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0430 - Vampir-Geschwister

0430 - Vampir-Geschwister

Titel: 0430 - Vampir-Geschwister
Autoren: Jason Dark
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Schulter. »Das, mein Lieber, kann durchaus hinkommen.«
    Er schaute sich um. Ich sah die Gänsehaut auf seinem Gesicht.
    »Verflucht, dann war er schneller als wir.«
    »Sie denken an den Küster?«
    »Sicher.« Er streckte den Arm aus und drehte ihn. »Sehen Sie sich doch nur mal um, Mr. Sinclair. Wir befinden uns auf dem Gelände, auf dem einmal Luna Castle gestanden hat. Die Trümmer, die Sie hier sehen, gehören dazu.«
    Es waren hellgraue Mauern, mehr Fragmente. Aber die Reste, die übriggeblieben waren, zeugten davon, wie stabil man vor fast 1000 Jahren schon gebaut hatte.
    »Und?«
    Ich hob die Schultern. Zwischen den Mauern wuchs Buschwerk. »Wenn es so ist, wie wir angenommen haben, können wir davon ausgehen, daß sich der Vampir noch in der Nähe herumtreibt, Verstecke gibt es ja genug.«
    »Vielleicht auch unter der Erde. Die alten Verliese müßten noch existieren.«
    »Glaube ich auch.«
    »Nur weiß ich nicht, wo wir sie finden können. Die Natur hat vieles überwuchert. Dann ist da noch der Pilot. Er muß in ärztliche Behandlung.«
    »Wir stecken fest.«
    »Das sieht nur so aus, Mr. McFisher. Wir werden den Mann liegenlassen und gemeinsam suchen. Haben wir etwas gefunden, mache ich allein weiter. Sie bekommen von mir die Wagenschlüssel und fahren zurück.«
    Ich ging nach rechts, McFisher schlug die andere Richtung ein. Wir waren darauf geeicht, uns nicht nur die Trümmer anzusehen, sondern auch den Boden abzusuchen, ob es irgendwelche Hinweise auf ein unterirdisches Labyrinth gab.
    Spuren fand ich keine. Dafür sah ich die zahlreichen Trümmer. Sie wirkten wie weggeschleudert.
    Das Segelflugzeug hatte es voll erwischt.
    Ich blieb stehen.
    Rechts von mir bewegten sich die Zweige eines dichten Winterbuschs neben grauen Resttrümmern der alten Burg. Dort befand sich mein Begleiter.
    »Haben Sie eine Spur, McFisher?«
    »Noch nicht.« Ich sah ihn bei der Antwort nicht und begann ebenfalls über die Felsen zu klettern. An den Wetterseiten waren sie mit einer dicken, weichen Moosschicht bewachsen.
    Ich kannte die alten Burgen und holte mir die Grundrisse aus dem Gedächtnis.
    Irgendwo waren sie alle gleich. Da gab es den Innenhof, dann die Türme, die Mauern, die Wohntrakte, die Bereiche für das Gesinde und die Diener, dann die Stalle für die Tiere.
    Alles übersichtlich geordnet, wie man es von einer romanischen Bauweise verlangen konnte.
    Oft genug begannen unterhalb der Türme die Wege in das Labyrinth unter der Erde.
    Sie mußten noch existieren.
    »Sinclair!«
    Der Ruf des pensionierten Lehrers alarmierte mich. Ich fuhr auf dem Absatz herum, sah den Mann, der hinter einer zum Teil zerbröckelten Mauer hervortaumelte, dabei rückwärts ging und die Arme ausgestreckt hatte, als wollte er eine Gestalt abwehren.
    Es war der Küster-Vampir! Er war geschwächt, sonst hätte er sich sein Opfer längst geholt. Die Schwierigkeiten steigerten sich mit jedem Schritt. Schwäche hielt ihn umklammert und drückte ihn in eine geduckte Haltung.
    Für mich war es nicht weit. Mit wenigen Sprüngen hatte ich ihn erreicht.
    Als ich so plötzlich vor ihm erschien, blieb er stehen, bevor er sich drehte und mich anstarrte.
    Der pensionierte Lehrer rannte zu einem Mauerrest und lehnte sich dagegen.
    Ich hatte die Beretta gezückt und ließ den Blutsauger in die Mündung schauen. Irgendwie mußte es der Vampir gespürt haben, daß die Waffe mit besonderen Kugeln geladen war, denn er griff mich nicht an. Er hob nur den Blick an, öffnete den Mund, und über seine Unterlippe rann ein rosafarbener Schleim.
    Wahrscheinlich noch verdünntes Fremdblut!
    »Kreuz!« keuchte er plötzlich. »Kreuz!« Er spürte die Nähe meines Talismans, duckte sich und drehte sich zur Seite, wobei er den linken Arm anwinkelte und ihn vor sein Gesicht preßte, damit er die für ihn schlimme Strahlung nicht mehr spürte.
    »Ich habe das Kreuz«, sagte ich hart, »und ich werde es dir auf den Körper pressen, wenn du nicht das tust, was ich von dir erwarte. Verstanden?«
    »Ja.«
    »Dann ist es okay. Geh wieder zurück, wo du hergekommen bist. Ich will von dir einiges wissen.«
    Als er nicht sofort gehorchte, trat ich ihm ins Kreuz.
    Der Druck schleuderte ihn vor. Er fiel gegen eine Mauer, an der er sich abstützte, spürte meine Hand auf seiner linken Schulter, sackte zusammen und blieb so.
    »Was wolltest du hier?« fragte ich ihn. »Rede, zum Teufel!«
    »Nein, ich…«
    »Willst du die Macht des Kreuzes spüren?«
    Er keuchte laut und wand
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