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1732 - Zombie-Theater

1732 - Zombie-Theater

Titel: 1732 - Zombie-Theater
Autoren: Jason Dark
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Carlotta ließ ihn in Ruhe. Sie wollte nicht drängen. Er musste selbst wissen, wann er seine Scheu ablegen wollte, und das dauerte nicht mehr lange, wobei die Frage Carlotta nicht mal überraschte.
    »Wer ist dieser John Sinclair eigentlich und auch der Mann aus Asien?«
    Carlotta lächelte. »Er ist ein Freund, dieser John Sinclair. Ein guter Freund sogar. Das Gleiche gilt für Suko, seinen Partner. Beide sind Polizisten.«
    Der Zwitter nahm die Antwort hin. »Ach ja? Was ist das denn?«
    Auf eine schwierige Erklärung wollte sich Carlotta nicht einlassen. Deshalb sagte sie: »Beide haben einen Job, der sie befähigt, Menschen zu helfen, und das haben sie schon oft getan. Dessen kannst du dir sicher sein. Er hat uns schon häufiger geholfen, und er wird auch dir zur Seite stehen.«
    Kim musste lachen. »Das habe ich gesehen. Ich – ich – fing an zu brennen, als er mich sah oder ich ihn. Ich war völlig wehrlos. Ich dachte, verbrennen zu müssen und…«
    »Aber du bist es nicht. Du lebst. Und du sitzt bei mir. Du bist völlig normal.«
    »Nein, ich habe gebrannt!«
    Das Vogelmädchen lächelte, bevor es eine Erklärung gab. »Nicht du hast gebrannt, sondern das, was in deinem Innern schon so lange gesteckt hat. Es ist das Böse gewesen, das verbrannte. Deine schlimme Seite. Die hat dein Vater dir hinterlassen, doch Sinclair hat dich von diesem Fluch befreien können.«
    Kim dachte etwas länger darüber nach. »Und jetzt?«, fragte er, »was ist jetzt mit mir?«
    »Ganz einfach. Du bist befreit.«
    Kim überlegte wieder. Er schüttelte den Kopf. »Wie soll ich das verstehen? Ich habe durch das Feuer wohl ein anderes Aussehen bekommen. Meine Haare sehen anders aus, aber ich bin doch nicht wie ihr oder wie jeder andere Mensch. Oder willst du das behaupten?«
    »Nein, Kim, da ist noch etwas in dir.«
    »Und was?«
    Carlotta legte die Stirn in Falten. »Das solltest du eigentlich wissen. Du bist ein Zwitter. Du bist kein richtiger Mann und auch keine richtige Frau. Du hast Brüste und einen Penis, das ist geblieben, aber es steckt noch etwas in dir.«
    Kim hatte bisher gespannt zugehört. Jetzt fragte er nur: »Was ist es denn?«
    »Weißt du es nicht?«
    »Nein!« Die Antwort hatte beinahe gequält geklungen.
    »Denk an den zweiten Teil, der in dir…«
    »Meine Mutter!«, schnappte er. Seine Augen weiteten sich. »Meinst du sie?«
    »Genau!«
    Kim lehnte sich zurück und schloss die Augen. Es wurde keine Frage mehr gestellt. Carlotta wollte, dass er allein über das Gesagte nachdachte. Sie gab ihm die Zeit, die der Zwitter auch nutzte.
    »Meine Mutter ist ein Engel, mein Vater ein Dämon. Aber dessen Macht ist nicht mehr vorhanden.«
    »Sehr richtig.« Carlotta strahlte. »Aber die andere Person ist noch da. Sie wurde nicht vernichtet. Da ist nichts verbrannt, ihr Geist ist dein Erbe, und ich denke, du solltest stolz darauf sein und dich darüber freuen.«
    Auch die Worte musste Kim erst noch verkraften und dachte darüber nach. Dabei hielt er den Kopf gesenkt, bis er nickte und Carlotta damit recht gab.
    »Nur noch meine Mutter. Nur noch der Engel. Nur noch seine Kraft«, zählte er auf.
    »Ja, das ist so. Und ich denke, dass du darüber glücklich sein solltest.«
    »Ja, kann sein.« Kim wischte über sein Gesicht, dann flüsterte er: »Darüber habe ich mir noch keine Gedanken gemacht. Es ist alles noch fremd für mich.« Er schüttelte den Kopf. »Ich will das auch nicht weiter wissen…«
    »Warum nicht? Es ist durchaus möglich, dass du eine neue Aufgabe gefunden hast. Du solltest dich auf keinen Fall sperren, finde ich. Mach es möglich, dein neues Leben zu genießen, ich glaube fest daran, dass von nun an alles anders wird. John Sinclair hat dir geholfen. Es ist sein Kreuz gewesen, das das Böse in dir vertrieben hat. Daran solltest du dich immer erinnern. John ist so etwas wie ein Freund, auf den du dich verlassen kannst.«
    »Ja, kann sein. Aber darüber muss ich erst noch nachdenken. Wirklich, ich – ich…« Er schluckte und strich durch sein Gesicht. Danach sagte er etwas, das mit ihm ganz persönlich zu tun hatte. »Ich fühle mich schon befreit.«
    »Hört sich gut an.«
    »Aber das ist nicht alles«, fuhr er fort und räusperte sich. »Es steckt etwas in mir, etwas ganz Besonderes und Neues. Das kann ich nicht so recht nachvollziehen.«
    »Was ist es denn?«
    »Keine Ahnung.«
    »Auch nicht ungefähr?«
    »Ich habe das Gefühl, dass mich jemand übernommen hat. Oder so ähnlich. Ich bin allein,

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