemile besaß eine Haut aus photsensitivem Gewebe und konnte wie ein Chamäleon die Farbe seiner Umgebung annehmen. Mit diesem Schutzmechanismus hatte er auf der feindlichen Welt, auf der er geboren war, überleben können - eine genetische Veränderung, die sich natürlich erst in vielen Generationen

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